CIRCUS MAXIMUS mit Nine

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Fast fünf Jahre schreiben fünf Norweger an zehn Liedern für ihr drittes Album, das am ersten Juni das Licht der Welt erblickt. Geben sie ihrem Baby einen passenden Namen? Ist dieser auf irgendeine Art, nach Aristoteles, Frege oder Spock, logisch? Ist das Grafikdesign des Covers wenigstens schön?

Nine! Name und Artwork stehen in ihrer nüchternen Schlichtheit in geradezu absurdem Gegensatz zum Inhalt des Albums. Denn wie schon auf Isolate bestimmen komplexe Arrangements, einprägsame Melodien, knackige Rhythmen und ein ordentlicher Schlag Heaviness wohl balanciert das Geschehen. Die Jungs haben schon auf dem zweiten Album „ihren Sound gefunden“, wie man so sagt, und ihn nun weiterentwickelt. Das progressive Pendel schlägt erwartungsgemäß in den längeren Songs Architect of Fortune, Burn After Reading und Last Goodbye am stärksten aus, da dort Instrumental-Eskapaden, die mit auf den Punkt gebrachte Melodie-Feuerwerke passend umschrieben sind, mehr Raum gegeben wird. Da ich gerade von Melodie-Feuerwerken fabuliere, verwurzelt ist Nine letztlich sowieso im Melodic Metal.

Die progressiven Elemente sind natürlich allgegenwärtig, die Herzstücke der Songs, die tragenden Teile aber sind geradlinige, eingängige auf Gitarre und Gesang basierende Motive mit hohem Wiederkennungswert, von denen ausgehend der vielschichtige Sound mit verspielten Keyboards und petrucci-esken Gitarrensoli erst entwickelt wird. Apropos, natürlich drängt sich jetzt die Frage nach einem Vergleich zu Dream Theater auf. Ja, deren Einfluss scheint gelegentlich durch, dennoch sind Circus Maximus weit davon entfernt, ein DT-Clone zu sein. Denn genau dort, wo Petrucci & Co. ihre Instrumental-Skills manchmal zu sehr breittreten, sind CM schon längst weiter, weil sie ihre Songs kompakter, hörerfreundlicher umsetzen. Zudem ist Michael Eriksen ein erstklassiger Sänger mit angenehmem, eigenem Timbre, der mehrheitlich in moderater Tonlage singt.
Was ausserdem die stimmungsaufhellende, ja geradezu erhebende Atmosphäre des Albums anbelangt, höre ich insofern eher Parallelen zu den Schweden Seventh Wonder und deren Meilenstein Mercy Falls, auch hinsichtlich der gewissermaßen porentief reinen Ästhetik, die Nine mithilfe der ausgewogenen Produktion transportiert.

Fazit:
Nine
ist Circus Maximus‚ bisher bestes Werk. Magst Du Symphony X, Pagan’s Mind und/oder Seventh Wonder? Dann magst Du definitiv auch Nine! Wem die letzten beiden Amorphis-Platten gefallen haben, sollte hier auch mal ein Ohr riskieren.

[xrr rating=8.5/10]

01. Forging
02. Architect Of Fortune
03. Namaste
04. Game Of Life
05. Reach Within
06. I Am
07. Used
09. The One
10. Burn After Reading
11. Last Goodbye

Releasedate: 1.6.2012
Label: Frontiers Records
Genre: Progressive/Melodic Metal
Mehr Infos zur Band unter:

 

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Ein Gedanke zu „CIRCUS MAXIMUS mit Nine

  • 8. Juni 2012 um 19:56
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    Hey very nice blog!

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