Interview mit PE SCHOROWSKY

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Ende August erscheint das Soloalbum „Dreck und Seelenbrokat“ von Ex-Böhse Onkelz Schlagzeuger PE SCHOROWSKY, dass durch seinen positiven punkigen Anstrich doch sehr überrascht. Metalize.me führte deswegen ein kleines Interview per Mail mit Pe und beleuchtet ein wenig die Hintergründe zur Entstehung des Albums.

Interview von Robin (metalize.me) mit Pe Schorowsky

Metalize.Me: Hi Pe, wie geht’s?

Pe: Gut, Danke

MM: Wie zufrieden bist bisher du mit deinem ersten Solo Album?

Pe:  Kurz bevor es fertig war schwankte ich immer zwischen Euphorie und Zweifel. Letztendlich ist es ein wirklich gutes Album geworden, dass man bestimmt oft in die Finger nimmt. Ich mag es und es ist mein erstes, da hat man glaube ich eine besondere Beziehung dazu, auch wenn die Geburt etwas länger gedauert hat.

MM: Wann hast du eigentlich die Songs geschrieben? Hast du damit schon angefangen nach eurem Split, oder erst in letzte Zeit? Seit wann gibt es die Idee für dieses Album?

Pe:  Seit Mitte 2008

MM: War die Ausrichtung eigentlich immer klar? Denn letztendlich kam ja eine Platte rauß, die wirklich total überraschen dürfte, da sie so gute wie keine Parallelen zu deiner Ex Band aufweist.

Pe:  Ich finde schon dass sie Parallelen aufweist., bezüglich der Musik und zu Teilen auch der Texte. „Opfer“ zum Beispiel könnte von der Thematik von den Onkelz sein. „Alte Welt“- so ein Shuffle hatten die Onkelz auch schon. Aber man kann sicher behaupten, dass die Scheibe keine Kopie darstellt, ich hatte das auch nicht anvisiert.

MM: Hast du die 12 Stücke denn komplett alleine geschrieben oder hattest du Hilfe beim Songwriting?

Pe:  Bei 3-4 Stücken hat Michael Mainx, mein Produzent, die Stücke mit einem zusätzlichen Part oder einer Abweichung optimiert. Ansonsten sind die Musik und die Texte von mir.

MM: Auf dem Album spielen ja noch Chris Fuetarra (Gitarre), Tobia Exxel (Bass) und Peter Zettle (Schlagzeug) mit. Woher kanntest du die Musiker bzw. wie kam der Kontakt zustande?

Pe: Ein guter Bekannter Namens Till Erdenberger hat den Kontakt zu Eggi und mir hergestellt. Eggi kannte die Onkelz, hörte sich meinen Kram an und mochte es. Chris ist ein Freund von Micha Mainx meinem Produzenten. Und Peter hatte schon für Stephan im gleichen Studio ein paar Stücke eingespielt.

MM: Natürlich stellt sich direkt die Frage, warum du als jahrelanger Schlagzeuger dieses Instrument nicht selbst eingespielt hast?

Pe: Bei mir hätte es 2 Wochen gedauert. Die hatte ich nicht zur Verfügung. Peter ist Studiomusiker und hat es in 3,5 Tagen gemacht.

MM: Hast du eigentlich so gut wie alles bei den Songs vorbereitet, oder konnten sich die Musiker dann beim Aufnahmeprozess auch noch kreativ einbringen?

Pe: Das meiste stand fest. Die meisten Gitarrensolos sind neu. Da konnte Chris sich einbringen, sowie auch kleinere Licks etc. Auch war nicht jeder kleine Drum-brake festgelegt.

MM: Du singst meines Wissens das erste Mal auf einem Album. Ist dies schon immer eine Leidenschaft gewesen und hast du dich in Form von z.B. Unterricht speziell darauf vorbereitet?

Pe:  Von Leidenschaft kann man hier nicht sprechen, ich wollte zunächst gar nicht singen. Da ich aber keinen Sänger zur Hand hatte, hab ich es dann doch gemacht. Am Anfang klang es echt übel. Mit der

Zeit und den gezielten Anweisungen des Produzenten wurde es immer besser. Unterricht hatte ich keinen.

Ehemaliger Schlagzeuger der Böhsen Onkelz kann auch Singen

MM: Woher nimmst du die Themen für deine Texte? Woher kommt die Inspiration dafür und versuchst du, extra solche Umschreibungen einzubauen, wie z.B. „und für die Verwandtschaft ein Nachschlag für den besten Chor“, anstatt einfach „für die Onkelz Fans“ zu singen?

Pe:  Die Inspiration kommt von der eigenen Erfahrung, die ich dann umgestalte. Diese Umschreibungen mache ich extra; als Stilmittel.

MM: Kann es sein, dass ich min. einmal bei „Viel zu schön“ den Stephan als Background gehört habe? Und wenn ja, gab es da noch ein paar Gastbeiträge, evtl. auch von anderen Musikern?

Pe: Die Refrains sind leicht von einem Background-Sänger unterlegt. Nur ganz leicht, damit sie sich noch runder, harmonischer und fetter anhören. Franco Leon hat das gemacht.

Besonders gelungene Songs auf dem Album

MM: Hast du einen Song auf dem Album, von dem du findest das er dir ganz besonders gelungen ist?

