Franks Kurzrezensionen im Januar

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Das letzte Jahr steckte voller Überraschungen. Um der Flut an CDs und neuen Alben Herr zu werden bzw. diese ein wenig einzudämmen, hat Frank für euch einige Kurzrezensionen verfasst. U.a. dabei: Diagonal, Hellbringer, Hopewell, Lecherous Gaze, Neal Morse, Nightstalker, Nonexist, OJM, Spit Fire, Toxic Rose, Uncle Acid & The Deadbeats und Woo Fat. Zu den einzelnen Rezensionen gelangt ihr, wenn ihr den Bandnamen in der Aufzählung anklickt.

DIAGONAL mit The Second Mechanism
DIAGONAL mit The Second Mechanism

Diagonalen sind für manchen Schüler ein Graus, für andere eine Herausforderung. Übertragen auf die Musik dürfte es ähnlich sein. 5 Songs verteilt auf 44 Minuten, da schreit man sofort: „heftige Kost.“
Genau so ist es. Erst dachte ich noch man kann diesen musikalischen Gaumenschmaus nebenbei genießen. Nein, das geht nicht! Die schönen, unterhaltsamen Elemente sind rar gesät und zerfasern in Verlauf recht schnell. Die Mischung aus Jazz und Prog Rock ist zwar ganz interessant, wird mir aber hier zu schwer verdaulich dargeboten.
Diagonal ist wirklich nur was für extrem Proggies, die es auch lang und ausführlich Instrumental mögen. Mir ist die Kost zu schwer.

[xrr rating=6/10]

Label: Rise Above
Genre: Progressiv Rock / Jazz
Release: November 2012

HELLBRINGER mit Dominion of Darkness Cover
HELLBRINGER mit Dominion of Darkness

Australien hat grad einen mächtigen Schub … und das in allen Genres! Hellbringer setzten auf den guten alten Old School Thrash in der traditionellen Trio Besetzung. Mid Tempo Passagen mit ordentlichem Groove wechseln mit Highspeed ab, dazu gibt es einen etwas düsteren rauen Gesang.
Klingt nicht schlecht! So etwas wurde zwar schon vor Jahren von Sodom, Destruction, u.v.a.m. in ähnlicher Form zelebriert. Es klappt aber auch bei Hellbringer, weil die Punkte die für den Thrash Bereich von Bedeutung sind, auf den Punkt getroffen werden.
Hellbringer dürften jedem Thrash Fan, dessen CD Regal noch nicht überladen ist, gefallen.

[xrr rating=7/10]

Label: High Roller Records
Genre: Thrash
Release: 2012

HOPEWELL mit Another Music Cover
HOPEWELL mit Another Music

Mit Hopewell haben TeePee die nächste Bedienung in Sachen Psychodelic Rock am Start. Die EP umfasst 5 Songs, die wahrscheinlich nur Fans der Band interessieren dürften. Der Opener kommt noch ganz kurzweilig daher. Danach reißt mich nichts mehr wirklich vom Stuhl.

[xrr rating=5/10]

Label: Tee Pee
Release: September 2012
Genre: Psychodelic Rock

Lecherous Gaze mit On The Skids Cover
Lecherous Gaze mit On The Skids

Mittlerweile bin ich etwas zwiegespalten, wenn es um Retro und 60´er bzw. 70´er geht. Auf der einen Seite wird mir einfach viel zu viel hochgejubelt, was im Grunde dann wieder „Another Boring Band“ ist, auf der anderen Seite, ist mir der warme Sound vieler CDs lieber als der klinisch reine Sound der großen Bands.
Aus Kalifornien, genauer gesagt aus Oakland stammen Lecherous Gaze, die ihre Wurzeln, wie sollte man es anders erwarten bei Led Zep haben. Trotzdem klingt On The Skids anders. Das liegt daran, dass die Musiker nicht nur die Retrowelle herabsurfen, sondern andere Einflüsse mit einbringen.
Alles in allem eine schöne Sache, wenn man sich zum einen am Retroboom noch nicht sattgehört hat und dennoch Lust auf neue Ideen hat.

