GOJIRA mit L’Enfant Sauvage

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Die französische Band Gojira spielt modernen Metal und hat auf ihrem vierten Album

ihren Stil gefunden und in Stein gemeißelt. Das schließe ich daraus, dass uns auf dem fünften Album, L’Enfant Sauvage, mit dem wir es hier zu tun haben, keine Überraschungen mehr erwarten. Der Sänger, Gitarrist und Haupt-Songwriter Joe Duplantier hat scheinbar sein Rezept komplett, und so drohen Gojira zu einer dieser vielen Bands zu werden, die mit Routine und Professionalität ein gutklassiges Album nach dem andern abliefern. Ich wiederhole: gutklassig.

Aber hat man das neueste, braucht man das davor nicht mehr, oder umgekehrt. Aber lassen wir das Spekulieren und wenden uns dem aktuellen Material zu. Wie auch beim Vorgängeralbum haben wir es mit einer progressiven, aber recht geradlinigen Form des extremen Metals zu tun, die nur noch sehr entfernt an (modernen) Death-Metal erinnert, dafür einige Elemente des Industrial-Metals verarbeitet, um mal ein paar Schubladen aus dem metallischen Regal zu ziehen… Doublebass, Stakatoriffs, zurückhaltend-aggressiver recht monotoner Gesang, eine cleane, aber nicht sterile Produktion, und das für Gojira typische tapping und sliding sind die Zutaten, mit denen die Band ihr neuestes Album fabriziert hat. Der Hauptunterschied zum letzten Album ist der, wie die Farbigkeit des Covers schon andeutet, dass es ein klein wenig weicher, wärmer, freundlicher klingt – wenig verwunderlich, war das Thema des letzten Albums, The Way of all Flesh doch der Tod, während es beim aktuellen Album um die Freiheit bzw. auch um die Unterdrückung von Freiheit geht. Für meinen Geschmack sind damit aber auch einige Ecken und Kanten weg gebügelt worden; oder anders: der Schritt zu mehr Leichtigkeit und Luftigkeit hätte viel konsequenter und mutiger gemacht werden können. Das kurze Instrumetal „The wild Healer“ zeigt da zum Beispiel einen interessanten Ansatz, der aber nicht weiterverfolgt wird und gar einen unpassenden Kontrast zum darauf folgenden Track schafft. Das ist natürlich ziemlich subjektiv, aber ich finde das eine knappe Stunde lange Material trotz einiger Rhythmus-Wechsel und durchaus vorhandener Dynamik viel zu geradlinig und verliere bei jedem Hören nach einigen Songs die Lust am weiter hören.

Fazit:
Gojira
haben ihren Stil gefunden und stagnieren auf hohem Niveau. Das neue Album wird sicher einige neue Hörer finden, keine Fans wirklich enttäuschen, dafür aber einige andere ermüden.

[xrr rating =7/10]

Tracklist:

1.Explosia
2.L’Enfant Sauvage
3.The Axe
4.Liquid Fire
5.The Wild Healer
6.Planned Obsolescence
7.Mouth Of Kala
8.The Gift Of Guilt
9. Pain Is A Master
10.Born In Winter
11.The Fall

Spielzeit: 56:28

Label: Roadrunner Records
Release: Bereits erschienen
Genre:
Progressive Death Metal

Mehr Infos zur Band findet ihr hier:

http://www.gojira-music.com/

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