EUROPE mit Bag of Bones

Dir gefällt der Artikel? Dann teile ihn!

Europe sind immer für Überraschungen gut und es ist schon schwer sich als Fan im Vorfeld einzustimmen. Immerhin weiß man nie was passiert und ob man mit dem nächsten Album nicht eine Pfanne an die Birne geknallt bekommt. (Die stilistischen Sprünge zwischen der von der vor „Final Countdown“ Phase  zur Megaerfolgsphase „Final Countdown“ sind nicht ganz so extrem wie der Sprung nach der Reunion. Aber was kommt nun?
Bisher hatte ich Glück, dass die stilistischen Änderungen Europes immer noch in mein Geschmacksschema passten und ich das Gefühl hatte immer noch Europe zu hören. Der Wandel nach der Reunion passte, wirkte modern, aber nicht aufgesetzt und machte richtig Spaß, so dass meine Vorfreude auf „Bag of Bones“ ins Unermessliche stieg.


Und dann kommt die Ernüchterung! Europe auf dem Blues Trip, Europe goes 70ér, Europe die irgendwie so gar nicht mehr greifbar sein wollen. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber wenn ich Nazareth hören will, hör ich Nazareth und nicht Europe auf dem Nazareth Trip!
Teilweise rutscht das Ganze noch weiter ab und Europe klingen wie Led Zeppelin, Uriah Heep oder The Who.
Keine Frage ich höre die alten Klassiker gerne. Warum sich Joey Tempest und John Norum nun aber als Musiker profilieren wollen (was sie gar nicht müssen, weil jeder weiß wie gut sie sind) und deshalb auf diesen Zug aufspringen weiß ich nicht.
Der Opener „Riches To Rags“ schließt an „Last Look At Eden“ an, nur tiefer, düsterer und mit diesem leichten 70er Touch. Die stilistische Ausrichtung dürfte damit klar sein und noch was fällt schon jetzt auf, die Songs auf „Bag Of Bones“ sind nicht so greifbar. Wenn schon der Opener etwas hakelig daher kommt… Nachtigall ich hör dir trapsen.
Not Suposed To Sing The Blues“, zeigt dann die zweite Richtung … Blues! Wenn man auf blusigen Rock steht passt der Song ansonsten, … !
Spätestens bei „Firebox“ wird klar, dass alte Europe Fans, die an den drei After-Reunion Scheiben noch ihre Freude hatten, mit dem Album, mit „Bag Of Bones“ ihre Schwierigkeiten bekommen werden. Die oben angesprochenen Bands, als Vorbilder der Europe Musiker , treten immer weiter in den Vordergrund! Die Songs werden musikalisch anspruchsvoller, dafür aber unheimlich in die Läge gezogen
Wenn man den Interviews in diversen Rock Magazinen Glauben schenken darf haben Europe sich hier einen Herzenswunsch erfüllt.
Rein musikalisch betrachtet muss man feststellen, dass die Band sich jetzt in die Liga der ganz großen gespielt hat, denn diese Songs sind schon klasse.
Das große Aber ist jedoch wie die Fans drauf reagieren und da befürchte ich eher negative Bemerkungen. Ist der durchschittliche Europe Hörer doch eher der, der den gradlinigeren Sound mag.
Mir ist das Album zu langatmig und trotz guter Kompositionen bleiben die Stücke irgendwie im Rohr hängen … sogenannte Rohrkrpierer.
Da wo „Start From The Dark“ einen mit seinen Hooklines und Melodien mitgerissen hat, wo bei „Last Look At Eden“ die Refrains gegriffen haben und wo „Secret Society“ mitreißend war, läuft „Bag Of Bones“ an mir vorbei!
Fazit:
Europe legen mit „Bag of Bones“ ein zweischneidiges Schwert vor. Musikliebhaber mit Hang zum 70´er Rock und ein Großteil der Schreiberlinge werden begeistert sein. Europe Fans werden sich schwer tun. Nur weil die musikalisch Qualität nicht überhörbar ist und nicht unberücksichtigt bleiben soll gibt es von mir 7 Punkte. Der EuropeFan hätte nur 5 gegeben.

[xrr rating=7/10]

Trackliste:

  1. Riches To Rags
  2. Not Supposed To Sing The Blues
  3. Firebox
  4. Bag Of Bones
  5. Requiem
  6. My Woman My Friend
  7. Demon Head
  8. Drink And A Smile
  9. Doghouse
  10. Mercy You Mercy Me
  11. Bring It All Home

Label: Ear Music

Release: April 2012

Genre: Hard Rock

Dir gefällt der Artikel? Dann teile ihn!