[xrr rating=7/10]

Label: Tee Pee
Release: November
Genre : 60er /70er Hard Rock

Neal Morse mit Momentum Cover
Neal Morse mit Momentum

Der ehemalige Spoks Beard Frontman Neal Morse haut mit Momentum seine nächste Veröffentlichung raus. Bei mir sorgt das neue Werk durchgehend für einen Wechsel zwischen entspannt lauschen und genervt weghören. Zwischen durch blitzt mal Euphorie auf, bevor es dann in gähnende Langeweile umschlägt. Ich bin noch nie der große Prog Rock Freund gewesen und werde es wohl auch nur in Ausnahmefällen bleiben. Freunde von Yes, Transatlantic oder Morse Ex Band sollten auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. Wenn man die musikalische, songschreiberische u.ä. Qualitäten bewerten müsste, würde man um eine hohe Neuner Wertung nicht rumkommen. Ich denke aber, dass der Kreis derer, die hieran wirklich Spaß haben eher klein sein wird. Der Rest erlebt Momentum ähnlich wie ich als Achterbahnfahrt der musikalischen Gefühlswelt.

[xrr rating=6/10]

Label: Inside out
Genre: Progressiv Rock
Release: September 2012

NIGHTSTALKER mit Dead Rock Commando Cover
NIGHTSTALKER mit Dead Rock Commando

Dead Rock Commando klingen so staubtrocken und steinig als würde die Band direkt aus dem Death Valley oder anderen Staub und Stein Wüsten stammen. Das klingt auf der einen Seite sehr geil. Hat Feeling wird aber leider im Verlauf der Spielzeit auch langatmig und man verliert allmählich den Faden. Schade! Ach ja, die Truppe kommt nicht aus der Wüste, sondern aus Griechenland, aber Staub und Steine gibt es da auch.

[xrr rating=6/10]

Label: Small Stone Records
Genre: Stoner Rock
Release: August 2012

Nonexist mit From my Cold Dead Hands Cover
Nonexist mit From my Cold Dead Hands

10 Jahre waren Nonexist, das Sideprojekt des ehemaligen Arch Enemy Grunzers, weg vom Fenster. Nun startet Johan Liiva mit Johan Reinholz einen neuen Versuch. Das Ergebnis ist beim Opener noch sehr geil, klingt nach dem 90´er Übergang vom Thrash zum Death Metal.
Feines Thrash Geballer in Kombination frühen Death Metal Anleihen. Nach und nach verabschieden sich die beiden „Johäne“ dann aber von der klaren Linie.
Mal werden die Songs melodisch thrashig, dann geht es in ein Megagefrickel über das zeitweise einer Free Jazz goes Metal Jam Session ähnelt.
Das macht From My Cold Dead Hands ziemlich sperrig und nimmt dem Hörer zunächst den Spaß.
Im Moment ist das Album mehr ein Wechselbad der Gefühle, aber es gab ja schon häufig Bands, die anfangs ziemlich sperrig waren und später „kult“ wurden.

[xrr rating=6/10]

Label: Pivotal Recordings
Genre: Progressiv Metal, Melodic Death Metal, Thrash Metal
Release: November 2012

OJM mit Volkano Cover
OJM mit Volkano

Was fällt mir spontan ein, wenn ich an das 2. Halbjahr 2012 denke. Stoner Rock, 70´er Retro und Italien. Auch OMJ stammen aus dem Stiefelland! Auch OMJ spielen Stoner Rock mit einem starken 70´er Einschlag. Dabei schaffen sie es ihre 10 Songs auf 36 Minuten zusammen zufassen. Das funktioniert ganz gut. Mal rockt OJM locker daher (Venus), dann wird es es düsterer (Rainbow) um auch mal staubtrocken daher zu kommen.
Positiv anzumerken ist, dass die Scheibe trotz allem 70´er und Stoner Feeling genug Druck macht, sodass auch der Nichtkiffer Spaß an der Sache hat. Volcano ist eine ordentliche Scheibe, die immer mal den Funken überspringen lässt.

[xrr rating=6.5/10]

Label: Go Down
Genre: Stoner Rock ,70´er Rock
Release: November 2012

SPIT FIRE mit Devil´s Dance Cover
SPIT FIRE mit Devil´s Dance

Seit Volbeat in die Szene eingebrochen sind die Rock´n´Roller, Psychobillys, oder wie auch immer man die Jungs nennen, will immer Presenter im Metalgeschäft.
SpitFire schlagen mit Devil´s Dance in diese Kerbe ohne dabei zu versuchen Volbeat nachzuahmen.
Die EP macht ordentlich Spaß und schon bei „King´s of Rock´n´Roll“ fängt das Tanzbeinchen an zu wippen. Auch „My Way“ zeigt, wie man raue Straßenköter mit melodischen Rock´n´Roll paaren kann.
Wenn SpitFire es schaffen diese Qualität in Zukunft auf die volle Spiellänge einer CD zu bannen, dann könnte hier ein weiterer Stern aufgehen.
Devil´s Dance haut einem, wie sagt man so schön, die Falten aus dem Sack!

