Krisiun im Hafenklang 15. August 2012

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Das aus Brasilien stammende Death-Metal-Geschoss Krisiun (benannt nach dem Mondkrater) gibt sich heute im Hafenklang die Ehre. Den Supportslot füllen einerseits die junge Band Dawn of Obliteration, dazu gesellen sich Devastator, die seit 10 Jahren den Underground unsicher machen.

Veranstaltet wird der heutige Kulturabend im Hafenklang. Die Tatsache, dass heute Mittwoch ist scheint die Anwesenden nicht zu stören, ausverkauft ist der Schuppen nicht, aber gut gefüllt und wegen der lauen sommerabendlichen Temperaturen darf auch der Barkeeper nicht klagen.

Devastator sind für mich etwas überraschend als erste an der Reihe der Meute vor der Bühne einzuheizen. Der Hobel kommt nicht sofort in Fahrt, lockt aber nach und nach mehr und mehr banger vor die Bühne. Lennys psychopatisches Mienenspiel verleiht dem Auftritt ein Stück Pathos und hinterlässt bei mir hin und wieder ein Grinsen im Gesicht. Der Sound der Band kommt schwer und basslastig, so dass auch die Magengrube auf ihre Kosten kommt. Soweit so gut – feiner Gig zur Einstimmung auf das, was da heute Abend noch auf uns zukommt!

Dawn of Obliteration sind recht neu im Underground und haben schon mit 2 Gigs ihre Musik durchs Publikum gejagt. Zu Beginn des Sets erinnert der Sound ein Stück weit an die mächtigen Bolt Thrower und punktet in Sachen Rhythmus schon mal klar. Der Pit ist noch verhalten, aber das ist verschmerzbar. Den Jungs auf der Bühne merkt man doch einen Happen Aufregung an. Die meisten Leute im Publikum schauen interessiert und wippen mit, hier und da wird gebangt. Gitarrist Michael hat ein paar Probleme mit dem Sound und kommt kurzzeitig raus, aber findet sofort wieder sicheren Halt im Song. Ein guter solider Gig von einer Band mit viel Potenzial. Ich finde es schön, dass die Death Metal Szene Hamburgs mit einem weiteren kleinen Rohdiamanten aufwarten kann. Nur die Bühnenperformance und etwas mehr Pathos zur Musik wären wünschenswert. Übungssache.

Nach einer etwas längeren Umbaupause geben Krisiun alles, um der Meute den Hintern zu versohlen. Astreine Blasts ohne Ende. Schon zu Beginn zeigt die Band warum sie immer eine Perle des Underground Death Metal gewesen ist. Immer fanfreundlich und dankbar gibt sich das Trio auf der Bühne. Jeder Song scheppert was das Zeug hält. Beim unerbittlichen Schlagzeugspiel Max Kolesnes kriegt man die Tür nicht mehr zu. Songs aus den letzten drei Alben wie „Bloodcraft“ oder „Violentia Gladiatore“ hautn auch den letzten Schmalzpfropfen aus den Gehörgängen. Da vor der Bühne brav geschwitzt und gebangt wird schießen die Brasilianer mit „Black Force Domain“ direkt in die Menge und töten die letzten, die noch stehen!

Unterm Strich bleibt ein großartiger Gig der Headliner, der vor allem im Hafenklang seine Wirkung entfalten kann. Ehrlicher Death Metal und eine Zugladung Headbanging und Circle Pits – Herr was willste mehr?

Infos zu den Bands:

Krisiun:  http://www.krisiun.com.br/

Dawn of Obliteration:  http://www.dawnofobliteration.de/

Devastator:  https://www.facebook.com/officialdevastator

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