KILLERTON mit Unsere Welt

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Ob man es nun wahrhaben will oder nicht, die Band die, in den letzten und wahrscheinlich auch noch in den nächsten Jahren den größten Einfluss auf den deutschsprachigen Rock / Metal Bereich ausgeübt hat, sind die Böhsen Onkelz.

Klar im Oi liegen die Wurzeln dieser Art des Streetrocks, sodass viele Bands, die mittlerweile 10 Jahre oder mehr auf dem Buckel haben ähnliche Trademarks benutzen. Aber auch viele Bands, die einst als Onkelz Coverbands begonnen haben wollen nun in der Gunst der Hörer steigen.

Warum auch nicht, was bei den Südtirolern Frei.Wild geklappt hat, kann doch auch bei anderen funktionieren!

Killerton (Kill-R-Ton), die aus der BO-Coverband Stainless Steel entstanden sind, sind die nächsten die sich auf den Weg machen.

Es ist also auf der einen Seite leicht die Band musikalisch einzuordnen, auf der anderen Seite sollte man jedoch vorsichtig sein, dass man nicht nur auf dem Frankfurter Original herumreitet. Beim Gesang gibt es keine großen Unterschiede zwischen alt und neu.

Also versuche ich die Band mal mit den anderen (Cover)Bands im Fahrwasser der Onkelz oder einigen der lange Jahre existierenden  Streetpunk/ Oi Bands zu vergleichen.

Als erste Band fallen mir da die Kneipenterroristen ein. Vorteil für Killerton, es gibt keine platten oder auf prollig gemachten Hymnen (wenn es um Fussball, Fi**en, Alkohol geht, kommt man an den Lokalmatadoren eh nicht vorbei).

Vergleiche ich Killerton mal mit den Berlinern von Toxpack, die sich grade auf der Tour mit Betontod einem größeren Publikum vorgestellt haben.

Im Gegensatz zu den Berlinern spielt die im Raum Nürnberg beheimatete Truppe eher mit angezogener Handbremse.

Im punkto Melodie kann man der Truppe keine Vorwürfe machen, das passt! Man versucht nicht krampfhaft Mitsinghymnen zu kreieren. Es scheint vielmehr so, dass es manchmal zu eben solchen Gassenhauern kommt, manchmal aber auch nicht.

Bei Songs wie „Uns doch egal„, „Alte Zeiten“ oder „Goodbye Deutschland“ geht die Marschrichtung auf. Wobei ich noch mal auf die „angezogene Handbremse“ hinweisen möchte. Zumindest auf der CD würde ich die Band eher in die Kategorie Rock als Metal packen.

Im Vergleich zu Toxpack geht der Punkt hier nach Berlin, weil ich denen die Wut und die Straßenattitüde im Gesamtpaket eher abnehme.

König Fußball“ klingt für mich so ein wenig nach … „lass uns mal ein Fußballlied schreiben, damit kann man immer punkten.“ Mir als Fan gehen solche Lieder tierisch auf den Sack. Wenn ihr schon das Thema Fußball aufgreift, dann steht doch wenigstens zu eurem Verein und lebt damit, dass die Rivalen vielleicht die Scheibe nicht kaufen (aber es gibt doch eine Taste zum Wegskippen).

Im zweiten Teil der Scheibe nimmt die Zahl der Songs die ich mal unter dem Banner „Füllmaterial“ zusammenfassen möchte etwas zu, ohne dass die Scheibe wirklich schlecht wird.

Zum Abschluss vielleicht noch ein Wort zu den Texten. Wie schon erwähnt, gleiten Killerton nicht in den ganz platten Bereich ab. Es geht wie nicht anders zu erwarten um Freundschaft, trinken Fußball und ab und an gibt es auch etwas Sozialkritik. Insgesamt aber nichts, womit man irgendwo böse anecken könnte.

Fazit:
Killerton bringen mit „Unsere Welt“ eine Rockscheibe im Windschatten der Onkels raus. Im Rennen um die Positionen bleiben die Jungs aber irgendwo im gesicherten Mittelfeld hängen! Für ganz oben muss die Hitdichte größer werden. Des weiteren würde ich mir mehr Mut zu Ecken und Kanten wünschen. Nur mit „Wir trinken gerne, trinken viel“ tritt man heute keinem mehr vor das Schienenbein.

[xrr rating=6.5/10]

Tracklist:

1. Uns doch egal
2. Alte Zeiten
3. Schöne Lieder
4. Wahre Freunde
5. Wo ist der Krieger
6. König Fussball
7. Kleines Licht
8. Goodbye Deutschland
9. Es ist die Zeit
10. Buch mit 7 Siegeln
11. Schmerz
12. Falsche Ziele
13. Ab heut
14. Immer weiter (Bonustrack Erstauflage)
15. Blanker Hass (Bonustrack Erstauflage)

Release: Juni 2012
Label: Burnout Records
Genre: Deutsch Rock
Mehr Infos zur Band unter:

http://www.stainless-steel-music.de/killerton/page.php

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