HATEBREED mit Divinity Of Purpose

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Ach ja, Hatebreed. Wie aufmerksame Leser meiner Rezensionen der letzten Zeit eventuell schon mitbekommen haben könnten, stehe ich den Amerikanern tatsächlich nicht gerade aufgeschlossen gegenüber. Die Band produziert seit 1994 mit Hardcore vermischten (Thrash) Metal und war damals einer der Wegbereiter für Bands wie etwa Unearth. Unerreicht ist dabei die Reichweite und der kommerzielle Erfolg von Hatebreed, denn die Band hat sowohl in der Metal- aber gleichzeitig auch in der Hardcoreszene so viele Fans, dass sie regelmäßig sehr unterschiedliche Großtouren anführen und auf diverstesten Festivals im Jahr vertreten sind. Das muss und sollte man anerkennen, denn der Einfluss der Band ist in den sogenannten Nuller Jahren beinahe überall zu hören.

Was genau ist denn jetzt aber mein Problem mit der Band? Mein Problem ist, dass sich die Band seit dem ersten Album von 1997 so gut wie nicht weiterentwickelt hat. Weder Jamey Jastas Stimme (die ich einfach nicht gutfinden kann, so sehr ich auch will) noch das generelle Songwriting nach stumpfester Formel (ratata-rata-ta) haben seit Satisfaction Is The Death Of Desire einen bedeutenden Schritt gemacht. Und das ist nach nunmehr bald zwanzig Bandjahren irgendwie – nunja – traurig. Außerdem sind die Texte seit Minute 1 sinnentleerter Mist über Hardcore-Pride und Männerehre, was mich nicht dazu bringt mich mit auch nur einem Song zu identifizieren.

Aber kommen wir zum Grund meiner Ausschweifungen: Hatebreed beehren uns im Jahre 2013 mit einem weiteren Album – und ich bin teilweise überrascht worden. Positiv. Aber erstmal der Reihe nach: The Divinity Of Purpose fängt genauso an wie man es erwartet: Stumpfmetal allererster Güte, mit einem in meine Augen unfähigen Shouter. So weit, so zu erwarten. Das gesamte erste Viertel des Albums ist in meinen Ohren im Grunde mehr oder weniger zum Vergessen. Auch wenn das eine oder andere gefällige Riff dabei ist, sind Put It To The Torch, Honor Never Dies (wer verdammt nochmal denkt sich solche bescheuerten Titel aus?) und Own Your World Ausschussware. Stumpf, langweilig, austauschbar, versehen mit dümmlichen Texten. Also alles so wie immer möchte man jetzt sagen, aber mit The Language kommt durch etwas variableres Songwriting (Sprich Soli und Achtung: Pausen abseits von Breakdowns) so etwas wie Spannung auf. Gut, die Gangshouts sind Mist, aber man kann ja auch nicht alles haben.

Before The Fight Ends You hat dann sogar einen ganz netten Groove, und hier sitzen auch die Gangshouts. Toll sind die Lyrics immer noch nicht, aber man nähert sich etwas mehr dem hörbaren Bereich an. Und dann kommt der Hammer: Indivisible ist ein purer Hardcore-Song. Und zwar ein richtig guter. Die Band zieht das Tempo an, es gibt eingestreute Halb-Clean-Passage. Hier spürt man: Hatebreed könnten mehr als sich zum hundersten Mal selbst kopieren. Sehr positiv. Dead Man Breathing beginnt mit einem Slayer-Zitat, ist im Kern aber ein langweiliger Amon-Amarth-Song mit Jamey Jasta. Naja. Besser als sonst, aber irgendwie auch nicht so richtig das Wahre.

The Divinity Of Purpose setzt dann wieder etwas unkonventioneller an und das Intro verspricht mehr, aber im Chorus ist man leider zurück im Taka-taka-tak des typischen Hatebreed-Murkses. Trotzdem hat der Song seine guten Momente, die man leider selten genug erlebt. Nothing Scars Me ist unnötig, da man diesen Song doch eigentlich schon dreimal allein auf dieser CD hat – Bitter Truth hingegen hebt sich etwas mehr ab, auch weil man hier erneut mehr in Richtung Hardcore geht, Jamey sich zu Gesang hinreißen lässt und die Gitarren einfach interessanter sind. Warum, verdammt nochmal, nicht immer so? Genau: Time To Murder It. Endlich vorbei. Genug Hatebreed für 2013. Danke.

Fazit:
Ich bin nicht unvoreingenommen und ich tue auch nicht so: ich mag Hatebreed nicht und das hat sich mit The Divinity Of Purpose auch nicht geändert. Vielmehr frage ich mich, warum man die guten Ansätze aus Bitter Truth und Indivisible nicht einfach mal nimmt und endlich ein gutes Album veröffentlicht. Nunja. Wäre dies ein Debüt, so würde ich sagen: „sucht euch einen echten Shouter Jungs, dann wird das nächste Album mit etwas Übung bestimmt super.“ So sage ich: ARGH! SCHON WIEDER!.  Alle Hatebreed Fans können natürlich zuschlagen. Klingt nämlich ansonsten so wie immer und gut produziert isses ja.

Release-Date: bereits erschienen
Genre: Hardcore / Metalcore

[xrr rating=3.5/10]

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