RUNNING WILD mit Shadowmaker

Dir gefällt der Artikel? Dann teile ihn!

Der April 2012 scheint der Monat der Reunions zu sein. Während Trixter und Tyketto sich entweder im Original Line-Up oder wenigstens mit den wichtigsten Musikern der Band zusammengefunden haben, lässt Rock ´n´Rolf Kasparek die Running Wild Fregatte im Alleingang vom Stapel laufen. Okay, Rolf ist Running Wild und Running Wild ist Rock ´n´Rolf, wen wollte man also mit an Board erwarten?

Ich weiß es nicht? Genau wie ich im Vorfeld der Veröffentlichung nicht wusste, was ich erwarten sollte.

Wie oft ging es in die Hose, eine Band wieder aus der Taufe zu heben? Wie oft konnten hohe Erwartungen nicht erfüllt werden und die Reformierte Band verschwand genauso schnell wie sie Reformiert war? Auf der anderen Seite gibt es genug Beispiele, bei denen eine mehrjährige Pause wohltuend war.
Im Ruhrgebiet sagen wir:“ Die Birne musste wieder frei werden!“
Genau den Gedanken musste der Fan bei den letzten Outputs Running Wilds bekommen.
Es war unglaublich, denn in Zeiten, als Heavy Metal wieder nur Underground Musik war, machten Running Wild die Hütten immer noch voll und fuhren immense Shows auf.
Bis „Masquerade“ zogen die Fans mit und dann bekam die Fregatte Schlagseite. „The Rivalry“ hat man noch als kleinen Betriebsunfall angesehen, der irgendwie zum Geschäft gehört. Schließlich waren viele Fans auch mit einem Teil der Songs auf „Blazon Stone“ nicht wirklich warm geworden. Nun bröckelte das Denkmal Running Wild mit zerfiel mit „Victory“, „The Brotherhood“ und zuletzt „ Rouge on Vogue“. Vor allem bei den letzten Alben haute die Presse, die im Übrigen der Band immer mehr als kritisch gegenüber stand, auf die Produktion, die saft-, kraft- und drucklos daher kam, ein!

Den Kritikpunkt, dass auf dem Piratenkutter immer die Gleiche Musik zu hören sei, mussten sich Rolf und seine damalige Crew im Übrigen schon bei „Port Royal“ anhören! Ist schon witzig, wenn man sich heute die Reviews durchliest, von Schreiber, die die Scheibe heute als das Non plus Ultra betiteln.
Zurück zu „Shadowmaker“ und meiner Erwartung als Ur- Fan! Als Knirps bin ich „Prisoners of our Time“-singend über die Dorffeste gedüst, aber es war schon vorher klar, dass die Zeiten nicht zurückkommen.

Rolf ist Alleinarbeiter, ich konnte mir nicht vorstellen, dass da noch mal so ein unerwarteter Hammer folgt wie seiner Zeit „Black Hand Inn“, als man das Standeart „gut“ zücken wollte und plötzlich ein solche sBrett bekam. Auf der anderen Seite wird Rolf die Zeit genutzt haben und was Besseres zu bieten haben als die letzten Veröffentlichungen.
Ja und genau so kommt es dann auch. Anfangs bin ich nicht enttäuscht, aber auch nicht übermäßig begeistert.
Peace oft he Action“ ist nicht ganz Running Wild typisch, aber es gefällt erstmal, – so irgendwie… „Riding on The Tide“ ist ein netter Running Wild Piraten Song und „Me and The Boys“ nach einem kurzen Lachanfall auf Grund von Rolfs lustigem Schüttelreim “Boys, Noise und Choice” und der Beendigung des erstem Hördurchgangs, merkte ich wie mich grad dieser Song ergriffen hat.
Dieser typische Running Wild Virus, der mich schon 1984 bei „Prisoners of our Time“ oder 1985 bei „Chains and Leather“ ergriffen hat, war da und ich musste den Song einfach noch mal hören.
Komisch, was aus der Metal Szene geworden ist, da wo andere Genres und Szenen sich selbst abfeiern ohne rot zu werden, möchte man sich in der Metal Szene immer fremdschämen, wenn die alten Recken die Musik die wir alle doch lieben, hochleben lassen! Da sag ich einfach mal in guter alter Overkill Manier „We don´t care…“ und „Fuck You“. Also Schüttelreim vergessen und Song genießen Das ist Running fuckin´ Sister oder Twistetd fuckin Wild!
Und siehe da plötzlich zünden die Songs, plötzlich wachsen die Songs die gespickt mit den typischen Running Wild Riffs, Melodien sind. Hier und da fühlt man sich an alte Songs erinnert und wenn man den direkten Vergleich sucht merkt man schon, dass die Klassiker manchmal ein wenig und manchmal viel besser sind als das neue Material sind.
Es ist zu lesen gewesen, das Rolf die Stücke bewusst schnell geschrieben hat! Auf der einen Seite ist das klasse, den Spontanität haucht dem Rock das Leben ein, aber manchmal ist es auch verflucht gut, wenn man die Sache mal einen Tag liegen lässt und dann nochmal überarbeitet (oder sich von Unbeteiligten eine Meinung einfängt).
Denn das schon erwähnte „Me + The Boys“ , „Black Shadow“, „Locomotive“ und einige andere hätten mit einem Feinschliff doch an die Klassiker heran kommen können.

Fazit:

Shadowmaker“ ist „The Missing Link“ zwischen „Masquerade“ und „The Rivalry“ nur diesmal im positiven Sinne! Der Sound ist um einiges besser als auf den letzten Alben, auch wenn mir persönlich der Schlagzeugsound immer noch nicht 100% gefällt.

Running Wild ist wieder auf dem aufsteigenden Ast!

[xrr rating=7.5/10]

Trackliste:

1. Piece Of The Action
2. Riding On The Tide
3. I Am Who I Am
4. Black Shadow
5. Locomotive
6. Me + The Boys
7. Shadowmaker
8. Sailing Fire
9. Into The Black
10. Dracula

Release: 20.04.2012
Genre: Heavy Metal
Label: Steamhammer/SPV

Dir gefällt der Artikel? Dann teile ihn!