SILVERSUN PICKUPS mit Neck Of The Woods

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In Amerika gehören SILVERSUN PICKUPS zu den Rockbands, die genannt werden, wenn abseits vom Hollywood Glamour, die Musikszene in Los Angeles in den Vordergrund rückt. Bereits seit zehn Jahren existiert die Band, die sich 2002 im kreativen Musikumfeld des Stadtviertels Silver Lake gründete. Umso erstaunlicher, dass die Band mit „Neck Of The Woods“ erst ihr drittes Album veröffentlicht.

Geht man von dem naiven Erstlingswerk einer Band aus, das alle Möglichkeiten offen lässt, bedeutet das zweite Album oft einen Wendepunkt, an dem sich entscheidet, ob die Band bestehen kann. Wurde das Debüt „Carnavas“„meistens im Zusammenhang mit den Smashing Pumpkins genannt, schaffte es der Nachfolger „Swoon“ bereits bis auf Platz 7 der US Billboard Charts und etablierte die SILVERSUN PICKUPS, die bereits als Support für Placebo, Muse, OK GO oder die Kaiser Chiefs spielten.

Was bedeutet aber dann das dritte Album? Folgt die Band bekannten Pfaden oder anderen Stilrichtungen um sich selbst neu zu erfinden?

Neck Of The Woods“ folgt den bisherigen elektronisch sphärischen Klängen der ersten beiden Alben. SILVERSUN PICKUPS verstanden es jedoch immer schon rockige Gitarrenriffs mit elektronischen Klängen anzureichern. Im neuen Album sind diese allerdings deutlich unterschwelliger zu spüren.

Dem ganzen Album haftet eine fast hypnotische Wirkung an. Bisweilen entsteht so eine düstere, jedoch packende Atmosphäre. „Busy Bees“ ist ein gutes Beispiel für die Eindringlichkeit von „Neck Of The Woods“. Der durchgängige Beat schafft einen wunderbaren Spagat zwischen beruhigender Wiederholung und beklemmender Enge, nur zwischendurch aufgelöst durch Brian Auberts einschmeichelnde Stimme, die wechselnd zwischen Beschwören und Bitten, immer tiefer in den Song zieht.  „Busy Bees“ erinnert an eine Flucht, einem Verderben, dem man entkommen muss, dessen bittersüße Schönheit aber gleichzeitig eine Hingabe bedeutet, der man sich gar nicht entziehen will.

Wurden die beiden Vorgänger Alben noch Dave Cooley, einem LA ansässigen Producer anvertraut, hat man sich dieses Mal für Jacknife Lee entschieden, der vor allem durch seine Arbeit mit U2, The Bloc Party, R.E.M und Snow Patrol bekannt ist. Lee verleiht dem Album den radiotauglichen Schliff, ohne der Band jedoch die Kanten zu nehmen.

Bestes Beispiel seiner Handschrift zeigt sich mit dem Song „Mean Spirits“, einer eingängigen Radiomelodie, der durch kräftigem aber glattgebügelten Gesang gezeichnet ist, jedoch immer wieder von rockigen Gitarren durchbrochen wird. Oft verglichen mit Muse oder den Smashing Pumpkins, könnte dieser Song jedoch rein musikalisch auch von den Foo Fighters stammen. Auch „The Pit“ überzeugt durch eingängige, fasst schon poppige Klänge.

„Neck Of The Woods“ folgt der musikalischen Tradition von „Carnavas“ und “Swoon” und löst sich doch vom bisherigen Klangbild. Das Album wirkt in sich stimmiger und geschlossener als die Vorgänger. Die gelungene Mischung aus atmosphärischem Rock, abbrechenden Riffs und Auberts am Abgrund stehender Stimme schaffen eine subtile Verführung, der man sich nicht entziehen kann.

Wie passend, dass er letzte Track des Albums „Out Of Breath“ heißt.

Fazit:

„Neck Of The Woods“ bietet keine großen Überraschungen. Stattdessen etablieren sich SILVERSUN PICKUPS mit diesem Album endgültig im Mainstream Rock. Die Band schafft es mit dem dritten Album erwachsen zu werden und ihren eigenen Weg zu beschreiten, ohne ihre Wurzeln zu verlieren.

[xrr rating=8/10]

Tracklist:

  1. Skin Graph
  2. Make Believe
  3. Bloody Mary (Nerve Endings)
  4. Busy Bees
  5. Here We Are (Chancer)
  6. Mean Spirits
  7. Simmer
  8. The Pit
  9. Dots And Dashes (Enough Already)
  10. Gun-Shy Sunshine
  11. Out Of Breath

Release: 15.06.2012
Label: Warner Music
Genre: Alternative Rock
Mehr Infos zur Band unter:
www.silversunpickups.com

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3 Gedanken zu „SILVERSUN PICKUPS mit Neck Of The Woods

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