Face To Face mit Laugh Now, Laugh Later

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Fast laufen sich unter der Rubrik Geheimtipp, dabei existieren die Punkrock-Kalifornier von Face To Face doch bereits seit 1991. Ihr bislang letztes Album erschien indes 2002 („How To Ruin Everything“). Nach dem Split 2004 melden sich FTF in veränderter Besetzung nun zurück – mit einem gelungenen Comeback-Album, das sich nicht auf  ausgetrampelten Punkpfaden bewegt.


Should Anything Go Wrong„, lautet die Frage im Opener, und bratzige Gitarren geben sofort die Antwort: Nein! Hier präsentieren sich FTF von untadelig knüppelnder Rock-Seite, inclusive catchy Refrain. „It’s Not All About You“ benutzt klassische Punk-Elemente, um einem lupenreinen Classic-Rock’n’Roller den nötigen Rotz-Anstrich zu geben. Nach zwei Tracks ist die Alben-Vorgabe klar: nur purer, schlichter Straßen-Punk findet nicht statt – dafür haben FTF genug andere Talente in der Hinterhand.

Die Jungs beweisen sich immer wieder als vielseitige Könner. (Fast) ohne dabei in gewisse Mainstream-Abgründe  abzurutschen, auch wenn sie mitsingtaugliche Refrains und sogar Pop-verdächtige Elemente einbauen. Denn trotz effektvoller Drums gerät „The Invisible Hand“ ein wenig zu eingängig. „Bombs Away“ macht es besser, und kommt dank klarer Geradeaus-Linie und mehr Drive viel besser auf den Punkt. Der Alben-Rausschmeißer „Under The Wreckage“ fasst die FTF-Qualitäten noch einmal eindrucksvoll zusammen: viel Energie in Verbund mit oft prächtiger Song-Dramaturgie, hier sogar mit Twang-Gitarren-Anklängen zwischen Eddie Cochran und Chris Isaak.

Gesanglich steht Trever Keith natürlich im Vordergrund, und findet den rechten Grad an Aggressivität, ohne dabei in entnervende Gröhl-Tiraden zu verfallen. Die Chöre der Kollegen flirten gern mal mit Pop-Appeal, ohne deshalb satte Rock-Riffs allzulang in der Ecke stehen zu lassen. Scott Shiflett zupft einen blitzsauberen Bass, Danny Thompsons Drum-Schießbude feuert allerlei harte Breitseiten aus den Boxen. Chad Yaro und Trever geben mit ihren E-Gitarren die Zielrichtung vor.

Trever Keith erläutert zum neuen Werk: „Es ist eine typische Face To Face-Platte. Voller Energie, schnell und auf den Punkt. Songwriting und Arrangements kommen ohne Bombast oder überreizte Sentimentalitäten aus. Es ist eine ehrliche und wilde Punkrock-Platte!“

Klar, Promo-Getrommel gehört auch bei beinharten Rockern längst zum Geschäft. „Laugh Now, Laugh Later“ ist sicher kein bahnbrechendes Album, will es – erfreulicherweise – auch nicht sein. Eher eine aktuelle Bestandsaufnahme mit weit mehr als nur ordentlichen Songs. Dieses Wiederhören macht Spaß, und beweist, wieviel aus dem strapazierten Bereich zwischen Grund-Punk und Pop-Rock noch herauszuholen ist – wenn man es richtig anpackt. Face To Face wissen, wie das geht.

[xrr rating=8.0/10]

Tracklist:
1. Should Anything Go Wrong
2. It’s Not All About You
3. The Invisible Hand
4. Bombs Away
5. Blood In The Water
6. What You Came For
7. I Don’t Mind And You Don’t Matter
8. Stopgap
9. All For Nothing
10. Pushover
11. Under The Wreckage

Release-Date: 06.06.2011
Label: EMI
Stil: Melodic Punk

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