LETZTE INSTANZ mit Ewig

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„Ewig“ lange scheint es gedauert zu haben, bis das neue Machwerk der LETZTEN INSTANZ endlich in den Ladenregalen stand, doch jetzt ist es so weit. Die sieben sympathischen Dresdener sind mit ihrer neuen Scheibe „Ewig“ zurück!

Die Platte ist nach „Schuldig“ und „Heilig“ der dritte und somit letzte Teil der Instanz-Trilogie und auch mit diesem Album hat es die Truppe um Sänger Holly Loose wieder geschafft den Fans eine CD zu präsentieren, die facettenreicher gar nicht sein könnte.

An den Anfang des Silberlings hat die Band ein Intro gesetzt, das den Titel „Aeternitas“ (dt. „Ewigkeit“) trägt. Holly rezitiert darin Oscar Wilds’ Zeilen „Jeder Schuldige hat eine Zukunft. Jeder Heilige hat eine Vergangenheit.“ Unterlegt ist das Ganze mit orientalischen Klängen, die sich ganz langsam aufbauen und zum Ende hin mit pompösen Paukenschlägen ausklingen.
Die Nummer 2 auf der Trackliste, der Titelsong der Scheibe, „Ewig“ ist ganz im Sinne der Instanz gehalten und brettert mit ihrer selbst betitelten „Brachial Romantik“ richtig los. Der Song kommt ungewohnt hart daher und die Zeilen des Refrains „Komm doch mit mir, hab keine Angst!“ scheinen beim Zuhörer genau das Gegenteil zu bezwecken.
„Nur Für Uns“ rockt von Anfang bis Ende. Eingeleitet wird der Track durch die Akustikgitarre und Bennis’ Cello gepaart mit Muttis’ Geige. Leute, das ist die Instanz, wie wir sie lieben. Der Song fetzt!
Wo wir gerade bei Bennis’ Cello sind:
Genau dieses eröffnet nämlich „Blind“. Für diesen Song hat man sich weibliche Verstärkung geholt, um ein Duett zu kreieren, dessen Refrain sich ins Gehirn einbrennt. Hollys’ Duettpartnerin ist die allseits bekannte „Eisblume“. Überzeugen konnte mich die Frau, die sich den Namen eines Stückes von Subway To Sally gab und dieses coverte, noch nie… dennoch muss ich sagen, dass ihre Stimme gut mit Hollys’ harmoniert.
„Wieder einmal rot“ ist der Song bei dem sich Drummer David Pätsch, so scheint es, richtig austoben durfte. Der Song beginnt mit einem klasse Schlagzeugpart und wird von einem sehr emotionalen Gesang bis zum Refrain weitergetragen, der dann erstaunlicherweise mit der Rockröhre von Mister Holly Loose gekrönt wird. Hut ab!
Nun folgt mein absolutes Lieblingsstück des Albums. „Tausendschön“ könnte sich ohne Weiteres auf meinem persönlichen „Soundtrack Of My Life“- Sampler befinden.
Meiner Meinung nach ist der Song perfekt, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Melodie, Rhythmus, Text und Vocals passen hier wunderbar zusammen und spiegeln die innere Zerrissenheit zwischen dem Streben nach etwas Unerreichbarem und einer tiefen Depression wieder, die alles zu überschatten droht. Der Song hat Ohrwurmqualitäten sondergleichen und wird bestimmt viele Fans (wie mich ;) ) vom Hocker reißen.
Bei den Ohrwürmern können wir gleich bleiben, denn auch „Schwarzer Sand“ hat einen Refrain, der sich in die Gehörgänge frisst. Zwar kommt der Song mit einer sehr düsteren Einleitung bestehend aus den ins Mikrofon gegrummelten Worten „Schwarzer Tempel, schwarzer Sand, schwarze Nacht, ich bin verbrannt“, stampfendem Schlagzeug und düsteren Gitarren daher, doch trügt der Schein. Der Refrain ist nämlich gar nicht so düster wie der Rest des Songs und schlängelt sich ganz sanft in die Lauscher, bis man an dem Punkt ankommt, an dem man mitsingen MUSS.
„Et In Arcadia Ego“ ist ursprünglich der Titel eines Barock-Gemäldes des Malers Giovanni Francesco Barbieri. Auf dem Gemälde steht diese lateinische Phrase auf einem Mauerstück, auf dem ein Totenkopf liegt, daneben ist ein Hirtenjunge zu sehen. Die Bedeutung dieser Phrase ist sehr umstritten und genauso umstritten wird die Bedeutung dieses Songs auf der Ewig-Scheibe sein. Für mich ist dieses Stück vollkommen überflüssig. Es wirkt zwar düster, man vernimmt eine Art Gelächter, Gitarren und Schlagzeug rocken, Gesang gibt es keinen… und ich frage mich: „Was zur Hölle hat das mit der Instanz zu tun?“. Wie das aber immer so ist, wird sich die Band schon Gedanken darüber gemacht haben, warum dieses „Lied“ eine Daseinsberechtigung hat. Ich nehme es also hin und erfreue mich einfach am darauf folgenden Song.
„Von Anfang An“ hat definitiv Chartcharakter, könnte sich mir nichts, dir nichts mit dem Charstürmer „Geboren um zu leben“ von Unheilig messen, und ist trotzdem vollkommen Letzte Instanz. Die Streicher gepaart mit rockiger Gitarre und Hollys’ Stimme ergeben eine nahezu perfekte Komposition. Der Text ist mal wieder an eine Lovestory gebunden, aber mein Gott, so ist das eben mit den Musikern…. Und was gibt es Schöneres als genau zu diesem Song, der gerade aus dem Autoradio schallt, eine Liebeserklärung zu bekommen? Mir fällt nichts ein ;)
Zum Ende hin scheinen wir wieder in ruhigere Gefilde der Platte zu kommen; zumindest lässt das „Wo Das Meer…“ vermuten. Hier haben wir es mit einem sehr langsamen und ruhigen Lied zu tun, wie es sie auch geben muss.
Unsere Vermutung von eben müssen wir bei „Schuld“ schon wieder revidieren, denn hier geht es ganz und gar nicht ruhig zu. Das brachial-romantische Stück bringt sowohl in der Musik als auch in den Lyrics (die sehr sozialkritisch angehaucht sind), wieder mehr Härte mit.
„Wo komm ich her? Wo will ich hin?“ diese Fragen stellt sich die Menschheit wohl schon seit Jahrtausenden und auch die Instanz wird in „Unterwegs“ keine Antworten darauf finden. Das Stück kommt sehr temporeich und teilweise aggressiv daher, rockt also ordentlich und hat dennoch auch ruhige Parts.
Der vorletzte Track auf der Liste beginnt ungewöhnlich – ja fast schon elektronisch und rotzt dann sofort mit den Streichern und dem Drumset richtig los.
Die Letzte Instanz ruft mit „Sing!“ sehr eindringlich dazu auf Ängste zu überwinden. Der Song geht gut ab und ich könnte mir vorstellen, dass er auf diversen Festivals für gute Stimmung unter dem Publikum sorgen wird.
Den Abschluss der CD bildet das Stück „Mein Kind“. Eine sehr schöne Ballade mit traurigem Text, der durch das Cello und die Violine unterstrichen wird.

