HEAVY RIDE mit Heavy Ride

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Als Schülerband hat für HEAVY RIDE alles begonnen und nun rocken sie mit den ganz Großen. Als Supportact standen sie unter anderem schon im Vorprogramm von Toto oder Schandmaul auf der Bühne und wo wir gerade dabei sind: Martin Duckstein (aka „Ducky“ von Schandmaul) unterstützt die Newcomerband tatkräftig auf ihrem Weg nach oben. Der erste Meilenstein für diesen Weg ist gelegt, denn letzten Monat erschien das Debütalbum der vier charmanten Jungs aus Niederbayern, das den Titel „Heavy Ride“ trägt.

Der Opener „Black Shirt“ lässt gleich erkennen, dass die Kombo aus den Kinderschuhen der Schülerbandtage herausgewachsen ist und jetzt Rock für Erwachsene macht. Bei den ersten Tönen des Sängers Florian Seemann klingelt’s im Oberstübchen, lässt sich doch ein deutlicher Grunge-Anteil heraushören, der sich stark in Richtung 90er Jahre Bands à la Nirvana und Perljam bewegt. Und hat sich der Verdacht, die Jungs würden auf den 90er-Jahre Zug aufspringen und diese Schiene fahren im Opener bemerkbar gemacht, so erhärtet er sich bei Track Nr. 2 „Cut & Dried“ nur noch. Hier ist die Anlehnung an DIE Grungeband der vorletzten Dekade kaum noch zu überhören…schön, dass die Jungs wohl auf Nirvana abfahren, nur leider fehlt hier definitiv zu viel Eigenpotenzial. Naja, ich will ja jetzt nicht sagen, dass sich alle 11 Songs des Silberlings im grünen Pappcover nach Nirvana anhören… es gibt durchaus auch einige Titel auf der Scheibe, die in eine „härtere“ Richtung gehen –  legen wir unser Ohrenmerk z.B. auf „No Silver Bullet“. Aber auch bei diesem Stück erkenne ich leider nicht sehr viel Eigenständigkeit, irgendwie schleicht sich das leise Gefühl ein, dass die Band zwar musikalisch genug Potenzial hätte, eigene Kreationen zu vollführen, aber diesen Trumpf (warum auch immer) nicht ausspielt. Vieles klingt einfach zu nachgespielt, auch wenn Songs und Texte von den Jungs selbst stammen.

Nun gut, genug gemeckert, es gibt durchaus auch Positives über die Scheibe zu schreiben, zum Beispiel, dass sie von der Songauswahl her sehr abwechslungsreich ist und sich jeder Song als Unikat erkennen lässt. Des Weiteren befinden sich durchaus auch bodenständige Rocksongs auf der Platte, zu denen man richtig gut mitrocken kann, hier sei als Beispiel „Demons and Prayers“ erwähnt, meiner Meinung nach der beste Track auf der Liste von „Heavy Ride“.

Fazit:

Nunja, ein „heftiger Ritt“ ist die Scheibe auf keinen Fall. Dafür fehlt mir einfach das nötige „Eigene“ an der ganzen Sache. Die Jungs sollten sich eher darauf konzentrieren eine deftige Portion HEAVY RIDE in den Pott zu schmeißen, als zu viel auf den 90ern rumzureiten, die zwar ohne Zweifel eine wichtige Zeit für den Rock’N’Roll darstellen, jetzt aber vergangen sind. Ich bin gespannt, ob die Truppe den Absprung schafft und sich auf dem nächsten Album mehr nach den 2010ern anhören wird.

[xrr rating=5/10]

HEAVY RIDE mit Heavy Ride
HEAVY RIDE mit Heavy Ride

Trackliste:

  1. Black Shirt
  2. Cut & Dried
  3. No Silver Bullet
  4. Last Tones Died Away
  5. Old Salt
  6. Along The Line
  7. Demons and Prayers
  8. For a Word
  9. Your Moment in the Spotlight
  10. Heading for Ruin
  11. For all the Heroes

Release: bereits erschienen
Genre: Rock
Label: Eigenproduktion
Mehr Infos zur Band: https://www.facebook.com/heavyride

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Franzi

Franzi ist gelernte Tischlerin und studiert derzeit Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Als Redakteurin ist sie seit Dezember 2011 bei Metalize.Me tätig. Ihre Schwerpunkte sind: CD-Rezensionen und Live-Reviews in den Bereichen Mittelalterrock, Metal und Gothic in allen Variationen.