METALFEST EAST 2012 Nachbericht

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Am 31.05.2012 läutete das Metalfest Open Air in Dessau die diesjährige Festival Saison ein.
Das im Jahr 2010 vom LEGACYFEST in Metalfest Open Air Germany East umbenannte Festival fand unter diesem Namen zum dritten Mal statt. Parallel zu dem Metalfest in Mining/Österreich und in Sosina/Polen stand wieder 3 Tage Metal aller Genres auf dem Programm.

Auch dieses Jahr könnte man anhand der Anreise das Gefühl bekommen es handelt sich um ein Underground-Festival. Kein Plakat oder Schild weist auf dem Weg von der Autobahn nach Dessau auf das Festival hin. Erst wenn man den Flugplatz in Dessau erreicht hat sind die Zelte der bereits angereisten Fans in Sicht und man weiß, dass man am Ziel ist. Die angekündigten Acts u.a. In Extremo, Megadeth und Kreator zeigen, dass die Bezeichnung Underground-Festival der Musik nicht gerecht wird. Die Hauptbühne und die zweite Bühne im Zelt sind gut angeordnet, so dass ein Wechsel der Bühnen schnell möglich ist und es trotzdem keine gegenseitigen Störungen gibt. Das Festival-Gelände hat ausreichend Platz für Bier, Imbiss und Merch-Stände. Der ein oder andere Metalfan könnte lediglich Süßspeisen vermissen.

Um das Urteil vorweg zu nehmen: das Wetter war der negativste Punkt den man über dieses Wochenende erwähnen muss. Die Metalfans aus Österreich traf es noch extremer aber die über 8 Stunden Dauerregen am Donnerstag-Abend führten dazu, dass sich die Bands extra anstrengen mussten um den Metalheadz einzuheizen. Besser hatte es da die Bands am Nachmittag wie z.B. Turbowolf, schwedische Hard-Rock-Band Graveyard oder die immer gut gelaunten Schotten von Alestorm. Fernando Ribeiro der Sänger von Moonspell hatte dann Mitgefühl und trat mit den Worten „If you stand in the rain, I stand in the rain, too“ in den vorderen, nicht überdachten Bühnenteil. Die Portugiesen lieferten eine druckvolle und mitreißende Show ab. Die sympathischen Jungs von Legion of the Damned übernahmen dann das Ruder und überzeugten ebenfalls. Ob es am Wetter lag oder an der Aufteilung vom Metalfest in acht einzelne Festivals ist unklar aber man hatte nie das Gefühl, dass es eng wird vor der Bühne. Man könnte meinen, dass es im Jahr 2011 mehr Leute nach Dessau gezogen hat.

Peter Tägtgren und Hypocrisy hatten auf jeden Fall Spaß und überzeugten mit modernem Death Metal. Ein eher seltenes Bild gab es danach auf der Hauptbühne zu sehen: Die seit 30 Jahren agierenden Glam Metaller von W.A.S.P. betraten die Bühne. Von dem nun vorhandenen Dauerregen ließen sich die Fans nicht vertreiben und feierten 60 Minuten mit Blackie Lawless und seinen Jungs. War danach der erste Tag vom Metalfest um? Nein das kann doch nicht sein! Der große Megadeth-Banner verrät, dass da noch was kommt, auch wenn Herr Mustaine einige Zeit auf sich warten lässt. Aber Megadeth hat einen Sack voll Klassiker mitgebracht, der die Wartezeit schnell vergessen macht. Dave Mustaine weiß was die Metaller wollen und spielt eine routinierte Show. Allerdings muss man ehrlich sagen, dass man am Nachmittag bereits Bands gesehen hat, die mehr Spielfreude und Energie ausgestrahlt haben.

Die Musik startet am Freitag um 13 Uhr bei trocknem Wetter. Die Hamburger Newcomer von Surface eröffnen auf der Hauptbühne und überzeugen mit einer kraftvollen Show. Den Jungs merkt man an, dass sie echt Bock auf Thrash Metal haben und so schaffen sie es die wenigen Leute vor der Bühne zum Headbangen zu animieren. Gleich darauf wird es voller. Das liegt vermutlich daran, dass die Band Huntress mit einer Frau am Gesang aufwarten können. Die magersüchtig anmutende Frau versteht ihr Handwerk und bietet klarem Gesang und kraftvolle Shouts. Mit weiblichen Acts auf der Bühne geht es gleich weiter, denn die Folk-Metall-Truppe Feuerschwanz hat gleich drei Damen zu bieten. Zur Abwechslung gibt es mal bunte Kostüme statt schwarzer Klamotten zu sehen. Der Spielspaß ist da, auch wenn die Band auf einige etwas zu albern wirkt. Doch die düsteren Töne lassen nicht lange auf sich warten. Die polnischen Death Metal Veteranen von Vader betreten die Bühne und liefern ein präzises Riff-Gewitter ab.
Dass das Metalfest eine gute Abwechslung bietet, zeigt sich beim nächsten Act. Powerwolf bietet Power Metal der Extraklasse und verführt das Publikum zu exzessivem Headbangen und Mitsingen. Der überaus sympathische Frontmann Attila Dorn spielt geschickt mit den Fans und überzeugt mit seinem Charme. Ein absolut gelungener Auftritt.
So hochkarätig geht es gleich weiter. Schwere Eisenskulpturen werden auf die Bühne gebracht und Pyro-Technik installiert. Wieder ist die Bühne in polnischer Hand. Die Death Metal Perfektionisten von Behemoth lassen das Festival-Gelände erzittern. Es tut gut Nergal nach seiner schweren Krankheit wieder in gewohnter Montur auf der Bühne zu sehen. Feuer und Rauch unterstreichen die Kraft, die Behemoth mit ihrer Musik freisetzen. Die Band hat nichts verlernt und bietet eine grandiose Show. Mit der Ansage zu „Conquer All“ unterstreicht Nergal noch mal mit voller Überzeugung, dass er sich durch nichts unterkriegen lässt. So sieht der Kampf gegen Krebs im Metalbereich aus – beeindruckend!

