Metal Fortress am 19.01.2013 mit Rotten Corpse und Phobiatic

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Bei Arscheskälte und mit viel zu niedrigem Randalepegel erreiche ich die Astrastube. Erstmal rein da – in den Kiosk gegenüber – und ein paar Hülsen Spaßwasser gekauft. Scheiß auf Eintritt, ich geh so rein und treffe gleich den ersten Rot N Roller. Beim Soundcheck fällt auf wie routiniert die Band mittlerweile ist.

Rotten Corpse bringt den heftigen Death-Grind-Train mit markanten Riffs ins Rollen. Schippe um Schippe, erst „Five Bullets“ dann „Rotten Corpses„, wird in den Ofen geschaufelt, aber der Hobel nimmt heute zu Beginn nur widerwillig Fahrt auf. Nach einem professionellen Handkantenschlag auf den Amp ist auch der bescheidene Gitarrensound behoben und die Band wirkt wesentlich sicherer und tighter. Es folgt das mega-fette „Whore Ripper„. Die Posen wirken entfesselter und ich bin davon überzeugt, dass sich beim nächsten Gig in der Stube ein kleiner aber feiner Circle Pit um den Sänger bilden wird, wenn sich das 15 Meter lange Mikrokabel nicht wieder um die Beine jedes zweiten Gastes schlängelt. Die Setlist setzen die Cörpse mit zwei neuen Stücken „Via Appia“ und „Rohes Fleisch“ fort, zu denen es sogar eine kurze Ansage gibt und die durch gekonnte Breaks und Ausflüge in Gitarrensoli-Höhen den Höhepunkt in der Setlist markieren. Für den engagierten Auftritt vor ca. 25 Zuschauern ernten Rotten Corpse einigen Beifall und machen nach etwas mehr als 30 Minuten Platz für die Ruhrpott-Deather Phobiatic, die heute zum ersten Mal in der Astrastube auftreten. – Bericht von Tcherno Bill

Nach dem Auftritt in der gemütlich-engen Location unter der Sterbrücke ist jedem Anwesenden bewusst, dass es für ein Hammer-Set keinen besseren Aufbewahrungsort als ein Gesicht gibt. Wie ein MG ballert der Drummer auf alles und jeden, der auch nur daran denkt zu atmen. Der Axtmann läutet frickelig die Endzeit ein. Die Essener servieren nicht nur technisch anspruchsvolle, sondern überzeugende Brutalität, variabel und durchdacht. Die Bekloppten vor der Bühne lassen die Köpfe rotieren, schön synchron im Takt. Angesichts der Up-Tempo-Attacken ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Haare fliegen, schmutzige Worte werden gegröhlt, schmierige Körper quetschen sich auf der Route zwischen Toilette, Bühne und Theke aneinander. Der Laden schwitzt.

Schön ist auch das Zusammenspiel der Band anzusehen, Sänger Chris gibt hin und wieder Ansagen von sich, die einen schmunzeln machen „Kennt ihr das Youtube Video wo sich einer einen Schraubenzieher mit der dicken Seite ins Schwanzloch steckt, darüber ist unser nächster Song“. Man man man, Kinnings. Essen ist fertig! Brutales Konzert, das die anwesenden Maniacs in Schweiß bringt und zu begeistern weiß. Hut ab und schönes Ding sag ich da nur. Metal Fortress macht einfach Spaß. – Bericht von Thomas

©Artikelfoto: Astrastube

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