Pe:  Jeder Song ist anders. Ich finde sie alle gut ausser dem Sprechgesang am Anfang von „Opfer“,ich mag solche Passagen generell bei Liedern nicht so gerne.  Da gab es aber keine Alternative und wenn ich die Stelle so nebenbei anhöre, fällt es mir nicht auf.

MM: Was sind deine Erwartungen mit dem Album oder hegst du irgendwelche Hoffnungen damit, wenn es Ende des Monats in die Läden kommt?

Pe:  Ich hege :-) , bin aber demütig. Es kommt wie es kommt.

MM: Wie sind denn die bisherigen Reaktionen, die du schon erfahren hast? Freunde, Familie, Presse, Fans etc.?

Pe: „Schweinekarre“ auf dem „New German Rock-Sampler“ kam ja schon mal gut an. Das Video „Nur noch n Tag“  kommt sensationell gut an. Bessere Kritiken kann man sich nicht wünschen. Über diesen Umstand bin ich sehr happy. Aber ich bin gespannt, wie die restlichen 10 Songs ankommen.

Pe Schorowsky Live und auf Tour

MM: Wird es denn Live Aktionen geben? Ist da was geplant oder hängt das von verschiedenen Faktoren ab? Und falls ja, ist schon geplant wer dann als Musiker diese Auftritte bestreiten könnte?

Pe: Nein, ich mache gleich noch eine CD. 12 Songs sind zu wenig für eine Tour. Als Vorband möchte ich nicht auftreten, da legt man nur drauf.

MM: OK, natürlich ist es fast unausweichlich, auch bei dir die Vergangenheit anzusprechen. Ich möchte da aber bis auf eine Ausnahme sehr offene Fragen stellen und es weitestgehend dir überlassen, welche Themen du anschneidest. Deswegen  möchte ich dir gerne einfach die Namen deiner Ex Bandmitglieder nennen und du sagst einfach dazu was du möchtest. In wieweit du Kontakt pflegst, was diese über das Album sagen, wie es ihnen geht oder was sie selbst gerade tun. Es bleibt dir überlassen was und wieviel du sagen möchtest. (Anmerkung der Red: Eigentlich war es jetzt vorgesehen, die drei Namen der anderen Onkelz Mitglieder zu nennen. Pe entschied sich aber dafür, dies in einem Absatz mit nachfolgendem zu beantworten, was man respektieren sollte und was man auch gut so stehen lassen kann.)

Pe: Es sind Menschen wie Du und ich. Gehen ihren eigenen Weg. Mal geht man sich mächtig auf den Sack und dann ist wieder alles bestens. Die Dinge ändern sich ständig. Ich will keine dauerhafte Aussage über sie machen.  Gegenseitiger Respekt und eine konstruktive Einstellung sind mir wichtig.

Böhse Onkelz Re-Union?

MM: Und eigentlich hätte ich niemals solch eine Frage gestellt, aber durch eine Schlagzeile in der RockHard News letzte Woche horchte natürlich auch ich auf. Eine musikalische Zukunft mit den eben aufgelisteten Personen. Was könnte da deiner Meinung nach mit Stand von heute in der Zukunft realistisch drin sein?

Pe: Wenn es etwas definitives geben sollte, wird es auf Onkelz.de zu lesen sein.

MM: Hast du eigentlich eine Meinung zu den ganzen Onkelz Coverbands und deren Entwicklung, sprich das in letzter Zeit ein regelrechter Boom an Deutschrock Bands ausgebrochen ist? Wie siehst du diese Entwicklung und gibt es evtl. sogar Bands zu denen du Kontakt hast oder die du magst?

Pe: Dass es Coverbands gibt, sagt aus, dass die Onkelz richtig gut waren. Das ist eine Ehre. Ich hab keine Meinung zu dem Boom und habe auch keinen Kontakt.

MM: Was hörst du eigentlich privat derzeit am liebsten?

Pe: Ich habe gerade Bad Religion wieder für mich entdeckt. Ich fand sie früher schon immer gut.

MM: Und was sind deine All Time Faves? Nenne bitte drei Stück, egal ob Band oder Lieder oder Alben.

Pe: Bad Religion, Gluecifer’s  CD „Automatic Thrill“, Red Hot Chilli Pepper’s  „Wet Sand.“

MM: Und zum Schluss, stelle dir doch eine eigene Frage, deren Antwort du schon immer einmal der Öffentlichkeit mitteilen wolltest.

Pe: Philosophisch gesehen ist alles am gleichen Ort, zur gleichen Zeit und doch wiederum nicht. Jeder und alles ist das gleiche und doch wiederum nicht. Ich bin aber nicht der einzige, der das je mitgeteilt hat. Mehr Respekt, weniger Hektik sind vorteilhaft.

MM: OK, Pe, ich danke dir vielmals für dieses Interview, wünsche dir alles Gute und viel Erfolg mit deiner geilen „Gute Laune“ Solo CD und sage mal bis bald….

Pe: Du hast Dir echt Gedanken gemacht. Danke Dir auch !

Das Review zur aktuellen Scheibe, die am 31.08.2012 in die Läden kommt findet ihr hier: Pe Schorowsky mit „Dreck und Seelenbrokat“

 

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