THE WORD ALIVE mit Life Cycles

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Was haben folgende, von mir sorgfältig ausgewählte Bands gemeinsam? Asking Alexandria, We Came As Romans, Skip The Foreplay, Attack Attack!, Miss May I, In Fear And Faith –  Die modischen Frisuren? Tattoos? Hautenge Jeans? – zwar auch richtig, ich meinte allerdings mehr den Fakt, dass man eine Mix-CD dieser Bands erstellen könnte und in der richtigen Anordnung die meisten Menschen leicht davon überzeugen könnte, sie hätten nur eine Band gehört. Das grassierende Copy/Paste Syndrom der aktuellen Hardcore Generation greift um sich – und erfasst leider auch Bands die zur ersten Garde der aktuellen Soundschwemme gehören.

Mit The Word Alive trifft es an dieser Stelle eine Band, deren erste EP Empire ich gefeiert habe und deren erste LP Deceiver meiner Meinung mit zum Besten gehört, was das Genre zu bieten hat. Songs wie Battle Royale, Casanova Rodeo, Hounds Of Anubis und Like Father Like Son sind stark, abwechslungsreich und vor allem im Moment ihres Erscheinens 2010 halbwegs originell.

Mit Life Cycles liegt nun die zweite LP der US-Band vor und erschüttert meine Sicht auf die Szene erneut. Versteht mich an dieser Stelle bitte nicht falsch: ich mag modernen Hardcore. Ich stehe auf Breakdowns, auf cleanen Gesang, ich stehe sogar auf Sub-Bass und Elektroparts. Ich mag nur keine Redundanz oder Songs die sich anhören, als ob man sie schon 100 mal gehört hat. Und hier hakt es, nicht nur bei The Word Alive. Hier wird es vielleicht nur besonders deutlich.

Die CD ist wie erwartet gut produziert und hat auch einige gute Songs. For Your Health, Bar Fight und auch der Opener Life Cycles machen vieles richtig und unterhalten für den Moment – aber auch nicht eine Sekunde länger. Ab dem zweiten Song setzt das „Moment, das hab ich schonmal gehört“ Gefühl ein und ab Song 3 fließt das Album an einem vorbei. Nichts ist wirklich neu, nichts ist wirklich interessant, auch wenn der Chorus vielleicht sitzt und der zweite Breakdown brutal ist. Sicher, das Songwriting ist solide bis sehr gut, aber zu guten 0% wirklich originell. Wo Stick To Your Guns es auf eine unwiderstehliche Art schaffen das Subgenre neu zu erfinden, Ohrwürmer schreiben und großartige Songs auf einem abwechslungsreichen Album zusammenstellen, und zwar von vorne bis hinten, kann ich mich bei The Word Alive nichtmal mehr wirklich an Track 3 (Entirety – fürs Protokoll) erinnern, da dieser so sehr klingt wie andere Bands auch auf anderen CDs. Das liegt sicher nicht an der Band, denn die spielt am Ende nur das, was sie zuvor auch gespielt hat. Die Szene an sich stagniert insgesamt und es enstehen wöchentlich immer mehr Bands, die die immer gleiche Suppe spielen ohne einen neuen, kreativen Impuls zu geben. War Deceiver noch etwas anderes, wäre es heute ein unscheinbares Album unter vielen. Und genau das ist leider Life Cycles, da die Entwicklung von The Word Alive für meinen Geschmack leider in die falsche Richtung geht.

Fazit:

Life Cycles ist nicht schlecht für die Fans des Genres – das kann es im Grunde nicht sein, denn es klingt genau wie der ganze Rest. Wer aber keine dritte CD einer Band kaufen möchte, die im Grunde genauso klingt wie die erste oder vierte einer anderen, sollte sich die Anschaffung nochmal genau überlegen. Es gibt Bands dadraußen, die es immer noch schaffen mich zu überraschen – Stick To Your Guns ist nur eine davon. The Word Alive haben mit Life Cycles leider ihren Sonderstatus als eine dieser Bands verloren. Das ist schade, aber wohl nicht zu ändern.

[xrr rating =4.5/10]

[mytreasure=22]

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Ein Gedanke zu „THE WORD ALIVE mit Life Cycles

  • 31. Juli 2012 um 13:05
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    großartige rezension .. endlich mal jemand, der dass genauso sieht, wie ich :) .. danke!

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