WITCHCRAFT mit Legend

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WITCHCRAFT legen mit „Legend“ ihr viertes Album vor, jedoch das erste auf ihrem neuen Label Nuclear Blast und können mit guten Melodien, ausgefeiltem Songwriting und druckvollem Sound sehr überzeugen – und schaffen es evtl. sogar den ein oder anderen Skeptiker mal in die Retro Schiene reinhorchen lassen.

Man bekommt schon ein wenig den Eindruck, hier alte Kamellen aus den 70igern zu hören und wird nicht selten an Bands wie BALCK SABBATH und CO zu ihren Anfangstagen zu hören. Doch der gewaltigste Unterschied ist wohl der Sound, der deutlich klarer und druckvoller und somit eben zeitgemäß daher kommt. Was dann insofern die Scheibe viel hörenswerter macht. Und auch wenn ich epersönlich nicht wirklich viel von dem ganzen Retro Gehabe halte, kann man sich WITCHCRAFT noch ganz gut anhören. Zum einen liegt das an dem eben schon erwähnten richtig guten Sound, der die Brücke zwischen alt und neu schlägt und zum anderen an richtig ausgefeilten Ideen und guten Songstrukturen, die überlange Songs ständig interessant halten und gute Hooklines aufweisen.
Seltsam muten nur manchmal die abrupten Enden der Songs, wie direkt beim Opener „Deconstruction“ an, an die man sich mit der Zeit aber auch schon gewöhnen kann, wie seinerzeit „October Rust“ von TYPE O NEGATIVE zeigte.
Und irgendeine gewisse Faszination üben die coolen Refrains der Songs „Flag Of Fate“ oder „It’s Not Because Of You“ auch aus. Der nachfolgende „An Alternative Of Freedom“ besticht dan mit einer coolen Slide Western Gitarre, die auch gut in den Sound hineinpasst und cool kommt auch der Aufbau von „Ghost House“, der in einem Tempowechsel endet und somit eine starke Stiegerung beinhaltet. Ruhigere Klänge wie in „White Light Suicide“ gibt es auch, die mir aber nicht agnz so zusagen. Doch egal welchen Song man hier rauspickt, es gibt in jedem mindestens eine Stelle, die mit den schon angesprochenen Melodielinien gerade im Gesang, doch nochmal den Song interessant macht. Für mich ist die Scheibe kein Meisterwerk, da es auch genügend Passagen beinhaltet, die ich nicht sehr prickelnd finde, doch interessant machen sich die Stücke eben durch diese Wechsel in die gefühlvollen Passagen, die so auch auf einem ANATHEMA Album der neueren Zeit stehen könnten.

Fazit:
Wer stilistisch offen ist und gute Melodien mag, sollte hier ruhig mal reinhören. 70iger Fanatiker oder Altrockern sei dieses Werk auf jeden Fall ans Herz gelegt. Diese Band zeigt auf jeden Fall, wie man altes und modernes verbinden kann, seine Songs klar an die Retro Schiene anpasst, aber druckvoll auch im Jahre 2012 überzeugen kann.

[xrr rating= 7/10]

1. Deconstruction
2. Flag of Fate
3. It’s Not Because of You
4. An Alternative to Freedom
5. Ghosts House
6. White Light Suicide
7. Democracy
8. Dystopia
9. Dead End

Release: bereits erschienen
Label:
Nuclear Blast Records
Genre:
Hard Rock, Rock, Progressive Rock, Doom

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