[xrr rating=8.5/10]

Label: SPV/Steamhammer
Genre: Rock´n´Roll
Release: Novenber 2012

TOXIC ROSE mit Toxic Rose Cover
TOXIC ROSE mit Toxic Rose

Endlich wieder neues Sleazefutter aus Skandinavien! Dazu noch ein Häppchen, das Mal nicht in der üblichen Schiene fährt. So ein klein wenig schimmert Sister Sin zu Debüt Zeiten durch. Gefällt mir wirklich gut, was der Schweden Vierer hier abliefert.
Die Truppe gründete sich erst 2010 klingt aber als hätten sie schon einige Jahre Erfahrung. Das ist so, weil hier ehemalige Lipstixx N Bulletz und Gimmeni Five Mitglieder vertreten sind.
Alle 5 Songs bieten für jeden Sleazer Rocker die richtige Mischung aus härte, Melodie, Partyfeeling, Mitsingcharakter! Alles, was das Herz begehrt! Jungs, es war der richtige Schritt Toxic Rose ins Leben zu rufen. Fast hätte ich im Rausch der Euphorie von Sleaze Metal im Weltklasseformat gesprochen. Nicht ganz, aber an gutklassige Bands wie Crashdiet, Crazy Lixx und Co kommen diese Jungs auch … und sie machen einfach so viel Spaß, dass man den ein oder anderen Vergleich gerne unter den Tisch fallen lässt.

[xrr rating=8/10]

Label: Rock It Up
Genre: Sleaze Metal
Release: Dezember 2012

UNCLE ACID & THE DEADBEATS mit Blood Lust Cover
UNCLE ACID & THE DEADBEATS mit Blood Lust

Woran erkennt man das ein Boom zum Hype wird? Klar, plötzlich wird alles Mögliche und Unmögliche veröffentlicht. Manchmal fragt man sich warum? Das war schon so, als man jede True Metal Kapelle veröffentlichte, die bei einer in den 80´er Jahren bekannten Heavy Metal Band mal an die Proberaumwand gepullert hat (natürlich von außen) und das ist heute auch wieder so.
Die Welle an Doom, Psychodelic, Okkult, frühe Black Sabbath oder Pink Floyd beeinflussten Bands ist unendlich lang. 2011 veröffentliche der Säure Onkel seine zweite Scheibe noch in Eigenregie und heimste dafür überragende Kritiken ein. Ende 2012 kommt das Teilchen auf Rise Above raus. Im Gegensatz zu einigen wirklich abgegriffenen Scheiben findet Blood Lust noch eine schöne Sparte. Findet mit ihrer auf 70´er gemachten Produktion den Unterschied zur klinischen Produktion anderer Stilarten. „Bloodlust“ ist eigentlich eine Scheibe, die man Freunden der Retro Welle ans Herz legen müsste. Ich befürchte grade aber, dass der ewige Kreisel weitergeht! Das Angebot an gutklassigen Bands ist extrem hoch und der Fan weiß nicht mehr, wo er noch ein paar Groschen zusammenkratzen kann, um die nächste Truppe zu unterstützen.

Label: Killer Candy Records
Genre: 70´er Rock
Release: November 2012

Woo Fat mit The Black Code Cover
Woo Fat mit The Black Code

So, zum Abschluss geht es noch mal in die Stoner Ecke. Wo Fat aus Texas hängen mit ihrem Album tief in der Tradition von Kyuss. Ja, ihr lest richtig … Album! Die 5 Stücke, die hier vertreten sind, bringen es auf satte 47 Minuten Spielzeit. Wie bei den erwähnten Kyusss, knirscht bei Wo Fat der Wüstensand zwischen Zähnen, und wenn man den Riffs lauscht, sieht man förmlich, wie sich im Sand diese lustigen kleinen Sandwirbelstürmchen bilden. Der Opener „Lost Highway“ bummelt sich knapp über fünfeinhalb Minuten durch die Boxen und lässt aufhorchen. Danach bauen Wo Fat 4 Kunstwerke. Wobei man „bauen“ und „Kunstwerke“ schon annähernd wörtlich gemeint ist. Für mich ist es z.T. schon etwas zu viel des Guten. Ich mag es halt, wenn die Musik und nicht die Musiker im Mittelpunkt stehen. Trotzdem muss auch ich anerkennen, dass die Jungs hier viel nachgedacht und versucht haben und letztendlich jeden Song mit einem einmaligen Spannungsbogen ausgestattet haben.
Wie gesagt, für mich etwas zu viel des Guten!

[xrr rating=6.5/10]

Label: Small Stone
Genre: Stoner Rock
Release: November 2012

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