DRAGGED INTO SUNLIGHT mit Widowmaker

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Verstörend, verstörender, „Widowmaker“! Das neuste Machwerk der britischen Extreme-Metalband DRAGGED INTO SUNLIGHT, erschien letzten Monat unter dem Label Prosthetic Records und ist alles andere als leichte Kost.

Im Gegensatz zur Vorgängerscheibe „Hatred For Mankind“, beinhaltet die neue Platte der Briten nur drei Songs, die es aber trotz der halbierten Songanzahl auf knapp 40 Minuten Laufzeit schaffen. Drei Songs, die es meiner Meinung nach faustdick hinter den Ohren haben. Die Tracks haben keine Titel, sie wurden lediglich als Part I, Part II und Part III bezeichnet. Schon der erste der drei Teile (Part I) geht geschlagene 15 Minuten lang und wirkt wie ein überdimensional langes Intro. Doch das ist noch nicht alles, denn ungefähr ein Drittel des „Songs“ passiert nichts, außer dass jemand gefühlte zwei Mal ein Riff in die Seiten einer Gitarre haut. Auch sonst passiert in dem Stück nicht viel. Es werden einige Sprachsamples dazugeschmissen und danach gesellen sich einige ziemlich disharmonisch klingende Geigentöne zu den Gitarrenriffs. Es gibt weder Gesang noch Schlagzeug, nur diesen Einklang von Gitarre und Violine gepaart mit gruseligen Gesprächsfetzen, die sich anhören als wären sie einem Interview mit einem Geisteskranken entsprungen. Und das ist noch nicht mal an den Haaren herbeigezogen, haben doch DRAGGED INTO SUNLIGHT im Song „Boiled Angel/Buried With Leeches“ (Hatred For Mankind) die Stimme von Charles Manson für die Sprachsamples verwendet. Ich hatte nicht gedacht, so etwas mal zu schreiben, aber dieser Sound kann den Hörer wirklich wahnsinnig machen. Wahnsinnig im Sinne von geisteskrank. Depressiver und bedrückender kann eigentlich kein anderes Lied auf der ganzen Welt sein. Einige nennen dieses „Intro“ „die Ruhe vor dem Sturm“, ich nenne es einfach nur „beklemmend“. Dennoch könnte man dieses Stück mit viel gutem Willen noch in die Post-Punk-Schiene schieben, wenn man das denn wollte.

Die krassen Gegenteile zu Part I, sind Part II und Part III. Diese beiden Teile sind mir zwar nicht ganz so suspekt wie der überaus verstörende erste Teil, dennoch ist es schwer sich in die Tracks reinzuhören. Riffs und „Gesang“ lassen sich nicht in eine Musiksparte stecken, scheinen aber irgendwo zwischen Doom/Death-und Blackmetal beheimatet zu sein. Bei dieser Mischung gibt es keine klare Linie, alles ist miteinander verwoben, aber so schwammig, dass sich das Zuhören alles andere als spaßig gestaltet. Im Gegenteil, es ist äußert schwierig, um nicht zu sagen anstrengend, sich überhaupt auf die Musik einzulassen, weil wie gesagt in Part II+III das pure Chaos herrscht.

Nicht nur die Musik ist verstörend, das Pappcover der Platte und auch das Booklet machen die Sache nicht besser. Sowohl außen als auch innen ist alles über und über mit psychedelischen Bildern oder Handskizzen versehen, die makaber und abstoßend wirken.

Fazit:

„Widowmaker“ ist verstörend und deprimierend. Selbst Hartgesottene dürften mit dieser Scheibe ihre Schwierigkeiten haben und wer wirklich Probleme mit den Nerven hat, sollte lieber nicht zugreifen. Trotz allem scheinen sich DRAGGED INTO SUNLIGHT Gedanken über die Scheibe gemacht zu haben, denn ob man es wahrhaben will oder nicht, das Ding ist ein Konzeptalbum.

[xrr rating= 3/10]

 

DRAGGED INTO SUNLIGHT mit Widowmaker
DRAGGED INTO SUNLIGHT mit Widowmaker

Trackliste:

  1. Part I
  2. Part II
  3. Part III

Release: bereits erschienen

Genre: Extreme Metal

Label: Prosthetic Records/Sony Music

Mehr Infos zur Band: http://www.draggedintosunlight.co.uk/

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Franzi

Franzi ist gelernte Tischlerin und studiert derzeit Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Als Redakteurin ist sie seit Dezember 2011 bei Metalize.Me tätig. Ihre Schwerpunkte sind: CD-Rezensionen und Live-Reviews in den Bereichen Mittelalterrock, Metal und Gothic in allen Variationen.