DRAGONFORCE mit The Power Within

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Vier Jahre nach dem Kracher-Album „Ultra Beatdown“ ist jetzt die neue Scheibe „The Power Within“ der Power-/Speedmetal-Band DRAGONFORCE erschienen.

Das fünfte Studioalbum der Jungs ist anders, schon alleine deshalb, weil es der erste Silberling ist, auf dem die Stimme des „neuen“ Sängers Marc Hudson zu vernehmen ist.

Die Karriere der 6 Engländer begann 2003, damals noch als Geheimtipp gehandelt, haben sich die Londoner Metaller durch verschiedene Medienauftritte und nicht zuletzt als legendärer Endgegner beim allseits bekannten Video-Spiel „Guitar Hero“ einen Namen gemacht.
Nun steht das fünfte Studiowerk der Briten in den Läden und dieses knüpft nahtlos an die erfolgreiche Vorgängerplatte an. Trotzdem war auch mein erster Gedanke: „Kann der neue Frontmann seinen Vorgänger ZP Threat würdig ersetzen?“

Also gut: CD-Player auf, Silberling rein, Deckel zu und ab geht’s! Schon beim Opener „Holding On“ erkennt der wahre Fan: Ja, das ist DRAGONFORCE und was da zu hören ist, ist verdammt gut!
Wie gewohnt preschen Schlagzeug und Gitarren nach vorne und es scheint fast so, als wollten sie die Stimme des Neulings gleich richtig fordern, denn auch der Gesang fetzt von Anfang an richtig los. Obwohl ich die Stimme von ZP Threat sehr mochte und auch jetzt noch gerne in das letzte Album reinhöre, macht Marc Hudson seine Sache gut und ist sogar noch ein Stückchen zackiger im Song unterwegs als sein Vorgänger.
Im nächsten Track „Fallen World“ wird das Tempo noch gesteigert. Es scheint ein Wunder zu sein, dass der gute Herman Li, seines Zeichens Gitarrist der Kombo, noch keine Knoten in den Fingern hat, denn dieser Song ist angeblich der bisher schnellste Track der Power-Metaller.
Atemberaubende Gitarrenriffs und klassische Refrains, so muss das sein.
„Cry Thunder“ ist ein typischer DRAGONFORCE- Mitsing-Song… hier wurde auf hymnische Refrains und ein etwas „langsameres“ Tempo gesetzt. Was darf aber bei DRAGONFORCE auf keinen Fall fehlen? Tolle Gitarrensoli natürlich! Und genau die müssen wir bei diesem Stück nicht missen.

Richtig losgeballert wird in „Give Me The Night“. Auch bei diesem Lied haben wir wieder einen Refrain, den der Hörer ohne Probleme mitsingen kann und genau das ist es, was ich an der Band mag. Trotz des schnellen Tempos bleibt immernoch genug Zeit für den Gesang, der nicht verzerrt oder gegrunzt werden muss, sondern gesanglich „schön“ in unseren Ohren ankommt. Ausser einem angenehmen Gesang finden sich hier grandiose Gitarrenriffs, wie es sie eben nur bei DF gibt.
„Wings Of Liberty“ ist vielleicht ein bisschen gewöhnungsbedüftig, da der Song sehr langsam beginnt und auch im Song selbst stellenweise das Tempo sehr gedrosselt wird, aber nur, um danach genauso schnell wieder loszurocken.
Die Nummer 6 „Seasons“ auf der Liste ist mit Sicherheit der Song, der polarisieren wird. Ungewohnt ruhig kommt das Stück daher… aber das muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Wer die ganze Zeit nur „Mit voller Wucht auf die Fresse“-Metal macht, darf doch ruhig auch mal ein bisschen chillen, oder?

Nach dieser Exkursion in etwas ruhigere Gefilde, legen die Jungs bei „Heart Of The Storm“ wieder richtig los und was kann man zu schnellen Gitarrenriffs besseres tun, als vom Stuhl aufzustehen, die Luftgitarre auszupacken und so zu tun als wäre man Herman Li höchstpersönlich?
Den Übergang zu „Die By The Sword“ muss man eventuell suchen, weil auch dieser Track sich wieder in gewohnter DRAGONFORCE-Manier vorwärts bewegt und wir eigentlich gleich die Luftgitarre ausgepackt lassen können, damit uns ja kein Riff oder Solo durch die Lappen geht.
„Last Man Stands“ beginnt auch sehr melodisch, die Gitarren halten sich gekonnt im Hintergrund, aber sobald Marc Hudson das erste Mal den Mund zumacht, wird wieder ohne Rücksicht auf Verluste losgeballert und es scheint, als würde die Double-Bass nie wieder zum Stillstand kommen.
Doch beim letzten Stück des Albums tut sie das, denn ganz unten auf der Trackliste befindet sich die Akustik-Version des Songs „Seasons“. Sehr interessant mal zu hören, wie sich DF ganz ohne „Metal“ anhört.

Fazit:

„Fast, faster, DRAGONFORCE!“
„The Power Within“ ist meines Erachtens nach eines der gelungensten Werke der Insulaner.
Der eingefleischte Fan wird es lieben und Neugierige werden sicherlich gebannt vom Können des überwältigenden Gitarristen Herman Li sein. Auf diesem Album schaffen es Dragonforce perfekt den höchsten Ansprüchen an eine Mischung aus Power- und Speedmetal gerecht zu werden.

[xrr rating=9.5/10]

Trackliste:

1. Holding On
2. Fallen World
3. Cry Thunder
4. Give Me The Night
5. Wings Of Liberty
6. Seasons
7. Heart Of The Storm
8. Die By The Sword
9. Last Man Stands
10. Seasons (Acoustic Version)

Release: 20.04.2012
Genre: Power-/Speedmetal
Label: Electric Generation Recordings (Soulfood Music)

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Franzi

Franzi ist gelernte Tischlerin und studiert derzeit Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Als Redakteurin ist sie seit Dezember 2011 bei Metalize.Me tätig. Ihre Schwerpunkte sind: CD-Rezensionen und Live-Reviews in den Bereichen Mittelalterrock, Metal und Gothic in allen Variationen.