LITA FORD mit Living Like A Runaway

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Der Mensch blickt gerne in die Vergangenheit und dabei verdrängt er auch gerne das Eine oder Andere!
Lita Ford gehört mit Anfang 50 (altersmäßig) mittlerweile auch zum alten Eisen!
Damals Ende der 80er gehörte sie zu den Damen, die gerne als Metal Queen tituliert wurden und den jungen Headbangern schlaflose Nächte und feuchte Träume beschert hat.

Was ist aus den drei Metal Queens geworden? Doro ist nach einem kleinen Schlenker wieder beim Metal angekommen. Everybodys Darling Lee Aaron hat es zum Blues verschlagen, wo sie mehr oder weniger erfolglos umher dümpelt.

Und Lita? Lita hatte 1988 Erfolg. Auf „Lita“ gelang der blonden Gitarristin die Mischung aus Heavy Rock und poppigen Melodien, die sowohl bei den harten Rockern Europas als auch bei den Teenies der USA gut ankam. Platz 29 der Bilboardcharts war der Lohn! Einen Erfolg, den sie nicht mehr erreichen konnte! Mal war die Scheibe zu poppig („Stiletto“) oder Frau Ford versuchte sich dem Trend anzubiedern („Black“ im alternativen Gewand „Wicked Wonderland“ mit modernem Sound). Während „Stiletto“ noch einigermaßen erfolgreich war, floppte der Rest, der Metal Queen Status war mit „Stiletto“ spätestens aber mit „Black“ aufgebraucht.

Die Doppelmama scheint aus der „Wicked Wonderland“ Bruchlandung gelernt zu haben und ist wieder dahin zurück, wo sie bei „Lita“ schon mal war. Sie verzichtet dankenswerterweise darauf, zu sehr auf Retro zu machen.
Anfangs dachte ich, dass Lita nun den Bon Jovi Weg einschlägt und es mit Rockmusik versucht. Im fortgeschrittenen Alter darf man ja etwas ruhiger werden! Es lag aber daran, dass mein Brennprogramm sich selbstständig gemacht hat und die langsamen Songs nach vorne gemischt hat.
Nachdem ich die Scheibe öfter gehört habe und später den direkten Vergleich zu Bon Jovis letzten Werken gemacht habe, muss ich feststellen, dass „Living Like A Runaway“ doch eine ganze Ecke mehr auf rockige ungeschliffenere Sounds setzt.

Die Songs an sich sind gute, „Easy Listening“ Unterhaltung, die irgendwo zwischen „Lita“ und „Stiletto“ liegen. Keiner der Songs erreicht die Klassiker von „Lita“, dafür ist das Album durchweg rockiger als eben „Stiletto“.

Die rockigen Nummern lassen Fuß und Kopf mitwippen, ohne dabei den ganz großen Ohrwurmcharakter zu besitzen. Die balladesken Stücke sind aus meiner Sicht etwas enttäuschend. Lita Ford hat zwar eine gehörige Portion Schmalz eingepackt, aber irgendwie fehlt mir das Gefühl!
Vergleicht man „Close Your Eyes Forever“ (von Lita im Duett mit Ozzy) mit „Mother“ liegen dazwischen nicht nur Welten, sondern Universen.

Fazit:
Lita Ford ist mit „Living Like A Runaway“ wieder auf dem richtigen Weg. Zwar fehlen dem Album die überzeugenden Hits, aber nach den Tiefschlägen die sie ihren Fans besonders mit „Wicked Wonderworld“ aber auch schon mit „Black“ versetzt hat ist ein Aufwärtstrend festzustellen. Ob das reicht um noch einmal in der Szene Fuß zu fassen die alten Fans zu versöhnen und die jungen Rocker zu überzeugen? Ich lass mich überraschen!

[xrr rating=6.5/10]

Tracklist:

01. Branded
02. Hate
03. The Mask
04. Living Like A Runaway
05. Relentless
06. Mother
07. Devil In My Head
08. Asylum
09. Love 2 Hate U
10. A Song To Slit Your Wrists By


Release
:  
Juni 2012 
Label
:  SPV/ Steamhammer
Genre:  Hard Rock
Mehr Infos zu Lita Ford unter:
http://www.litafordonline.com/


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