THE SADDEST LANDSCAPE mit After The Lights

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The Saddest Landscape, 2002 in Boston gegründet und bis dato mit diversen LPs wie der von den Kritikern begeistert aufgenommenen   „You Will Not Survive“ von 2010 aufgefallen, sind eine Band, die   den ursprünglichen Screamo zelebriert und dies sowohl in Musik als auch Text deutlich macht.

Der mit sieben Tracks und insgesamt 24:17 Minuten Länge eher an eine EP erinnernde, neue Langspieler After The Lights der vier Amerikaner verfolgt genau diese Linie. Der Sound besteht weitestgehend aus einer einzigen energetischen Welle, die vor allem von den lärmenden, angezerrten Gitarren dominiert wird. Dazwischen liegen die Screamo-typischen, verzweifelten Shouts des Sängers, die in Kombination eine sehr energiegeladene, brutal-verzweifelte Atmosphäre schaffen, die in manchen Momenten beinahe an den Noisecore einer Band wie Gacy’s Threads erinnern.

Die Produktion der LP ist dem Sound angemessen an genau den richtigen Stellen etwas unsauber und lärmig und insgesamt wunderbar organisch. Sie fügt die einzelnen Elemente zu einer Einheit zusammen, sodass die Atmosphäre in jedem Song gleich dicht bleibt.

Der Opener In Love With The Sound eröffnet eine intensive, atmosphärische Erfahrung auf dem Gebiet des Screamo. Ein gut gesetztes Intro und ein Song zwischen Verzweifelter Melodie und Brutalität zeigt wohin die Reise in der nächsten halben Stunde gehen wird. Ein sehr starker Opener, der das energetischen This Heals Nothing folgt welches vor allem durch den zentral gesetzten Break überzeugt und zu keinem Moment einen Zweifel daran lässt, was The Saddest Landscape können.

Das Album bleibt danach auf einem ähnlich hohen Niveau, mit The Urge For Permanence und When Everything Seemed To Matter folgen zwei starke Tracks, bei dem vor allem The Urge For Permanence im Gedächtnis bleibt, auch wenn When Everything Seemed To Matter durch einen Break und der darauf folgenden Welle der Energie ebenfalls einen Eindruck hinterlässt. Mit The Comfort Of Small Defeats folgt dann das erste große Highlight der LP. Ein wunderbarer Kontrast zwischen zerbrechlicher Melodie und Brutal-verzweifelten Parts prägt diesen Song und hebt ihn zwischen den anderen, ebenfalls sehr guten, hervor.

Auch die folgenden Days Of Punched In und Desperate Vespers können auf ganzer Linie überzeugen. Während Days Of Punched In vor allem durch seine Brutalität gepaart mit Verzweiflung überzeugt und über zweieinhalb Minuten einen Ausbruch reiner Energie darstellt kontrastriert das folgende Desperate Vespers, dies durch Melodien und ein deutlich ruhigeres Songwriting. Ein weiteres Highlight auf der LP und ein großartiger Abschluss für diese intensiven 24 Minuten.

Fazit: Insgesamt kann man The Saddest Landscape genau eine Sache vorwerfen: Die LP ist mit 24 Minuten deutlich zu kurz. Nach dem Abschluss Desperate Vespers wünscht man sich wenigstens zwei weitere Songs, da es die Band durch ihr intensives,verdichtetes und gleichzeitig sehr abwechslungsreiches Songwriting schafft den Hörer zu fesseln und die Atmosphäre der Verzweiflung durch die Songs unglaublich gut übermittelt wird. Wer Screamo mag sollte diese CD keinesfalls verpassen, denn die Bostoner haben mit dieser LP ein intensives, 24 minütiges, abgründiges Werk geschaffen welches von der ersten bis zur letzten Sekunde durch unbändige Energie und Verzweiflung getrieben wird und von starkem und abwechslungsreichem Songwriting geprägt ist.

Anspieltipps: The Comfort Of Small Defeats / Desperate Vespers / This Heals Nothing

[xrr rating = 7.5/10]

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