STEEL PANTHER mit British Invasion

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„Fuck all night and party all day!“ Ganz nach diesem Motto ist die neue STEEL “fucking“ PANTHER  Live-Doppel-DVD (/Blu-Ray) „British Invasion“ gestaltet.

Haarspray, Make-up, Schminkspiegel und Stripperinnen auf der Bühne und nackte Brüste im Publikum, das ist Heavy „fucking“ Metal! Die Hair-Metaller präsentieren auf ihrer DVD (einem Livemitschnitt des Gigs in der Brixton Academy in London 2010) eine Show der besonderen Art. Bei so manchem Kraftausdruck schlackerte selbst ich mit den Ohren und dabei dachte ich eigentlich, dass ich so gut wie jedes Synonym für „Vagina“ oder „Penis“ schon kannte, aber weit gefehlt. Von den vier Amis kann man in Sachen sexuelle Aufklärung anscheinend noch ein gutes Stück lernen, unterhalten sie sich doch zwischen den Songs minutenlang über nichts anderes als Sex und wer welchen Groupie zuerst ins Bett bekommt.

Wie wir alle wissen gehören diese derben Sprüche und auch extreme Texte einfach zum Image der Band um Sänger Michael Starr, doch längst nicht alle betrachten diese mehr oder weniger lapidar dahergesagten Phrasen als lustig und so wurde, das letzte Album der Gruppe „Balls Out“ auf die schwarze Liste gesetzt bzw. indiziert und nicht umsonst ist auch auf dem Pappschuber von „British Invasion“ eine fette blaue 16 zu sehen, wobei vielleicht eine große rote 18 treffender gewesen wäre… Schon das Coverbild passt zur vermeintlichen Überzeugung der Band wie die Faust aufs Auge. In Anlehnung an die Viehzucht ist auf dem Pappschuber, der DVD selbst und auf dem Booklet das Hinterteil einer nur mit einem Höschen bekleideten Frau zu sehen, auf deren Gesäß ein Brandzeichen mit dem Titel der DVD prangt.

Kommen wir jetzt mal zur Show: In den ersten 15 Minuten, in denen die Band auf der Bühne steht, wird exakt ein einziger Song gespielt. Die restliche Zeit erfreuen die vier Kerle mit einem Haufen Make-up im Gesicht die Konzertbesucher mit obszönen Gesten (Gitarrist Satchel z.B. gibt dem eigenen Mikro ganz ungeniert einen Blowjob) und Sprüchen, die die meiste Zeit weit unter der Gürtellinie liegen. Nach diesen endlos langen Dialogen zwischen den Bandmitgliedern, geht’s dann endlich mit dem ersten Stück „Eatin’ Ain’t Cheatin’“ los. Natürlich geht es auch darin wieder nur um Sexpraktiken (wie übrigens in fast allen anderen Tracks auch), aber eines muss man den Jungs aus Los Angeles einfach lassen: sie können Musik machen und haben es drauf richtig abzurocken. Das ist wirklich Glam-Metal, wie er im Bilderbuch steht! Die Bühnenshow, die die Vier abliefern ist allererste Sahne. Da wird gerockt, da fliegen Haare und es gibt für das Publikum so einige Hingucker. Fast keiner der 13 Songs kommt ohne Extras wie coole Pyroeffekte, ausblasbare Gummipuppen oder sexy Stripperinnen, die auf der Bühne tanzend die Hüllen fallen lassen, daher. Dabei bekommt der Zuschauer aber nie den Eindruck vermittelt, dass dahinter ausgeklügelte Schemata stecken oder alles genau konzipiert wurde. Ein großes Manko bei vielen Live – Aufnahmen, seien es nun DVDs oder auch CDs, ist oft die schlechte Tonqualität bzw. manchmal auch eine nicht ganz überzeugenden Kameraführung, bei „British Invasion“ dagegen passt alles. Das Konzert kommt wirklich gut rüber, und auch wenn die Lyrics nicht jedermanns Sache sind, kann man gut mitrocken und das scheinen die Besucher des Konzerts 2010 genauso gesehen zu haben.

Die Bonus DVD beinhaltet eine Dokumentation, deleted scenes und 5 Bonussongs vom Auftritt auf dem Download Festival 2012. Wer aufmerksam hinschaut bzw. hinhört, wird schnell feststellen, dass das vulgäre Repertoire der Band immer aus den gleichen Sprüchen besteht, denn sowohl bei dem Auftritt 2010 als auch dieses Jahr scheinen sie nahtlos ineinander überzugehen bzw. 1:1 übernommen worden zu sein.

Fazit:

Man sollte mit einer großen Portion Humor an die Band herangehen, wer nicht auf anzügliche Texte und (speziell auf diese DVD gemünzt) Gesten steht, sollte lieber die Finger davon lassen, denn wie schon erwähnt gibt es auf der Doppel-Scheibe jede Menge davon. Musikalisch kann ich die Scheibe dennoch reinen Gewissens empfehlen und mal ganz ehrlich: Langweilig war mir beim Schauen von „British Invasion“ ganz sicher nicht.

[xrr rating=7/10]

STEEL PANTHER mit British Invasion
STEEL PANTHER mit British Invasion

Trackliste:

Disc 1:

  1. Eyes Of A Panther
  2. Eatin’ Ain’t Cheatin’
  3. Fat Girl
  4. Hair Solo
  5. Party All Day
  6. Hell’s On Fire
  7. Stripper Girl
  8. Asian Hooker
  9. Turn Out The Lights
  10. Girl From Oklahoma
  11. We Want Pussy
  12. Community Property
  13. The Shocker
  14. Death To All But Metal

 Disc 2:

Dokumenatation

Deleted Scenes

Bonus Songs Download Festival 2012:

  1. Supersonic Sex Machine
  2. Community Property
  3. Tiger Woods
  4. 17 Girls In A Row
  5. Death To All But Metal

Release: bereits erschienen 

Genre: Glam Rock/ Sleaze Metal

Label: Guitar Anarchy Studios/ Soulfood Music

Mehr Infos zur Band: http://www.steelpantherrocks.com/#!news

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Franzi

Franzi ist gelernte Tischlerin und studiert derzeit Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Als Redakteurin ist sie seit Dezember 2011 bei Metalize.Me tätig. Ihre Schwerpunkte sind: CD-Rezensionen und Live-Reviews in den Bereichen Mittelalterrock, Metal und Gothic in allen Variationen.