THE MURDER OF MY SWEET mit Bye Bye Lullaby

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Nicht noch eine Gothic Metal- Band mit Frontsängerin! – Doch! Genau das scheinen nämlich THE MURDER OF MY SWEET zu sein. Diese haben vor kurzem ihr zweites Album „Bye Bye Lullaby“ unter dem Label AFM auf den Markt gebracht.
Wie wir alle wissen ist diese Musiksparte zur Zeit dermaßen überlaufen, dass wir uns vor solchen Bands gar nicht mehr retten können und somit wird es auch recht schwierig die einzelnen Frontladies gesanglich noch voneinander zu unterscheiden.

Frontfrau Angelica Rylin setzt zusammen mit dem Rest der Truppe alles daran sich von den anderen einschlägigen Genrebands abzuheben, schafft es jedoch zumindest auf der ersten Hälfte der Scheibe nicht so richtig. Auch wenn der Opener „Armageddon“ durch ihren klaren Gesang und rockige Gitarrenriffs musikalisch nicht zu verachten ist, wird dem aufmerksamen Lauscher doch auffallen, dass es einige Parallelen zu anderen Musikgruppen dieser Sparte gibt.
Was ebenfalls auffällt, sind die szenetypischen Liednamen wie z.B. bei Track 2. „Fallen“ haben wir auf einem CD-Backcover so oft gelesen, dass es einem irgendwo schon zu den Ohren rauskommt. Mich würde brennend interessieren ob sich die Bands einfach keine Gedanken mehr über die Tracktitel machen, oder ob es ihnen zwar auffällt, aber nichts ausmacht, dass sich alles wie schon mal gegessen anhört.
Auch die Lyrics überzeugen hier leider nicht, dreht sich doch immer alles um den gleichen Einheitsbrei.
„Unbreakable“ erinnert durch die druckvollen Gitarren und das gedrosselte Tempo sehr stark an Evanescence.
Als ich den 6. Track auf der Liste hörte, schlackerte ich nicht schlecht mit den Lauschern. Ganz anders als die anderen Songs kommt „Meant To Last Forever“ daher. Keine rockigen Gitarren, kein wuchtiges Schlagzeug… eine wirklich schöne Ballade, die gesanglich wie auch musikalisch einfach perfekt zu sein scheint.

Hört man sich das nächste Stück „Idolize“ an, sollte man sich an meine vorangegangenen Worte erinnern, sprach ich doch davon, die Band könne sich auf der ersten Hälfte der Platte nicht so recht von anderen Gothic Metalbands mit Frontsängerin unterschieden. Jetzt scheint es aber „Klick“ gemacht zu haben. Die Band fährt ab der zweiten Hälfte der Scheibe ihre ganze eigene Schiene, dies bedeutet jedoch gleichzeitig, dass wir uns vom Gothic Metal weg, hin zu sehr poppigen Songs bewegen. Hier erwarten uns einige Überraschungen.
Mit „Idolize“ könnte die Gruppe durchaus auch eine Chance auf den Sieg beim Eurovision-Song-Contest haben (was keine Abwertung sein soll, schließlich haben ihre finnischen Kollegen Lordi, welche ich sehr schätze, dort auch schon abgeräumt). Jetzt wird vielleicht auch klar warum das Ganze vom Label als „Cinematic Rock“ bezeichnet wird.
Die Stimmung flacht danach allerdings bis zum überraschenden 11ten Song des Albums „Waiting For the 27th (booh Prologue)“ ab. Dieses Stück hat mich sehr zum Staunen gebracht, liebe ich doch Musicals. Der Song hört sich an wie aus einem musikalischen Theaterstück entnommen. Sehr sehr schön!
Gerade eben noch theatralisch, jetzt wieder richtig rockig. „Black September“. Dieser Track ist ein absoluter Ohrwurm. Ein megastarker Refrain, der zum Mitsingen mitreisst paart sich mit rockigen Gitarren und einer astreinen Drumanordnung. Sehr empfehlenswert!
Der Abschlusssong knüpft, wenn auch nicht mit ganz so viel Ohrwurmqualität, an den vorangegangenen an. Auch „Phantom Pain“ spornt den Zuhörer noch einmal dazu an mitzusingen und überzeugt auf ganzer Linie.

Fazit:
Anfangs könnte man wirklich denken, dass es sich bei THE MURDER OF MY SWEET wieder nur um eine typische Tussi-Metalband handelt. Doch wer sich vom Gegenteil überzeugen lassen will, sollte sich die Platte „Bye Bye Lullaby“ auf jeden Fall ganz anhören, ehe er sein Urteil fällt. Die Geduld wird sich lohnen!

[xrr rating=8/10]

Tracklist:

01. Armageddon
02. Fallen
03. Unbreakable
04. I dare you
05. Violently Peaceful
06. Meant To Last Forever
07. Idolize
08. Kind Of Lousy
09. The One
10. Resurrection
11. Waiting For The 27th
12. Black September
13. Phantom Pain

Release: bereits erschienen
Label: AFM
Genre: Cinematic Rock
Mehr Infos zur Band unter:
http://www.themurderofmysweet.com

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Franzi

Franzi ist gelernte Tischlerin und studiert derzeit Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Als Redakteurin ist sie seit Dezember 2011 bei Metalize.Me tätig. Ihre Schwerpunkte sind: CD-Rezensionen und Live-Reviews in den Bereichen Mittelalterrock, Metal und Gothic in allen Variationen.