Mad Max und Axel Rudi Pell / Zeche Bochum

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Axel Rudi Pell hat zum Showdown der „Circle Of The Oath“ Tour in „sein Wohnzimmer“ gerufen und alle , alle sind sie erschienen. Nicht einmal, nicht zweimal nein dreimal(!!!).
Es ist der pure Wahnsinn und zeigt gleichzeitig die besondere Beziehung vom Künstler zu seiner Heimat und „seiner“ Halle, aber auch von den Fans zu „ihrem“ Star einzigartig ist.
Ich möchte nicht raten müssen, wie viele Besucher vom Sonntag auch schon Samstag und Freitag anwesend waren! Einige Fans sahen so aus, als hätten sie in den drei Tagen die Zeche nicht verlassen hätten.
Wie schon vor einigen Jahren hatte Axel die Münsteraner Mad Max mitgenommen, wo diese gut angekommen sind. Diesmal passte es noch besser, da beide Bands auch noch beim selben Label sind.

Mit „Anthere Nicht oft Passion“ haben Michael Voss, Jürgen Bergort, Axel Kruse und Roland Bergmann ein durchaus überzeugendes Album auf den Markt gebracht, dass es nun zu promoten galt.
Nicht ganz ernst gemeint, möchte ich sagen, man merkt Michael Voss die Rock ´n ´Roll Jahre an.
Er ist ruhiger geworden!

Bilder von Mad Max:

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Nun gut, im Vergleich zum Casanova Gig, als Michael beim herumtoben auf der Bühne fast selbige über den Bühnenrand verlassen hätte um ins nichtvorhandene Publikum zu segeln (Das Festival war der absolute Megafon, aber jeder der da war wird es niemals vergessen. Vor allem die Musiker, die wie man sich erzählte immer noch auf ihre Gage warten). Diesen Speed hat der Frontmann heute nicht mehr drauf und ganz so quirlig ist er auch nicht mehr, trotzdem ist er immer noch ein absoluter Frontmann, der genau weiß an welcher Stelle, man mit welcher Pose gut ankommt.
Wie stark die Songs des neuen Albums sind, konnte man im direkten Vergleich gut verfolgen. „Metall Edge“ und „Welcome tot Rock Botton“ mussten sich hinter den Klassikern „Nicht oft Passion“, „Waite Ford The Nicht“ und auch der älteste Song „Lonely ist Theo Hunter“ (vom „Stormchild“ Album)nicht verstecken und fügten sich perfekt zu einem Ganzen zusammen.
Die Band transportierte ihren Spaß in Publikum und die stiegen dankbar in typische Rockkonzert Spielchen mit ein. Erst wenig, aber mit zunehmender Spieldauer immer mehr.

Bilder von Axel Rudi Pell:

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Alles in allem ein Gig der richtig Spaß gemacht hat, was aber auch daran lag, dass alle Zuschauer in der Halle blieben und sich auf Michaels Spielchen einließen.
Der Gag zum letzten Gig, die ARP –Band kam in Verkleidung auf die Bühne und jokte ein wenig. Wurde dankbar angenommen und Michaels „hohe Schauspielkunst“ … „Die kamen mir irgendwie bekannt vor, wer war das denn bloß?“, entlockte so manchem Fan ein leichtes Grinsen.
Nach einer kleinen Umbaupause bekamen wir dann die Bühnendeko zusehen. Burgwand, leuchtende Totenkopfaugen, das Ganze wirkte irgendwie cool!

Nicht peinlich, aufgesetzt oder kindisch, sondern professionell „und in Verbindung mit der perfekten Beleuchtung fast schon genial.
Nach nur wenigen Tönen war klar, diese Band ist einfach ein Gesamtpaket das passt. Charaktere (zumindest auf der Bühne) die sich ergänzen.
Auf der einen Seite der Namengeber in seiner kühlen, leicht arrogant wirkenden Art, auf der anderen der ewig grinsende Ferdy Doernberg, der nach keinen 5 Minuten sein Keyboard schon wieder in Bewegung versetzte, Volker Krawczak aufgebretzelt mit Piratentuch und Sonnenbrille (hochgeschoben) und am Schlagzeug das Tier ach nee Mike Terrana. Es passt, macht ein gutes Gesamtbild und wird von einem wie immer gut aufgelegten, wie ein Irrwisch über die Bretter fegenden Johnny Gioeli, der einfach nur sympathisch rüberkommt perfektioniert.
Ich muss das jedes Mal wieder erwähnen, weil ich ARP auch schon mit Jeff Scott Soto gesehen habe und da haben sich die beidem (Pell und Soto) in ihrer bekannten Art gegenseitig aus dem Spiel genommen. Johnny passt einfach besser und er beweist ein ums andere Mal, dass er das was er auf die CD gebracht hat auch Live singen kann. Bei den Kilometern die er so auf der Bühne zurücklegt – Wahnsinn.

Die Zusammenstellung der Setlist war einfach klasse. Neue Songs und alte Klassiker wechselten sich ab. Die für Pell typischen Soloeinlagen (vielleicht musste Johnny auch nur Luft schnappen) kamen mir diesmal kürzer vor als sonst, gaben mir, als nicht so großer Solo Fan die Möglichkeit die stickige aufgeheizte Halle mal für ein paar Minuten gegen frische Luft zu tauschen.

„Ghost In The Black“ konnte genauso überzeugen wie Circle of the Oath“, „Oceans of Time“ sorgt jedes Mal für Gänsehaut und „Fool Fool“, „Carousell“ und „Nasty Reputation“ lassen wie immer die Halle überkochen.
Natürlich ließen es sich auch die Mad Max Jungs nicht nehmen am letzten Tourtag die Bühne zu entern und mit Iro Perücke und Tröten eine kleine Polonäse auf der Bühne zu veranstalten.

Vor dem Zugaben Teil bekam die Band dann noch eine Goldene Schalplatte für 10.000 verkaufte Singles in Schweden überreicht und für die dreimal hintereinander ausverkaufte Zeche gab es noch den “Sold Out Award“, an dem die Band ihre helle Freude hatte.
Alles in allem um mit Mad Max Worten zu sprechen „Another Night of Passion“ und es bleibt festzuhalten. Da wo ARP CDs nur gut sind, sind die Konzerte und vor allem die in seinem Wohnzimmer ein Erlebnis, dass man so schnell nicht vergisst.

© Konzertfotos: Peter Schickert

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