UNANTASTBAR mit Gegen die Stille

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Es ist in den letzten Jahren Mode geworden, dass diverse Online Magazine Jagd auf deutsche Rock Bands machen. Kaum eine Band ist, wenn sich diese Leute auf die Lauer legen, um braune oder graue Flecken auf der Weste zu finden. Idiotische Ideen einiger Schreiber sorgten dafür das sich Bands wie Broilers, Toxpack oder Emscherkurve 77 in den vergangenen Jahren sich diversen Mutmaßungen erwehren mussten.
Alle haben es geschafft! Das Problem ist, dass diese „Fanzines“ dem interessierten Hörer, der aber nicht zufällig an irgendeine rechte Band oder auch an eine grauzonen Band geraten möchte, das Leben schwer machen.
Unantastbar werden von diesen Seiten natürlich auch beäugt und wer suchet der findet. Ich kann nicht überprüfen, ob die Truppe schon mit sog. Grauzonenbands aufgetreten ist. Ich weiß auch nicht, ob sie schon mal mit einem vermeintlich rechten ein Bier getrunken haben und ich habe keine Lust im Schlamm zu wühlen! Es gibt keine handfesten Beweise und was die Texte auf dieser und den anderen CDs angeht … sauber! Ja, es gab mal eine Hommage an Südtirol auf dem Debüt der Band. Wenn man das aber anprangern möchte, dann muss jede Band die ihren Heimatort oder die Heimatregion hochleben lies verfluchen. Ich mach das nicht!

Kann man in Deutschland eigentlich nur Schwarz und Weiß! Entweder alles blind durchwinken oder alles infrage stellen?

Genug der Vorrede und die Musik betrachtet. Wie schon bei den alten Veröffentlichungen liegt die Wurzel von „Gegen die Stille“ im Genre Oi Punk verbunden mit typischen Punk Riffing. Diese Musik stand noch nie für absolute Topmusiker, Innovation und kreative Highlights, dafür aber für Spaß, Ohrwurmmelodien, Mitgröhl Refrains. Einfach für Menschen wie uns, die nicht mit der Masse schwimmen und die gerne harte Musik auf die Ohren bekommen!

Ich erinnere mich an die Vorgänger Scheibe „schuldig“, die zwar gute Ansätze hatte, wo es jedoch an dem gewissen Etwas fehlte. „Schuldig“ landete bei mir irgendwo im Niemandsland, konnte meinen damaligen Favoriten im Bereich deutschsprachige harte Musik Betontod, Broilers und Toxpack, nicht das Wasser reichen. „Gegen die Stille“ wirkt da ausgereifter, durchdachter ohne das dabei, das Gefühl auf der Strecke bleibt. Ich nehme mal vorweg: Unantastbar sind auf dem Sprung! Wenigstens unter den Fans härterer Musik einzuschlagen. Von den alten Fans wird dies sicherlich kritisch betrachtet. Die Produktion ist sauberer, die Musik nicht mehr ganz so ruppig (ohne dabei in seichtes Einerlei abzusinken). Wenn ich den, musikalisch nicht ganz richtigen Vergleich zu den Broilers suchen würde, müsste ich den Sprung von „Verlierer sehen anders aus“ zu „Vanitas“ anpeilen. Zwei gute Scheiben, bei denen aber der Schritt vom Undergroundact zum größeren Publikum zu spüren ist.

Je öfter ich „Gegen die Stille“ höre umso besser gefällt sie mir!

Die Songs sind, wie ich in einem Interview gelesen habe, autobiographisch! Naja, Freunde und Feiern und mal einen Trinken gehört halt in dieses Genre. „Unantastbar“ sind aber auch nicht so, dass sie ihr Straßenköter Image hochhalten, müssen in dem sie Gefühle vertuschen. Mit „Für immer“ hat Sänger Joggl ein Lied für seine Mutter geschrieben, „Was bleibt“ ist einem verstorbenen Freund gewidmet. Beide Songs ergreifen mich beim Hören.

Aber auch sonst bieten Unantastbar Songs für fast alle Lebenslagen… ! Von Freund oder Freundin verlassen „Knast der Liebe“ macht wieder gute Laune, baut auf! Bock auf Fußball „Das Stadion brennt“. (Der Bonussong war vor der EM 2012 als Gratisdowload zu bekommen war) hilft und auch als Nichtpyromane stimmt man automatisch mit ein „laaaaass das Stadion breeeenneeen!“

Fazit:
Wer Spaß an deutschsprachiger Rockmusik hat, aber keine Lust mehr auf die zahnlosen Hosen hat sollte hier unbedingt reinhorchen! „Gegen die Stille“ hat eine absolute Mitgröhl Garantie!

[xrr rating=7.5/10]

Genre: deutschsprachiger harter Rock
Label: Rookies & Kings / SPV
Release: 18.01.2013

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