PUNK GOES POP 5

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Punk Goes Pop
sind schon seit einiger Zeit die Bravo-Hits der härteren Musikszene – große Namen und auch weniger bekannte Bands aus Poppunk, Emo und Hardcore covern Hits des vergangenen Jahres (und manchmal auch den einen oder anderen Klassiker), das ganze wird auf einem Sampler zusammengefasst und auf den Markt gebracht. Die Qualität schwankte dabei in der Vergangenheit allerdings immer von großartig bis „das hätte man sich aber auch echt sparen können“, wobei mit fortschreitender Nummerierung letztere Kategorie immer stärker verschwand, auch weil man immer mehr größere Namen aquirieren konnte. Dank Fearless Records liegt nun Version 5 vor und kann tatsächlich mit einigen Highlights aufwarten.

Den Anfang machen die tendenziell weniger bekannten Memphis May Fire mit ihrer Version des meiner Meinung nach völlig überspielten Hits Grenade, im Original von Bruno Mars. Die Anpassung ist für meinen Geschmack zwar etwas zaghaft, dennoch ist der Song so deutlich hörbarer. Schon besser machen es dann Upon This Dawning mit Call Me Maybe von Carly Rae Jepsen, aus dem sunny-pop wird moderner Beatdown-Hardcore, ohne den Ohrwurm-Chorus zu stark zu entfremden. Sehr gefällige, sehr partytaugliche Version. Mayday Parade covern das viel zu oft gehörte Somebody That I Used To Know, die Anpassung ist zwar OK, der Chorus ist im Grunde auch ganz gut gelungen, aber besser wird der Song dadurch nicht. Bedingt empfehlenswert, aber ich kann den Kram einfach nicht mehr hören. We Came As Romans legen mit Glad You Came von The Wanted nach. Man ist versucht zu sagen würde die Band immer derart viel Energie in ihr Songwriting investieren wären vielleicht die letzten Alben im Bereich sehr gut. Aus Softie-Dancepop wird moderner, immer noch tanzbarer Metalcore. Erstaunlich gut. Ein erstes Highlight ist die Interpretation des Gospel-Pop-Hits Some Nights von FUN. Like Moths To Flame ziehen den Song auf links – vollständig. Brutale Breakdowns und fiese Shouts ersetzen Chorpassagen, aus weichem Gesang wird eine volle Breitseite. Ganz stark. Auch die Dancefloor Version des Michael Jackson Klassikers Billie Jean von Breathe Carolina ist von der mehr als unterhaltsamen Sorte, wobei man den Stil mögen muss. Ein weiteres Higlight liefern die Pop-Punker von Forever The Sickest Kids mit ihrer Interpretation von We Found Love ab. Der Rihanna-Hit wird zu dem was die Band ohnehin schon immer auszeichnet – mitreißender Poppunk. Wen es nach dem Intro auf dem Sofa hält, der sollte sich eine andere Musikrichtung suchen. Sehr stark.

Stark ist auch die Issues Version des komplett unhörbaren Justin Bieber – Songs Boyfriend. Beatdown tut diesem Song sehr gut, nur leider wird Justin deswegen auch nicht aufhören Musik zu machen. Schade. Richtig toll ist auch die entspannte Rock-Version des Klassikers Girls Just Wanna Have Fun durch The Maine. Kleine Änderungen am Timing und einigen Gesangsverläufen, einige Umstrukturierungen und schon erstrahlt der Klassiker in völlig anderem Licht. So geht gutes covern, zumal mich die Stimme des Sängers auf ganzer Linie überzeugt. Nicht so überragend ist dann die Crown The Empire Interpretation des Maroon 5 Hits Payphone, aus 08/15 Pop wird 08/15 Hardcore – mir gefällt der Chorus bei Maroon 5 sogar besser. Kein gutes Zeichen. Auch das melancholische Payphone von Coldplay wird von Craig Owens fast 1:1 nachgespielt. Das ist lahm, denn das Original ist auch lahm. Nunja. Deutlich besser machen es The Word Alive mit ihrer Version des Hits Mercy von Kanye West der im Original höchstens nervt, in der modernen Core-Variante aber sogar richtig Spaß macht. Den Abschlus bildet ein weiteres Highlight – Die tolle moderne Hardcoreversion des R’n’B – Hits Ass Back Home, im Original von den Gym Class Heroes, beigesteuert von Secrets, setzt genau die richtigen Akzente – die Rapelemente werden präzise getimed in Shouts übersetzt, der im Original sehr softe Chorus wird in cleanen Gesang übersetzt, der vor Gitarrenwänden stattfindet. So geht gutes Covern, ein mehr als gelungener Abschluss.

Fazit: Punk Goes Pop 5 bietet serientypisches Licht-und-Schatten-Spiel, bei einigen Bands strotzen die Cover vor Kreativität, während andere Songs wie halbherzige Auftragsarbeiten wirken. Dennoch ist die CD gut gelungen – auch für Partys auf denen sich nicht nur Hörer der härteren Gangart befinden.

 

    

01. Memphis May Fire – Grenade (Bruno Mars)
02. Upon This Dawning – „Call Me Maybe“ (Carly Rae Jepsen)
03. Mayday Parade feat. Vic Fuentes – „Somebody I Use To Know“ (Gotye)
04. We Came As Romans – „I’m Glad You Came“ (The Wanted)
05. Like Moth To Flames – „Some Nights“ (Fun.)
06. Breathe Carolina – „Billy Jean“ (Michael Jackson)
07. Forever The Sickest Kids- „We Found Love“ (Rihanna)
08. Issues – „Boyfriend“ (Justin Bieber)
09. The Maine – „Girls Just Want To Have Fun“ (Cyndi Lauper)
10. Crown The Empire – „Payphone“ (Maroon 5)
11. Craig Owens – „Paradise“ (Coldplay)
12. The Word Alive – „Mercy“ (Kanye West)
13. Secrets – „Ass Back Home“ (Gym Class Heroes)

       Label: Fearless Records

       Veröffentlichungsdatum: Bereits erschienen

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