TYKETTO mit Dig In Deep

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One Hit Wonder? Oder mit dem Debüt gleich überhoben? „Don´t Come Easy“ ist ohne Frage ein Meisterwerk. Mir gefiel „Strength in Numbers“ noch ähnlich gut, auch wenn die absoluten Überflieger-Songs fehlten.

Mit dem Ausstieg von Danny Vaughn wechselte die Ausrichtung der Band, der ehemalige Hard Rock wurde AOR lastiger. Vielleicht lag es auch an der Stimme vom späteren Journey Sänger Steve Augeri (1999 – 2007), das Tyketto einen kräftigen Journey Schlag bekommen.
Nun ist Vaughn zurück und Tyketto klingen schon dadurch wieder mehr nach Tyketto. Hölle hab ich mich gefreut und der Opener „Faithless“ ließ sich wirklich gut an.
Danny´s Stimme ist halt etwas ganz besonderes, so dass man keine große Eingewöhnung benötigt um anzukommen.
Schon der zweite Songs des Albums zieht die Freude dann etwas runter. „Love To Love“ verbindet weiter den genialen Gesang mit exzellenten Gitarren. Am Song selber gibt es auch nicht viel zu meckern, außer der Tatsache, dass er so gar nicht im Gehör haften will.
Anders „Here´s Hoping It Hurts“. Der Refrain bleibt sofort haften und erinnert mich auch an einen anderen Song. Nur Welchen? Sorry, es liegt mir auf der Zunge, will aber nicht wirklich raus.
Danach gibt es einen stätigen Wechsle zwischen Akustik Rock Songs und eingestöpselten langsameren Songs. Meine Wiederhörensfreude weiß grad nicht so genau wo sie hin soll. Auf der einen Seite klingt das alles nach Tyketto, aber mir fehlt so ein wenig der Drive, den es noch am Anfang der Scheibe gab. Klar, ich habe kein „Don´t Come Easy II“ erwartet. Ich fühle mich so ein wenig an Bon Jovi bei „Lost Highway“ erinnert, nur mit dem Unterschied, dass ich keine 18 Jahre auf die Jovi Scheibe gewartet habe und sie aus dem Grund bis zur Special Price Aktion im Laden blieb.
Alles gut, alles schön aber irgendwas fehlt mir! Es kann gut sein, dass mich die straighten Rocker des Trixter Come Back Albums mehr erwischt haben, als ich zunächst gedacht hab. Fest steht erst bei „Dig In Deep“ bin ich wieder voll im Geschäft. Die letzten Songs des Album erschrecken mich dann nicht mehr so, aber die ganz großen Refrains wie wir sie von den ersten beiden Scheiben kennen fehlen, die Überraschungsmomente die Tyketto in der Epoche 1991 – 1994 auszeichneten sind etwas zu knapp ausgefallen.
Auffällig, dass genau in dem Moment, als ich das Gefühl bekomme, Tyketto werden etwas „persönlicher“ wieder das alte Feeling da ist „This Is How We Say Goodbye“. Ist so ein Song, wie man sich von Tyketto wünscht. Ein Song den sie einem gradewegs in Herz pflanzen. Wo man sich wie eben bei ihrem Top Hit „Forever Young“ angesprochen fühlt.
Fazit: Das Tyketto Reunion Album ist etwas durchwachsen. Absolut überragender Gesang und sehr gute Musiker reichen nicht um eine sehr gute Scheibe zu machen. Guter Anfang, überragendes Ende, aber ein Mittelteil, der irgendwie nicht so wirkich zündet. Wenn man sich etwas reingehört hat und sich damit angefreundet hat, dass es an den großen Rockern fehlt, kann man mit dem Album auch als Tyketto Fan gut leben und die 4 richtig guten Songs genießen. Ordentliches Come Back mit Luft nach oben.

[xrr rating=7.5/10]

Trackliste:
1. Faithless
2. Love to Love
3. Here’s Hoping It Hurts
4. Battle Lines
5. The Fight Left in Me
6. Evaporate
7. Monday
8. Dig in Deep
9. Sound Off
10. Let This One Slide
11. This Is How We Say Goodbye

Release: 20.04.2012
Genre: Hard Rock
Label: Frontiers Records

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