Aphrenety (Hamburg) & Golem (Berlin), am 19.November 2011, Astra Stube Hamburg

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Die monatlich stattfindende Veranstaltung „Metal Fortress“ bringt uns regelmäßig mehr oder weniger lokale Bands, die mehr oder weniger im (vorwiegend Death-)metallischen Untergrund verwurzelt sind in die Astra Stube. Diesmal dabei: die weniger bekannten Aphrenity aus Hamburg und Golem aus Berlin. Zweitere sind schon seit 1991 mit ihrer Demo „Visceral Scab“ im Underground bekannt und haben sich seitdem zu einer technisch anspruchsvollen Death Metal Band entwickelt.

Das letzte Album „Dreamweaver„, dass bei Nuclear Blast erschienen ist, liegt allerdings schon ganze sieben Jahre zurück, in diesem Sinne entpuppt sich die Band heute Abend als echter Geheimtip!

Es geht los mit Aphrenity. Schon der erste Song „Beneath The Debris“ klingt stark nach Trivium und kann sich höchstens durch einige Blast-Passagen eine gewisse Eigenständigkeit bewahren. Aber auch gesanglich und kompositorisch wird man im Verlauf des Konzertes immer wieder an die ambitionierten Amerikaner erinnert.

Was der Hamburger Band allerdings fehlt, ist ein richtiger Frontmann mit einem merklich druck-volleren Organ. Zwar gibt sich Sänger und Gitarrist Marko redlich Mühe, schafft es aber nicht zu überzeugen – sei es im klaren Gesangsbereich oder bei den Shouts die nur flach aus der Anlage krachen.

Was man den Jungs zugutehalten kann ist, dass sie wirklich gut eingespielt sind und  an der Gitarre ihr ganzes Können zeigen, vor allem im Bereich der Melodien und Doppelleads. Einige Songs wie „Insomnia“ oder „Bad Contrary“ zeigen dann auch, dass die Band noch Potential nach oben hat.

Als zweites kommt die Berliner Band Golem auf die Bühne, und dass es heute nicht ganz so voll ist in der „Metal Fortress“, mag an dem langen zeitlichen Abstand der letzten Veröffentlichung liegen und daran, dass es hier auch nicht um die Vorstellung eines neuen Albums geht.

Wer sich heute dennoch für einen Besuch in der Astra Stube entschieden hat, bekommt dafür ein ganz besonderes, ja, nennen wir es mal „Death-Metal-Kammerspiel“ geboten; und „Kammerspiel“ ist hier tatsächlich ein passender Begriff, der nicht bloß auf die Größe der Astra-Stube anspielt.

Mit ihrem irgendwie zurückhaltenden – aber nicht unsicheren – und sehr bedächtigen Auftreten bildet die Band eine interessante Abwechslung zum Genre-Standard und gleichzeitig auch einen wunderbaren Hintergrund, vor dem der letztendlich doch so brutale wie melodische Death Metal, der sowohl vom Gesang als auch vom technischen Können der Band-Mitglieder stark an Carcass erinnert, eine ganz besondere Wirkung entfalten kann.

Die Songs und die Attitüde der Band haben eine gewissermaßen hypnotisierende Wirkung und so breitet sich von Anfang bis Ende des Konzertes, ganz gemächlich eben, (Ansage: „(…) wir schreiben ja nur alle 20 bis 30 Jahre einen neuen Song (…)“) eine Atmosphäre aus, die an einen Zustand des Schwebens und der Zeit- und Schwerelosigkeit erinnert.

Und da tatsächlich auch der eine oder andere neue Song dabei war, dürfen wir ja vielleicht hoffen, schon in wenigen Jahren mit einem neuen Album beglückt zu werden…

Setlist Golem:
Al Ghanor
Starchild
Neu 2 (Flagolett)
Tomb
Rose
Pain Amplifier (neu)
Neu 3 (Bartok)
Faces

Zugabe:
Thorne
Old Father

Mehr Infos zu Golem unter:
http://www.golem-metal.de/

Mehr Infos zu Aphrenety unter:
http://www.myspace.com/aphrenety/

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