KAMELOT mit Silverthorn

Dir gefällt der Artikel? Dann teile ihn!

KAMELOT sind alte Hasen im Metalbusiness und mit „Silverthorn“ veröffentlichte die Band aus Florida, im Oktober diesen Jahres, ihr zehntes Studioalbum.

Diese Scheibe ist schon alleine von ihrer Aufmachung her etwas ganz Besonderes. Pappcover kennt man jetzt ja schon zur Genüge, meistens ist es jedoch so, dass nur Deckel und Hinterteil der CD aus Pappe sind, man das Booklet auf der Innenseite des Deckels eingeschoben vorfindet und sich die Platte selbst in ihrer Halterung gegenüber des Booklets befindet. Nicht so bei diesem Album. Es ist aufgemacht wie ein Buch und das meine ich wörtlich. Schon das Pappcover erinnert an den Einband eines Hardcover-Schriftwerkes, öffnet man das gute Stück, ist das Erste was der Hörer sieht zwar der Pappeinschub, in dem sich die CD befindet, blättert man aber weiter, findet man dahinter erst das Booklet in Form von Buchseiten mit vielen schönen Illustrationen, alten Fotos, Bandfotos und natürlich den Songtexten. Schon alleine dieses Design ist es wert sich das Album etwas genauer anzuschauen.

Nach der für Band und Fans schweren Nachricht vom krankheitsbedingten Ausstieg des langjährigen Sängers Roy Khan 2011, befürchteten viele Fans, dass KAMELOT sich auflösen würden. Doch jetzt steht mit Tommy Karevik ein neuer Sänger am Mikrofon, der sogleich sein Können auf dem neuen Silberling präsentieren konnte und ich muss schon sagen, bis jetzt macht der gut aussehende Schwede seine Sache grandios.

Auf der vorab erschienenen Single „Sacrimony (Angel Of Aferlife)“ konnten sich treue Kamelot-Anhänger von der Stimmgewalt des neuen Frontmannes überzeugen, auf „Silverthorn“ kommt das gesamte Spektrum des Neulings allerdings besonders gut zu Geltung. Dadurch, dass der neue Fronter Gesangsstil und Ausdruck seines Vorgängers perfekt adaptiert, bleibt allerdings sein eigener Stil irgendwie ein bisschen auf der Strecke. Das Gute daran ist, dass die Fans sich nicht allzu sehr umstellen müssen. Auch scheint der neue Sänger sehr viel Einfluss auf seine Bandkollegen zu haben. Das neue Album ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger „Poetry For The Poisoned“ zwar um einiges atmosphärischer und melodischer gehalten, kommt aber dennoch mit einer Vielschichtigkeit daher, die wir von Kamelot schon kennen.

Schon das Intro „Manus Dei“  und auch das Outro „Continuum“ drücken aus, was ich vorhin mit „atmosphärisch“ meinte. „Manus Dei“ könnte locker auch auf einem Filmsoundtrack während einer Kampfszene o.ä. laufen. Die Stimmung, die dieses kurzes Stück vermittelt, jagt dem Hörer wahre Gänsehautschauer über den Körper und das nächste Stück „Sacrimony (Angel Of Afterlife)“ knüpft nahtlos daran an. Die Progressivität, die andere Alben durchaus prägte, rückt auf „Silverthorn“ eher in den Hintergrund, diese Tatsache ist es aber, die die Scheibe zu dem macht, was sie ist, nämlich abwechslungsreich und spannend.

Auch an Gastmusikern wurde auf „Silverthorn“ nicht gegeizt, so haben sich KAMELOT auch dieses Mal wieder Unterstützung von ihrer langjährigen Backgroundsängerin Elize Ryd (Sängerin bei AMARANTHE) geholt. Die Streichinstrumente wurden größtenteils von den Damen des Streichquartetts EKLIPSE eingespielt und für die Growls bei „Sacrimony (Angel Of Afterlife)“ ist THE AGONIST – Sängerin Alissa White-Gluz verantwortlich.

Fazit:

Der „silberne Dorn“ trifft genau ins Herz: ein sehr starkes KAMELOT-Album, dem die Vorgängerplatte bei Weitem nicht das Wasser reichen kann. Normalerweise bringt ein neuer Frontsänger/eine neue Frontsängerin auch einige musikalische Veränderungen mit sich, dies scheint allerdings bei Kamelot nicht der Fall zu sein, zumindest ist auf „Silverthorn“ nicht allzu viel davon zu merken. Die Scheibe scheint alle Stärken der Band einwandfrei zusammenzufassen und keinen Platz für Kritik übrig zu lassen. Tatsächlich ist die Scheibe eine der besten, die ich seit Langem auf dem Schreibtisch liegen hatte.

[xrr rating= 9/10]

Mehr Infos zum Silverthorn Box-Set

KAMELOT mit Silverthorn
KAMELOT mit Silverthorn

Trackliste:

  1. Manus Die
  2. Sacrimony (Angel Of Afterlife)
  3. Ashes To Ashes
  4. Torn
  5. Song For Jolee
  6. Veritas
  7. My Confession
  8. Silverthorn
  9. Falling Like The Fahrenheit
  10. Solitaire
  11. Prodigal Son   Part I: Funerale; Part II: Burden Of Shame; Part III: The Journey
  12. Continuum

Release: bereits erschienen
Genre: Melodic Power Metal/Progressive Metal
Label: Steamhammer/SPV

Mehr Infos zur Band:  http://www.kamelot.com

Dir gefällt der Artikel? Dann teile ihn!

Franzi

Franzi ist gelernte Tischlerin und studiert derzeit Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Als Redakteurin ist sie seit Dezember 2011 bei Metalize.Me tätig. Ihre Schwerpunkte sind: CD-Rezensionen und Live-Reviews in den Bereichen Mittelalterrock, Metal und Gothic in allen Variationen.