Fazit:

Als langjähriger Anhänger der Instanz hatte ich bei „Ewig“ auf ein tolles Album gehofft und ich muss sagen, meine Erwartungen wurden vollkommen erfüllt. Die Sieben haben es geschafft einen perfekten Abschluss für ihre Trilogie zu finden. Ich freue mich sehr auf die Tour und bin gespannt, welche Songs live performt werden.

[xrr rating= 9.5/10]

Trackliste:

01. Aeternitas
02. Ewig
03. Nur Für Uns
04. Blind
05. Regenbogen
06. Wieder Einmal Rot
07. Tausendschön
08. Schwarzer Sand
09. Et In Arcadia Ego
10. Von Anfang An
11. Wo Das Meer…
12. Schuld
13. Unterwegs
14. Sing!
15. Mein Kind

Release: bereits erschienen
Label:
Drakkar Entertainment
Genre: Mittelalter Rock
Mehr Infos zu Band: http://www.letzte-instanz.de

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Franzi

Franzi ist gelernte Tischlerin und studiert derzeit Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Als Redakteurin ist sie seit Dezember 2011 bei Metalize.Me tätig. Ihre Schwerpunkte sind: CD-Rezensionen und Live-Reviews in den Bereichen Mittelalterrock, Metal und Gothic in allen Variationen.