GODS OF BLITZ, 25.05.2012, Lido, Berlin

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Es ist Freitag Abend, halb zehn. Das Licht geht aus.
Gods of Blitz in Originalbesetzung. Die schlichte Ankündigung auf Facebook Anfang Januar sorgte dafür, dass das Lido bereits Monate vor der Veranstaltung bis auf dem letzten Platz ausverkauft ist.

2004 wird die Band aus den ehemaligen Mitgliedern der Band „Electric LizardSebastian Gäbel, Olli Wong und Jakob Kiersch gegründet. Jens Freudenberg kommt als zweiter Gitarrist dazu und unterstützt den Gitarren lastigen Rocksound.
Schnell gelten Gods of Blitz als neue deutsche Rockhoffnung. Ihr Sound erinnert an eine Mischung aus The Hives, Franz Ferdinand und den angesagten „The“ Bands des Jahres.
Was folgt ist ein Plattenvertrag mit Four Music und das 2005 erscheinende Debütalbum „Stolen Horse“.
Touren mit Maximo Park, Festivalauftritte und das für Bands schwierige zweite Album folgen zwei Jahre später. Und dann ist schon wieder alles vorbei.
Sänger Sebastian Gäbel verläßt die Band, zieht nach Schweden zu seiner Frau und gründet die Band Fox Machine.
Zwar wird mit Nico Kozik Ersatz gefunden und mit ihm das dritte Album ‚Under The Radar‘ veröffentlicht, kurz drauf wird die Band aber offiziell-inoffiziell aufgelöst.

Und jetzt dieser Abend. Vier Jahre nach dem Ausstieg von Sebastian werden Gods of Blitz also ein letztes Mal gemeinsam live auf der Bühne stehen. Doch halt…es gibt noch ein Zusatzkonzert zwei Tage später, um keinen Berliner Fan unglücklich zurück zu lassen. Natürlich ist auch dieser Tag ausverkauft.

Es ist Freitag Abend, halb zehn. Das Licht geht aus.
Mit ‚Greetings from Flashbackville‘ schaffen Gods of Blitz den perfekten Opener.
Die Menge jubelt, die Band fegt über die Bühne. Kraftvoller Bass wechselt sich ab mit hämmernden Gitarren. Die Band hat nichts an Druck verloren und klingt immer noch als würden sie ursprünglich aus Schweden oder England stammen.

Es gibt keine großen Ansagen an diesem Abend. Von Abschiedsstimmung ist nichts zu spüren. Weder beim Publikum noch bei der Band. Eher wird der Eindruck erweckt, die Band spielt nach ausgedehnter Tournee den Abschlussgig in ihrer Heimatstadt. Und irgendwie ist es auch genau das.
Deutlich ist den einzelnen Bandmitgliedern der Spaß anzumerken. Es wird gestrahlt, gescherzt, sich gegenseitig Raum auf der Bühne gegeben und immer wieder applaudiert Sebastian Gäbel dem Publikum, das bis zur letzten Reihe unermüdlich jeden Song mitsingt. Persönliche Befindlichkeiten, die es vielleicht früher mal gab haben heute Abend auf dieser Bühne keinen Platz mehr.

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Statt der vielleicht erwarteten Ansage, warum, wieso, weshalb und ob es jetzt weitergeht, haben die Jungs einen neuen Song im Gepäck.
‚Bright Light‘ heißt die Nummer, weil ‚Am Ende des Tunnels immer Licht ist‘ sagt Gäbel.
Vielleicht ist das auch der Moment in dem klar wird, dass es wirklich ein Abschiedskonzert ist. Hier steht eine Band auf der Bühne, die sich weiterentwickelt hat. Künstlerisch, menschlich, spielerisch. Eine Band die sich ihrer Wurzeln bewusst ist und stolz darauf ist, was sie gemeinsam geschaffen haben.

Gods of Blitz spielen sich ekstatisch und gut gelaunt mit wunderbarer Leichtigkeit durch die ersten beiden Alben als wären sie nie fort gewesen.
‚New Wave Wipe-Out‘, ‚I Know That You Know That I Know‘, ‘Think About The Missing Link’ und ‘Ennuie’ haben nichts an Frische verloren. Die Songs klingen, als wäre die Band grade aus dem Studio gekommen und würde den Fans das erste Mal die neuen Songs präsentieren. Bei ‚The Rising‘ gibt es kein Halten mehr und irgendwann steht Sebastian Gäbel nicht mehr auf der Bühne sondern inmitten der Fans – spielt, singt, feiert.

Hier spielt eine Band, die ihren Fans das fehlende Abschiedskonzert schenkt und mit ihnen gemeinsam eine große Party feiert. Es wäre schön, wenn sie dies jedes Jahr einmal tun würden.
Es ist Freitag Abend, halb zwölf. Das Licht geht an.

Gods of Blitz sind:
Sebastian Barusta Gäbel – Gesang/Bass
Olli Wong – Gitarre
Jens Freudenberg – Gitarre
Jakob Kiersch – Drums

http://www.godsofblitz.com/
Hier gibt es auch den neuen Song ‚Bright Light‘ zum gratis Download

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