SABATON mit Carolus Rex

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Historische Konzeptalben sind ja immer eine feine Sache – sowohl für den Hörer, der mit der Musik vielleicht auch Fakten über historische Gegebenheiten lernt, als auch den Künstler, der sich keinen Hintergrund für seine lyrischen Ergüsse ausdenken muss sondern mit vorhandenem Material arbeiten kann. Schon Grave Digger konnten ein ganzes Jahrzehnt von ihrer Medieval-Trilogie, insbesondere dem den schottischen Freiheitskriegen gewidmeten Album Tunes Of War, leben. Auch Sabaton versuchen sich auf ihrem mitlerweilen sechsten Studioalbum Carolus Rex an dieser Disziplin – genug Erfahrung mit der historischen Darstellung kriegerischer Auseinandersetzungen sollten sie mitlerweile auch mitbringen, denn von der Schlacht um Berlin 1945 bis hin zum zweiten Golfkrieg 1991 haben die Mannen um Joakim Brodén schon so gut wie jeden modernen Krieg in ihren Songs thematisiert und mit Songs wie Panzer Battalion und Attero Dominatus letztendlich auch den Schritt in die Powermetal-Championsleague geschafft.

Carolus Rex spannt nun einen Bogen der schwedischen Geschichte auf, in dessen Zentrum König Karl der XII. steht, der Schweden am Ende des 18. Jahrhunderts vor einer militärischen Katastrophe gegen das Dreierbündnis Dänemark, Sachsen und Russland bewahrte und den Krieg nach einem der größten Erfolge der schwedischen Militärgeschichte bei Narva tief in das russische Zarenreich trug. Auch die katastrophale Niederlage der Schweden bei Poltava, sowie die bis heute ungeklärten Todesumstände des Königs in der Schlacht bei Fredrikshald 1718 werden thematisiert.

Auf musikalischer Seite tun Sabaton auf Carolus Rex das was sie am besten können – epische Songs mit unwiderstehlichen Chorus-Singalongs verfassen. Der Opener The Lion Of The North ist ein klassischer Sabaton Uptempo-Reißer – die galoppierende Doublebass, die donnernden Gitarren – man ist an alte Primo Victoria Zeiten erinnert. Epische Keyboards und ein starker Chorus unterstreichen den Gesamteindruck. Sehr schön. Gott mit uns, nach dem Titeltrack vermutlich DER Song des Albums findet sich im Midtempo wieder und erinnert an so epische Titel wie To Holmgard and Beyond von Turisas, was nicht zuletzt an dem starken Organ von Brodén liegt. Der Chorus ist ein Ohrwurm-Garant und überhaupt: das Songwriting ist stark und angenehm abwechslungsreich. Mit A Lifetime Of War folgt ein fast ebenso episch arrangierter Track – Streicher, Choräle, alles ist dabei. Das ist zwar kitschig, passt aber wunderbar in das Konzept und zur Band. Gut zu hören. 1648 zeigt dann wieder, dass Sabaton sich vor allem im Uptempo wohlfühlen – und bringt Abwechslung. Die Songanordnung ist bis zu diesem Zeitpunkt durch und durch gelungen und unterhält auf hohem Niveau.

Und so geht es weiter: sei es der mächtige Titeltrack Carolus Rex, das treibende Killing Ground und das vergleichsweise düstere Poltova – allen Songs des Albums wohnt die gleiche Erfolgsformel inne und jeder kann auf ganzer Linie überzeugen. Sabaton haben scheinbar ihren Stil beinahe bis zur Perfektion geschliffen ohne dabei sich oder das Rad neu zu erfinden – große Unterhaltung. Auch der Abschluss mit Long Live The King lässt keine Wünsche offen. Stark.

Fazit:  Carolus Rex ist ein starkes Powermetal-Konzeptalbum und stellt eine sinnvolle Entwicklung des Sabaton Sounds dar. Die Songs sind stark geschrieben, großartig produziert und machen eine Menge Spaß. Zwar erfinden die Schweden sich nicht neu, gehen dabei aber dennoch konsequent ihren Weg und langweilen zu keiner Sekunde. Das Album ist dabei sowohl auf Englisch als auch auf Schwedisch zu haben, auch wenn mir die schwedische Variante aufgrund von Verständnisproblemen weniger gibt, als die englische.

Anspieltips: Carolus Rex / Gott mit uns/ Killing Ground / 1648

[xrr rating = 8.5/10]

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2 Gedanken zu „SABATON mit Carolus Rex

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