Der Dudelsack und seine Geschichte

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Der Dudelsack oder im volkstümlichen „Sackpfeife“ genannt, ist ein Musikinstrument, welches vermutlich aus Indien stammt. Dies ist aus historischen Auszeichnungen und Bildern zu erkennen. Viele bringen den Dudelsack mit Schottland in Verbindung. Im indischen trägt die Sackpfeife bzw. der Dudelsack den Namen „Nagabaddha„.

Die Geschichte des Dudelsacks könnt ihr nun bei uns nachlesen. Inkl. Musikvideos und anderen Informationen!

 

In Deutschland kennen wir den Dudelsack unter genannten Namen. In seltenen Fällen wird er auch hierzulande „Bockpfeife“ oder „Bagpipe“ genannt. Bagpipe ist dabei die englische Bezeichnung für den Dudelsack.

Funktionsweise des Dudelsacks

Eluveitie - Einsatz des Dudelsacks
Eluveitie – Einsatz des Dudelsacks im Metal | © Toni B Gunner – www.mondkringel-photograpy.de

Der Dudelsack ist ein sogenanntes Unterbrechungs-Aerophon-Instrument bzw. umgangssprachlich auch „Rohrblattinstrument“ genannt. Die Luftzufuhr erfolgt aus einer Windkapsel.

Die Melodie wird über eine Spielpfeife erzeugt. Einige Modelle besitzen dabei auch mehrere Spielpfeifen. Hinzu kommen ein oder mehrere Bordunpfeifen. Die Bordunpfeifen werden umgangssprachlich auch Brummer genannt. Durch diese Brummer wird ein andauernder Ton erzeugt.

Da bekanntlich der Ton die Musik macht, darf auch das sogenannte Rohrblatt nicht fehlen. Durch dieses Rohrblatt, welches meistens aus Kunststoff oder Metall hergestellt wird, werden die Töne des Dudelsacks erzeugt.

Der Luftsack wird oft aus Leder hergestellt. Neben künstlichem Leder kommt bei hochwertigen Instrumenten auch ganze Tierhäute zum Einsatz.Durch einen Blasebalg welcher vom Spieler durch ein Anblasrohr befüllt wird, gelangt Luft in den Luftsack. Ein Rückschlagventil aus Leder verhindert, dass die Luft aus dem Dudelsack zurückgepustet wird.

Der Luftsack selbst wird vom Spieler dann durch mehr oder weniger starkes drücken mit den Armen oder dem Körper zusammgedrückt. Dies sorgt für einen gleichmäßigen Luftdruck im Sack selbst.
Dieser Umstand sorgt für den konstanten Dauerton des Dudelsacks.

Besonderheiten beim Spielen des Dudelsacks

Durch die Bauweise der Sackpfeifen können Borduntöne oftmals nur in der vorgegebenen Tonart gespielt werden.

Daher ist es nicht möglich einzelne Bordunpfeifen stummzuschalten bzw.  zu stimmen.

Dies schränkt die spielbaren Tonarten erheblich ein.

Eine weitere Einschränkung ist die Tatsache, dass die Spielpfeife oft nicht vollchromatisch spielbar ist, was ebenfalls zulasten der verfügbaren Tonarten führt.

Wer die hohe Kunst des Dudelsackspielens beherrscht, kann seinen Dudelsack auch entsprechend modifizieren.

Eine fantastische Feuershow mit Dudelsack gibt es hier: ACDC – Thunderstruck auf dem Dudelsack

Herkunft der Sackpfeife

Indien gilt als Ursprungsland des Dudelsacks. Später tauchte die Sackpfeife dann auch im alten Ägypten auf. Im alten Rom wurde der Dudelsack erstmals im Jahr 54 erwähnt.

Der römische Historiker Sueton überlieferte in einer seiner Schriften, dass er den römischen Kaiser Nero den Dudelsack als“utricularius“ präsentiert habe.

Im Mittelalter begann dann die rasante Verbreitung des Dudelsacks in ganz Europa. Die ältesten Belege aus dieser Zeit stammen aus dem 8. oder 9. Jahrhundert und sind durch Urkunden aus dem Kloster St. Blasien belegt worden.

Die Herkunft des Wortes „Dudel“ ist in der Türkei beheimatet. Das Wort „duduk“, welches übersetzt „Flöte“ stellt den Ursprung des Wortes Dudelsack dar.

Schottland und der Dudelsack

Fragt man Menschen, was ihnen zum Thema Dudelsack einfällt, wird oft ein Land genannt: Schottland.Das Instrument gilt in Schottland als Nationalinstrument. Schottland, welches damals vom British Empire regiert wurde, nutze das Instrument zusammen mit der bekannten schottischen Hochland-Kleidung.
Nach der Schlacht von Culloden wurde im „Disarming Act“ das tragen der schottischen Tracht verboten. Nicht jedoch das Spielen auf dem Dudelsack selbst. Die Sackpfeife wurde daraufhin weiter als Militärinstrument verwendet.

Wie sehr verbunden die Schotten mit dem Dudelsack sind, zeigt folgendes Video. Hier wird die schottische Nationalhymne auf dem Dudelsack gespielt:

Dudelsackarten und Verbreitung

Neben Schottland gibt es weitere Länder, in denen der Dudelsack auf eine lange Tradition zurückblicken kann.Dazu zählen u.a.:

  • Frankreich – seit dem 18. Jahrhundert als höfische Musikinstrument
  • Zampogna in Süditalien
  • Nordwestspanien – vorwiegend in lokalen Musikschulen
  • Tschechien – Traditionell in der böhmischen Volksmusik
  • Österreich und Süddeutschland
  • Indien – vorwiegend in Nordinien
  • Iran – Einsatz bei der populären Tanzmusik Bandari

Im Laufe der Zeit wurden viele verschiedene Arten von Dudelsäcken entwickelt. Die wichtigsten Arten listen wir an dieser Stelle für euch auf:

  • Great Highland Bagpipes (Schottland)
  • Uilleann Pipes (Irland)
  • Binioú kozh (Bretagne / Frankreich)
  • Cabrette (Auvergne / Frankreich)
  • Boha (Gascogne / Frankreich)
  • Schäferpfeife (Deutschland)
  • Bock (Böhmen / Österreich / Süddeutschland)
  • Säckpipa (Schweden)
  • Schaleika (Russland)
  • Sackpfiff (Schweiz)
  • Baghét (Norditalien)
  • Kaba Gajda (Bulgarien)
  • Gaida (Griechenland)
  • Mizwed (Tunesien)

Schätzungen zufolge existieren Europaweit 180 verschiedene Sackpfeifenformen. Neben der klassischen Sackpfeife gibt es mittlerweile auch elektrische Sackpfeifen. Diesewerden über MIDI angesteuert und können dadurch an einem Computer oder Verstärker angeschlossen werden.

Der Dudelsack erfordert ein hohes Maß an Können sowie ein hohes Lungenvolumen. Die ständige Luftzufuhr kann für ungübte Spieler schnell zum Verhängnis werden. Wer Dudelsack spielen möchte, sollte sich nicht sofort einen Dudelsack kaufen, sondern erst in einer lokalen Musikschule unterricht nehmen. Dort gibt es oftmals Dudelsäcke, die zum Training verwendet werden können.

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Florian Franck

Hallo! Ich bin Florian und ich liebe Musik. Ich teile hier mit anderen Schreibern meine persönlichen Interessen und Vorlieben. Ich schreibe nicht nur über Musik, sondern über Themen, die mich bewegen und inspirieren. Nebenbei befasse ich mich auch mit der Aufnahme von Videos und deren Schnitt.

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