SLIPKNOT mit Antennas To Hell

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Wisst ihr noch was ihr vor 20 Jahren gemacht habt? 20 Jahre. Das Jahr 1992: Ich persönlich war da gerade mal süße 3 und bin meinen Eltern vermutlich noch mit ganz anderen Sachen auf die Nerven gegangen, als gute 9 Jahre später. Wieso denn genau 9 Jahre später? Nun, genau diese Zeit liegt zwischen den Anfängen von Slipknot im Jahr 1992 bis zu der Veröffentlichung ihres legendären Albums Iowa was die Musikzene und Teenager wie mich 2001 tief beeindruckte.

 Slipknot? Das sind doch diese durchgedrehten Maskenträger, die auf ihren Konzerten Jugendliche in eine Art Massenpsychose fallen lassen und Menschen zum Amoklauf animieren – das waren ungefähr die Reaktionen besorgter Eltern, als Slipknot von der Band einer Randszene zu Ikonen einer Jugendgeneration wurden. Slipknot (zu deutsch etwa Laufknoten, der Knoten eines Henkersstrickes) waren und sind tatsächlich ein Phänomen. Ihr Frühwerk ist eine unkontrollierbare Energiewalze, die durch ihre Agressivität und ihren Hass, kombiniert mir starkem Songwriting und einer Kombination aus Nu Metal und allen Facetten der extremen Musik eine Tür zu einer neuen Art der Jugendsubkultur öffnete und Genres verschmolz. Ihr Auftreten auf der Bühne in orangefarbenen Overalls und Masken wie aus einem Horrofilm, kombiniert mit der unglaublichen Energie, die die US-Amerikaner auf den Brettern entluden machte Slipknot zu einem Idol meiner Teenagerjahre – und zu einem Hassobjekt für Eltern und selbsternannte Sittenwächter. Diverse Amokläufe und Gewalttaten wurden einzig und allein der Band zugeschrieben – im Fall von Robert Steinhäuser 2002 teilen sie sich die Sündenbockrolle jedoch 50:50 mit Counter Strike. Bigotterie, Anfeindungen und Konzertverlegungen hin oder her, Slipknot sind heute, 2 Alben und 11 Jahre später, noch genauso groß wie 2001. Zeit genug um nach großartigen Alben, der legendären Disasterpieces-DVD und schweren Schicksalsschlägen wie dem Tod des Bassisten Paul Grey 2010 ein Zwischenfazit zu ziehen und mit Antennas To Hell ein Best-Of der Luxusklasse zu veröffentlichen.

 In chronologischer Reihenfolge finden sich auf dem Silberling alle wichtigen Tracks der Slipknot-Historie. Angefangen bei (sic), Eyeless und Wait And Bleed über Spit It Out, Surfacing, People=Shit und Disasterpiece, Live Versionen von The Heretic Anthem und Purity sowie Sulfur, Psychosocial und Snuff werden in 19 Songs alle Facetten und Schaffensperioden der 9 abgedeckt. Die Doppel-Disc Edition bietet auf der zweiten CD die komplette Tonspur der (sic)nesses DVD, ist damit also Best-Of und Livealbum in einem.

 Eine Wertung werde ich mir verkneifen, Best-Of Alben sind dazu eh weniger geeignet und dieses würde die Wertungsskala ohnehin sprengen. Ich frage mich zwar, wer für diese CD als Zielgruppe in Betracht kommt (echte Maggots haben ohnehin jedes Album in jeder Version und alle DVDs und VHS-Kassetten) aber wer sie kauft bekommt eine Chronologie der Slipknot-Geschichte serviert, die sich gewaschen hat. Entschuldigt mich. Ich muss jetzt Iowa hören.

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