HELLYEAH mit Band of Brothers

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So, jetzt zählt es! So war es zumindest in den Hochzeiten der Rockmusik. Das dritte Album gab die Richtung vor, entweder hat man sich bis dahin etabliert, oder der Kampf um die Gunst der Fans schien endlos zu werden.
Die Zeiten sind vorbei, die Szene ist so zerfasert, dass man kaum einen Überblick hat, welche Band wie viele Scheiben auf dem Markt hat. Ob eine Band nun nur im untersten Underground angesagt ist, oder ob die Erfolge weiterreichen ist manchmal eine Frage des Standpunktes.
Bei Hellyeah ist es natürlich etwas anders, da die Gruppe ja frühzeitig als Supergroup angekündigt wurde und so von einem Großteil der Metalgemeinde mit Argusaugen betrachtet wurde. In den USA gehören sie schon zu den Großen, in Deutschland, haben sie den Schritt noch nicht gemacht.

Wie bei so einem Start üblich gibt es gleich die beiden Lager. Das eine Lager, das die Band schon ohne eine CD in höchsten Tönen lobt, für die anderen sind es „Panteraableger“, denen man keine Beachtung schenken muss.
Mit den ersten beiden Alben der Band war ich zufrieden, die Mischung stimmte und Hellyeah, waren mehr als nur die Panteraableger. Sie versuchten die Sounds ihrer „Stammband“ in die neue Gruppe einzubringen, aber trotzdem noch den ein oder anderen Freiraum für neue Ideen zu lassen.

Nun verweilt also der Drittling in meinem CD-Player und, die Vorabkündigung sollte einen schon etwas nachdenklich stimmen.
Metallischer soll die Scheibe werden! Das bedeutet auf der anderen Seite, dass viele alte Trademarks in den Hintergrund rücken. Die rockigen Attitüden, dies Südstaaten-Feeling und vielleicht sogar dieser „Wüstenstaub“-Faktor!
Irgendwie werde ich von Anfang an mit dem Album nicht richtig warm!
Ja, die Power ist noch vorhanden! Ja, die Wut springt über und auch der Wechsel zwischen Shouts und Gesang passt. Aber … das Große ABER … brauchen wir eine Supergroup, die sich nun einfach auf den alten Pantera Thron setzen will? Benötigen wir noch eine Band, die hinter Machine Head herhechelt? Ich denke – nein!

Schön, dass Vinnie Paul sich an seine alte Band erinnert, dabei sollte ihm aber klar sein, dass man die Restgruppe auch vergleicht und das geht gewaltig in die Hose. Chad Grey kann einer coolen Rampensau wie Phil Anselmo nicht das Wasser reichen. Wenn er es versuch wirkt es irgendwie aufgesetzt und birgt schon aus diesem Grund einen gewissen Nervfaktor!
Und ganz ehrlich, wie kann man versuchen es mit einem Riff- und Groove Legende wie Dimebag aufzunehmen? Nein Jungs, der Schuss geht nach hinten los!

Ein oder zwei Songs lang kann mich die Energie in den Songs fesseln, aber danach fehlt es mir an Abwechslung, an den besonderen Kick, den ich von einer „Supergroup“ erwarte!

Die Songs liegen zu nah beieinander, die Grooves wechslen zu wenig, und wenn man mal eine oder zwei Minuten nicht aufpasst, fragt man sich ob man noch beim Alten oder schon beim nächsten Song gelandet ist.
Schade!

Ich gebe zu, dass meine Enttäuschung über „Bands of Brothers“ sicherlich auch den ein oder anderen guten Ansatz verschluckt. Reicht so ein Ansatz wirklich um eine Scheibe einer solchen Band zu retten. Ich glaube nicht.

Fazit:
Fans für die Pantera, Machine Head, Mudvayne, Damageplan und Co, das ein und alles ist, die einfach nur pure Energie und Wut aufsaugen wollen machen mit „Band of Brothers“ nichts falsch! Diejenigen die eher mehrgleisig fahren brauchen die Scheibe nicht. Hier kann man nur empfehlen entweder „Hellyeah“ oder „Stampede“ zu kaufen, wem die nicht wuchtig genug sind, kaufe sich lieber die richtigen Pantera.

[xrr rating= 6/10]


Trackliste:
1. War In Me
2. Band Of Brothers
3. Rage/Burn
4. Drink Drank Drunk
5. Bigger God
6. Between You And Nowhere
7. Call It Like I See It
8. Why Does It Always
9. WM Free
10. Dig Myself A Hole
11. What It Takes To Me
Release: Juli 2012
Label: Eleven Seven Music
Genre: Power Metal

mehr Infos: http://www.hellyeahband.com/

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