TIAMAT mit The Scarred People

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Tiamat ist keine der Bands, die ein Album zweimal (oder mehrmals) machen; keine der Bands, die in eine Routine fallen, nachdem sie ihren Stil gefunden und festgelegt haben und dann nicht mehr von dem (vermeintlichen) Erfolgskurs abweichen. Aus diesem Grund kann es natürlich vorkommen, dass man die Band aus den Augen verliert, wenn man die musikalischen Veränderungen von einem Album zum nächsten nicht gut heißt.

Bei mir ist das schon mehrere Veröffentlichungen her, umso positiver überrascht hat mich das aktuelle Album! Bei aller Vielfalt der musikalischen Bandbreite – ganz ohne Schranken geht die Band doch nicht vor, und so sind die Gothic-Anteile, die beim letzten Album sehr im Vordergrund standen, nur noch bei vereinzelten Songs auszumachen und die Ähnlichkeiten zum von der Mehrheit favorisierten Album „Wildhoney“ sind so groß wie noch nie.

Beim Titelsong hört man das noch nicht – der klingt stark nach den Sisters of Mercy („Temple of Love“), vielleicht etwas wärmer. Überhaupt lebt das Album durch einen schönen „herbstlichen“ Warm/Kalt-Kontrast der auch durch die Covergestaltung angedeutet wird.

Hervorheben möchte ich noch die beiden Songs „The Sun Also Risese„, das ziemlich getragen daherkommt und zwischen Langeweile einerseits und – positiver ausgedrückt – einer unaufgeregten Gelassenheit changiert, und letztendlich gerettet wird durch den interessanten, repetitiven Text über das rastlose Reisen von Ort zu Ort bzw. kommende und gehende (Frauen-)Bekanntschaften; und als zweites „Messinian Letter„, aus meiner Sicht ein Höhepunkt des gesamten Song-Katalogs der Band.

Es ist eins dieser Lieder, die schon beim ersten Hören zum Ohrwurm werden und zum Mitsingen anregen. Es beginnt nett, entspannt mit einer Country-Gitarre und hat eine wunderbar beruhigende harmonische Melodie, die die Grundlage bietet für einen schönen, tröstenden Text, der aber im Ungewissen belässt, wer der Adressat dieses Trostes sein soll.

Fazit:
Tiamat
klingen auf ihrer neuesten Veröffentlichung noch erwachsener als auf dem letzten Album und schaffen durch abwechslungsreiches und souveränes songwriting ein sehr stimmungsvolles, atmosphärisch dichtes Album, das sicher auf auf längere Dauer begeistern kann.

[xrr rating=8/10]

Release: bereits erschienen
Label: Napalm Records
Genre: Gothic Metal/Rock

TIAMAT mit The Scarred People Cover
Tracklist:

01. The Scarred People
02. Winter Dawn
03. 384 – Kteis
04. Radiant Star
05. The Sun Also Rises
06. Before Another Wilbury Dies
07. Love Terrorists
08. Messinian Letter
09. Thunder & Lightning
10. Tiznit
11. The Red Of The Morning Sun

Spielzeit: 47:52

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