Es wird kalt aber das Wetter bleibt trocken. Die nächste Band kann kommen. Ein besonders heller Spot auf der Bühne zeigt, dass eine Person die nächste Band prägt. Schönling Tobias Sammet und Edguy rocken die Bühne. Dabei kann es Tobias nicht lassen, mit den Fans die altbekannten Mitsingspiele zu betreiben. Die Stimmung ist gut auch wenn die Show etwas gespielt wirkt. Tobias kann es nicht lassen, auf den Geburtstag von Mille hinzuweisen. Womit wir bei der letzten Band des Abends angekommen sind:
Kreator. Mille ist über den Joke des Kollegen nicht begeistert und würgt die Happy Birthday Gesänge ab. In Zukunft sollten die Fans auf den 18. Dezember warten und nicht alles glauben – trotzdem irgendwie lustig. Die Bühne ziert ein aufwändiges Artwork zur neuen Scheibe „Phantom Antichrist“. Allerdings ist davon nur ab und zu etwas zu sehen, da Kreator wieder mal mit Licht spart und sehr viel Nebel einsetzt. Wer will auch schon Mille sehen – Hauptsache die Musik ist laut genug! In den 75 Minuten liefert Kreator alles was die Fans hören wollen. Ein gelungener Auftritt und eine stimmige Erstaufführung des neuen Albums!
Es bleibt kalt aber trotzdem lässt sich die Sonne ab und zu sehen. Eigentlich gutes Festival-Wetter vor allem in Dessau. Das Geröll vor der Bühne führt nämlich bei all zu sonnigem Wetter und heftigem circle-pits zu einer üblen Staublunge. Das bleibt dieses Jahr glücklicherweise aus. Strydegor und Heidevolk eröffnen die Mainstage. Das Gelände vor der Bühne füllt sich langsam. Richtig Stimmung kommt dann bei der Thrash Metal Legende Death Angel auf. Die Spielfreude der einzelnen Musiker ist einfach ansteckend. Die energiegeladene Bühnenaction färbt auf die Metalfans vor der Bühne ab, die mit kräftigem Headbangen antworten.

Zeit für Göteborgsound und Melodic Death Metal. Die Schweden von Dark Tranquillity sind an der Reihe. Dem stets freundlichen Sänger Mikael Stanne vergeht auch nicht die gute Laune bei den technischen Problemen im zweiten Lied. Nach einer kurzen Pause wird dieser kurzerhand übersprungen und mit „Misery’s Crown“ weitergemacht. Dark Tranquillity können wieder mal Ihre Fans begeistern und zaubern zur Abwechslung auch mal ein Song mit Clean-Gesang in die Runde.

Weil man auf einem Festival auch mal was essen muss wird kurzerhand der Grill angeschmissen. Der Hunger ist gestillt und da vergisst man dann auch mal, dass man gerade Ensiferum verpasst hat. Angeblich mit schönem Mosh-Pit. Naja, weiter geht es mit Fear Factory. Die vier Mann sehen irgendwie recht verloren aus auf der ansonsten leeren Bühne. Obwohl die Songs überzeugen kommt die Show recht steril rüber und weis nicht bei jedem Fan zu überzeugen. Das haben wir schon besser gesehen von Burton C. Bell, Dino Cazares und Co.

Jetzt kommen die Desert Rock Fans auf ihre Kosten. Kyuss lives! betritt die Bühne und zeigt eine überzeugende Show. Zeit auch mal zur Zeltbühne zu gucken. Lake Of Tears habe dort das Zelt in Beschlag genommen und liefern eine gute Performance ab. Zurück bei der Hauptbühne sind bereits mittelalterliche Instrumente und Pyrotechnik zu sehen. In Extremo machen sich bereit als letzte Band 2012 in die Nacht und zum (fast)-Vollmond zu rocken. Auch wenn man das Gefühl hat, das nicht alle Besucher bis zum Schluss abgewartet haben sind immer noch genügend Leute da um das Gelände vor der Bühne zu füllen.

Damit endet das Metalfest Germany East 2012. Schlechtes Wetter aber geile Bands & eine schöne Party.

Mehr Infos zum Festival unter:
http://www.de.metalfest.eu/

Hier noch ein paar Bilder vom Festival und den Bands.
Bilder dank freundlicher Freigabe von: Toni Gunner / Mondkringel-Photography.de

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