THE OTHER mit The Devils You Know

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Zombies, Vampire, Werwölfe – auch wenn es so klingt, ich rede nicht über das Themespektrum des letzten Fantasy-Filmfestes und schon gar nicht geht es hier um die nächste Glitzervampir-Kitschnovelle von Stephenie Meyer (zum Glück!). Nein – vielmehr geht es um ein relativ schmales Randgenre, was sich trotz seiner überschaubaren Größe (oder vielleicht genau deswegen?) erstaunlicher Beliebtheit rühmen kann. „Horrorpunk? – ja kann man hören“ ist neben „Horrorpunk? – hab ich ja noch nie gehört“ die häufigste Antwort die man bekommt. Geprägt wurde das Genre vor allem durch Bands wie die Misfits, Blizkid, Murderdolls oder die Japaner Balzac. Im deutschprachigen Raum schnurrt die Szene auf noch kleineren Raum zusammen: Vor allem die Psychobilly-Heroen Mad Sin und Bands wie Crimson Ghost oder die noch recht jungen Jamey Rottencorpse And The Rising Dead halten die Horror-Fahne in den Wind. Und natürlich The Other, seid 2004 eine Instanz der deutschen und europäischen Szene.

The Devils You Know heißt das fünfte und diesjährige Album der Größen aus Deutschland und erscheint auf SPV. Während viele Bands des Genres versuchen den Misfits Sound zu imitieren oder sich auf den Punk-Anteil versteifen, haben The Other auf dieser LP eindeutig einen anderen Weg gefunden – metallisch veredelter Hardrock, dazu mit Glenn Danzig vergleichbare Vocals, groovende Drums und Singalongs – fertig ist die gelungene Horror-Mischung die so gar nicht nach Misfits klingen will. Insbesondere die Gitarren finden sich oft in tiefmetallischen Gefilden wieder, was natürlich gefällt – sofern man denn nicht die schlecht produzierten Powerchordschiebereien erwartet die das Genrelabel traditionell verspricht. Hier könnte man enttäuscht werde, aber ich für meinen Teil bervorzuge klar ausproduziertes Metalriffing – was ich hier auch bekomme. Danke.

Der dem obligatorischen Intro folgende Opener My Home Is My Casket macht dann auch deutlich was hier los ist – und brilliert vor allem im Chorus, der mich aus irgend einem Grund an Savatage erinnert. Ohne da jetzt weiter zu forschen (oder zu vergleichen ob ich recht habe) – so siehts aus, so geht es weiter. Take You Down, Skeletons In The Closet oder Fright Night, alle sind eher in der Region des Death-Rock einzuordnen, allerdings mit klarer Metalnote. Die Songs sind stark geschrieben und gefallen, es fehlt jedoch etwas ein Kracher.

Auch die zweite Hälfte des Albums kann mit Titeln wie In My Veins, Nice Day For A Funeral und Nightmare On Halloween durchaus gefallen aber bleibt leider nicht so im Ohr wie es möglich gewesen wäre. Einzig The Phantom Of The Opera kann mit seinem Chorus etwas länger im Kopf bleiben, insgesamt fehlen aber leider die Hits, die aus einem soliden ein sehr gutes Album machen. Versteht mich nicht falsch, im Grunde mag ich The Devils You Know und der Sound von The Other ist definitiv ein Ohr wert, es ist nur so, dass für mehr drin gewesen wäre. Fire From Outer Space ist zusammen mit dem Opener definitiv der stärkste Track, In The Shadows sowie das abschließende Hell Is A Place On Earth können mich dann nochmal überzeugen. Der Bonustrack Ewigkeit ist eine deutsprachige Ballade, die ich merkwürdig finde und die mich unangenehm an Die Ärzte erinnert. Muss nicht sein.

Fazit:

The Devils You Know ist eine solide Angelegenheit und im nicht gerade überlaufenen Genre sicher eine eindeutige Bereicherung. Der metallische Death-Rock geht ins Ohr und unterhält ziemlich gut, nur leider fehlen die großen Hits die einer Band dieser Größenordnung angemessen wären und bei denen man schon beim Intro weiß – hey das sind doch The Other. Genrefans und Fans der Band (Die Schnittmenge wird relativ groß sein. Vermute ich mal.) können blind zuschlagen, aber auch Metalheads können mal ein Ohr riskieren, wenn sie mal Sinn auf etwas anderes haben. Für mich wäre mehr dringewesen, aber man kann ja auch nicht alles haben.

Anspieltipps: My Home Is My Casket / The Phantom Of The Opera / Fire From Outer Space / In The Shadows

[xrr rating = 7.0/10]

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