FOR ALL THOSE SLEEPING mit Outspoken

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Same Same, but different? For All Those Sleeping aus Minnesota könnten im Grunde leicht als eine der von mir so oft gescholtenen Generic-Hardcore Bands (Nummer 2157) durchgehen, erfüllen sie doch am Ende alle wichtigen Klischees die so eine moderne Hardcore Band erfüllen muss – ein Wechselspiel von Breakdowns, cleanen (Pop-Punk) Chorus-Passagen, Shout-Versen und Elektro-Elementen, wie eh und je arrangiert und zeitgemäß produziert, wird geboten. Dazu die richtige Mischung aus emotionalen Texten (Wut, Trauer, Trennung, Freundschaft) und fertig ist die aktuelle Platte, also nicht weiter spannend würde man meinen und eigentlich unter „Ferner liefen“ ablegen.(Verriss ik hör dir trapsen). Wären die Songs auf ihrem zweiten Album Outspoken nur nicht so verdammt gut geschrieben und beinahe jeder ein latenter Ohrwurm. Und würde mich diese Platte nur nicht so sehr an die starke For Those Who Have Heart der von mir geliebten A Day To Remember erinnern. Verdammt.

Schon der Opener Once A Liar (Always A Fake) überzeugt einfach. Jeder Part sitzt im Grunde wo er sitzen muss und der finale Breakdown wird vermutlich die eine oder andere Venue nahe in den abrissreifen Zustandversetzen. Toller Track und beinahe A Day To Remember zu For Those Who Have Heart Zeiten würdig. Mir gefällt, nebenbei bemerkt, aus irgend einem Grund die etwas höhere Stimme des Leadsängers ziemlich gut. Während Mark My Words im Vergleich etwas blass bleibt (aber im Grunde mit den gleichen Dingen punktet), bringt Tell Me The Truth Abrissverse und Ohrwurmchorus toll zusammen. Stark. Das etwas softere (gar schon balladeske) Follow My Voice steht in einem angenehmen Kontrast zum deutlich härteren Turn Of The Century was sehr vehement zur Moshpit ruft. Mehrfach und deutlich. Life On Fire ist eher Standardkost, bevor mit dem wieder deutlich pop-lastigeren Love Isn’t Real wieder A Day To Remember gehuldigt wird (und sehr präzise mein Nerv getroffen wird). So cheesy der Text auch ist, mich holt der Song ab. Never Trust A Dead Man bietet dann wieder genau das Gegenteil, nämlich brutalo-Breakdowns und feinste Ins-Gesicht-Musik. Ebenfalls eins der Highlights dieses Langspielers. Die Songanordnung ist übrigens sehr gelungen – langweilig wird es durch die unterschiedlichen Dynamiken nicht. Shaken Not Stirred und das wieder softere One Kiss unterstreichen dann nochmal genau diess Gefühl, bis mit Backstabber ein sauberer Abschluss gelingt.

 Fazit: For All Those Sleeping überraschen mich. Und zwar sehr positiv. Outspoken ist ein durch und durch gelungenes Album. Nicht unbedingt die Ausgeburt der Inspiration, kein Quell unbändiger Ideen, aber ein überdurchschnittliches Album welches alle Elemente von Pop-Punk und Hardcore so auf den Punkt bringt wie es zuletzt A Day To Remember auf Homesick geschafft haben. Abzüge in der B-Note gibt es nur wegen mangelnder Eigenständigkeit – aber wer ist das heute noch.

[xrr rating=7.5/10]

 

for-all-those-sleeping-outspoken

01. Outspoken
02. Once A Liar (Always A Fake)
03. Mark My Words
04. Tell Me The Truth
05. Follow My Voice
06. Turn Of The Century
07. Life on Fire
08. Love Isn’t Real
09. Never Trust A Dead Man
10. Shaken Not Stirred
11. One Kiss
12. Backstabber

Veröffentlichung: Bereits erschienen

Label: Fearless Records

 

 

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