Hamleypa, Signum Karg, Fäulnis, Kratein im Bambi Galore

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Wenn sich in Hamburg der Black Metal Underground präsentiert und dieser noch ins Bambi Galore pilgert, dann gibt es wieder ordentlich Schwarzkunst um die Ohren.
Diesmal dabei sind, KRATEINFÄULNISSIGNUM KARG und HAMLEYPA.

Das ausverkaufte Konzert spricht Bände wie sehr diese Musikrichtung in Hamburg gefragt ist, vor allem wenn Fäulnis und Kratein sich präsentieren (letztere sind eher ein Geheimtipp). Der lokale Support stimmt den Abend in wohlwollender Schwärze ein. Den Anfang machen hier Hamleypa. Der Einstieg ist zum Anfang etwas schwer, der basslastige Sound macht es schwierig die Mitten und die Tiefen der Gitarre herauszuhören. Dabei ist der Flair des Sounds eine Mixtur aus „Wolves In The Throne Room“ und „Austere“ (Um hierbei mal ein Bild des Bandsounds zu bekommen). Die Länge und Monotonie der Songstrukturen sowie die melancholische Untermalung bilden ein stimmiges Gesamtbild was dem Publikum recht gut gefällt. Des Sängers Schreigesang setzt nochmals ordentlich Akzente, während er frei auf der Bühne agiert. Die starre Performance der anderen Bandmitglieder mildert den Gesamteindruck, dennoch kommt die Band gut an als Opener.

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Nach einer etwas längeren Umbaupause kommen Signum Karg mit verbundenen Augen auf die Bühne. Was für einige verstörend oder auch albern wirkt, ergibt ein Konzept das scheinbar einzigartig anmutet, aber im musikalischen Kontext nicht sofort aufgeht. Was hierbei aber an dem etwas ungewöhnlichen Sound der Band liegt. Man versucht Atmosphäre aufzubauen aber anstatt auf den Punkt zu kommen spielt man um den heißen Brei. Was sehr schade ist, da hier ein großes Potenzial vorhanden ist. Der Klargesang ist als Idee wirklich lobenswert, allerdings muss auch dieser etwas mehr geübt werden, damit er beim nächsten Live-Gig sich vollends entfalten kann.

Doch gibt der Vierer alles trotz unangemessenen Zwischenrufen seitens der Zuschauer wie z.B. „Ihr seit scheiße“.
Nach etwas mehr als dreißig Minuten verabschiedet sich die Band.


Schon jetzt merkt man wie sehr die Leute Fäulnis erwarten und sich alle vor den Brettern versammeln um der Band möglichst nah zu sein.Gleich zu Beginn kocht es in dem schon warmen Gewölbe des Bambi Galores. Fäulnis lassen sich nicht lumpen und zeigen eine mit Energie und Pathos durchzogene Show die nur so vor Authentizität und Intensität strotzt. Songs wie „Landgang“ oder „Weltuntergang Folgt“ lässt Sänger „Seuche“ auf den Boden sinken und kauernd vor den Monitoren liegen. Die immer wiederkehrenden Selbstmisshandlungen von „Seuche“ gibt dem Ganzen eine selbstzerstörerische und morbide Note, welche durch den quälenden Unterton nochmals an Stärke gewinnt. Der eigene Sound trägt dazu bei, das die Songs nie langweilig werden und jedes mal auf’s neue begeisternden Applaus herhalten.

Kratein hingegen gelten seit dem letzten „Under the Black Sun Festival“ als Geheimtipp dem sie auch an diesem Abend gerecht werden. Spielen sie doch Depressiven Black Metal mit abwechslungsreichen Songwriting das sich zwischen traurigen Melodien und stampfender Raserei wälzt. Auch Sänger „Ct. Metus“ gibt dem Konzert eine ganz eigene emotionale Note, seine Gestikulierung zeigt von schmerzvollem Kopfgreifen bis hin zum wilden headbangen alle Seiten der Gefühlslagen. Ähnlich wie „Seuche“ von Fäulnis gibt auch er sich dem Pathos hin, der auch musikalisch den Abend bestimmte. Frederic, auch bekannt aus der Band „Todgelichter„, spielt auf der Gitarre feine Melodien die sich wie ein wohliger Schauer durchs Gehör bahnt. Die blastenden Rasereien ergeben einen wunderbaren Kontrast zu dem traurigen Unterton.

Das Konzert findet trotz gesunkener Zuschauerzahl vor der Bühne ordentlichen Anklang, dabei bilden die Songs musikalisch ein rundes Bild, welches dem Abend einen würdigen Abschluss erweist.

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