KRAWALLBRÜDER mit Blut, Schweiß Und Keine Tränen

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Schwer, wenn einem die Promomaschinerie schon alles aus den Fingern genommen hat. Keine Frage, irgendwie kam man am Appetithäppchen zur neuen Krawallbrüder Scheibe nicht vorbei. Bestellung beim bekannten oder bekanntesten Mailorder … zack Krawallbrüder Promo, im Heft von Chefredakteur Götz K. … zack Krawallbrüder Promo.
Irgendwie macht es Sinn, denn viele (ehemalige) Oi Bands drücken mit aller Macht in den Metal Sektor und warum sollte man einen der größten Märkte außen vor lassen.
Sicher viele Schreiber kennen nur Böhse Onkelz und wissen, dass die immer noch eine große Fanschar haben. Da kann man doch schnell ein wenig abzwacken. Das haben die Labelkollegen von Frei.Wild ja auch schon geschafft (Ich gebe zu, dass ich damals angetan war von ihrer Scheibe “Hart am Wind“ war, mir der Rummel dann aber zu viel wurde und „Gegengift“ gar nicht erst in meinem CD Player gelandet ist).
Die Krawallbrüder versuchen den Schritt nun auch zu gehen und treffen, wenn man mal auf diversen Oi Seiten nachliest nicht unbedingt auf ungeteilte Zustimmung bei den Hardcore Fans der Szene, denen ist „Blut, Schweiß…“ eindeutig zu sehr in die Deutschrock Ecke gerutscht.
Was für Oi und Punkrock Fans eher negativ ist, ist für die Metalgemeinde doch eher positiv und so schlimm wie es gemacht wird finde ich die Scheibe nun nicht auf Kommerz ausgelegt.

Der Sound ist nicht mehr so „Underground“, sondern wirklich gut und trotzdem ist die Scheibe alles andere als glatt poliert!
In Punkto Songwriting und Gefühl für Songs die im Ohr bleiben haben die Brüder auf ihren ersten 4 Scheiben so viel gelernt, dass man ihnen auch hier keine Vorwürfe machen kann. Alles Paletti und im oberen Bereich!

Im Grunde gibt es nur zwei Dinge zu bemängeln und die treten doch ganz fein auf die Euphoriebremse. Das erste, und da spreche ich nun aus der Sicht des Headbangers und nicht des Oi-Insiders. Die Bands, die in diesem Genre (aber auch im Punkrock) langsam gewachsen sind und sich nun dahin erweitern wollen auch in der Metalszenerie Fans zu finden ist groß. Da muss man so langsam etwas mehr bringen als eine durchaus charakteristische Stimme und einen gewachsenen Sound.

Klar, haben die Brüder über Jahre ihren Sound geschmiedet, aber irgendwie haben sie es ein wenig verpasst, das Besondere einzubauen. Da wo Toxpack oder auch Betontod aus dem anderen Genre, die richtigen Einsprängsel eingebaut haben, ziehen die Brüder ihr Dingen knallhart durch. Ob das reicht um den Fans der harten Klänge zu beweisen, dass sie neben Onkelz und Frei.Wild auch noch die Krawallbrüder brauchen? Hm!
Das zweite ist der Pathos, der mir hier z.T. ein wenig zu hoch gehängt wird. Ist schon klar, es gehörte dazu das Leben auf der Straße, die Freunde und den Alk hochleben zu lassen. Ist doch auch geil! Ich weiß zwar nicht wie viele Kids und Jugendliche, die aus Mittel- und Oberschicht stammen, mittlerweile Fans der Brüder sind. Wenn diese dann die Texte in Papas gut sortierter Kellerbar singen, anstatt unter irgendwelchen Brücken zu feiern und Gefahr zu laufen von Toto und Harry eingefangen und belehrt zu werden, dass man das nicht machen darf.

Wie viele Hörer träumen von echter Freundschaft und wissen genau, dass der Freund, mit dem sie grad diesen Song singen, sie morgen in den Arsch treten wird?

Und ja, wir trinken alle gerne unser Bierchen und wir gröhlen dabei auch gerne mal ein kleines Säuferliedchen, aber manchmal nevt die Alk-glorifizierung schon und das zugekniffene Auge wie früher bei Dimple Minds oder auch den Toten Hosen sieht man hier nicht mehr!
Versteht es bitte nicht falsch, ich weiß dass als die Themen Freunde, Saufen, Kloppen und durch die Straßen ziehen zum Oi gehören wie das Haarspray zum Glam Rock und die „Oho“Mitsingspielchen zu Stadion Rock und die Growls zum Death Metal, aber man kann alles auch ein wenig geschickter verpacken.

Fazit:
Die Krawallbrüder haben ihre Fans und werden mit Sicherheit auf der Tour viele gut gefüllte Clubs bespielen. Im Vergleich zu Broilers und Betontod und anderen Cands, die den Sprung zum Metal Publikum geschafft haben fehlt noch das gewisse Etwas, was auch Fans außerhalb der Oi Szenerie richtig anspricht.

[xrr rating=6.0/10]

Trackliste:
1. Intro
2. Morgen Die Welt
3. Ich Und Dein Leben
4. Soweit Die Flügel Tragen
5. Der Den Du Heute Freund Nennst
6. Willst Du
7. Blut, Schweiß Und Keine Tränen
8. Ein Neuer Tag
9. Solange Wir Wie Brüder Sind
10. Trinker

: März 2012
Genre: Oi / Deutsch Rock
Label: KB-Records
Website: https://www.krawallbrueder.com/

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