CANDLEMASS mit Psalms For The Dead

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Die Doomer CANDLEMASS legen mit ihrem neuen Werk „Psalms For The Dead“ ihren teilweise Abschied hin und machen dies ganz ok, können mich aber nicht richtig vom Hocker reißen.

Candlemass - Psalms for the dead Cover
Candlemass – Psalms for the dead Cover

Teilweise Abschied? Nun ja, nach Aussagen von Gründer und Bassist Leif soll dies zumindest das letzte Studioalbum sein, live wolle die Band aber weiterhin präsent sein. Doch auch hier gibt’s Einschränkungen. Kurz nach Veröffentlichung des Albums wurde bekannt, dass Sänger Rob nicht mehr Teil der Band sei, was an seinen Live Qualitäten liegen solle. Und was ich vorher nur von anderen Aussagen her kannte, konnte ich mir dann live auf dem Wacken ansehen: Ich glaube es gab keinen einzigen Text, den der Gute nach einigen Jahren in der Band ohne Textblatt singen konnte. Mal über den Text gebeugt, mal in der Hand haltend stolzierte dieser umher, sang sehr souverän aber eben nur mit ablesen. Das mag man evtl. noch einem Herrn Halford verzeihen, aber da reden wir auch über andere Hausnummern. Nachvollziehbar ist dieser Schritt also schon (und war evtl. schon überfällig).

Kommen wir nun aber zum Album. Natürlich erwartet den Fan hier das, was er eben von CANDLEMASS erwarten kann: Doom Songs, mal ganz schwermütig („The Sound Of Dying Demons“) mal Midtempo („Siren Song“). Auf schnellere Tracks der Marke „The Black Dwarf“ verzichtet man indes komplett. Für Doom Jünger nicht schlimm, für Fans dieser Art aber von CANDLEMASS Songs fehlt dadurch ein Teil der großen Abwechslung, die diese Truppe eben ein wenig von den SloMo Bands abhob.
Melodien gibt es natürlich auch wunderbare, vor allem nachzuhören im Titelsong, bei dem die Refrain Melodie nach jedem selbigen in einem geilen melodischen Solo weitergespielt wird. Was mir allerdings wiederum nicht so gefällt, sind die stark markanten und oft eingesetzten Hammondorgeln. Ich weiß jetzt gar nicht, ob die bei anderen Alben auch da waren, aber ich war noch nie ein Fan dieses Instruments und konnte es ertragen, wenn Bands wie URIAH HEEP diese einsetzten, schließlich kommen die noch aus der Zeit. Aber gerade jetzt, wo diese Retro Welle der 70iger Bands aufkommt, mit der ich mich überhaupt nicht anfreunden mag (aus rein musikalischer Sicht), geht mir dieses Instrument noch weniger ab. Warum hier nicht auf die düstere Kirchenorgel wie im ersten Song zurückgegriffen wurde, die meines Erachtens eine viel geilere bedrohlichere Stimmung aufkommen lässt, bleibt mir ein Rätsel.
Aber auch dies wäre zu verschmerzen, doch muss ich sagen, dass für mich die letzten zwei Studioalben eindeutig stärker waren, mehr solcher Klasse Melodien wie oben beschrieben in sich hatte und dadurch mehr Ohrwurmcharakter besaß. Selbst nach mehrmaligem Hören bleibt hier irgendwie kein Song richtig hängen und schon gar nicht das komplette Album als Highlight.

Fazit:
Ich kann mich also leider nicht den ganzen Lobhuldigungen der anderen Medien über dieses Album anschließen und vermag daher leider nur 6 Punkte zu vergeben. Das mögen starke CANDLEMASS Anhänger oder Doom Liebhaber gerne anders sehen, ich kann nur meine Meinung wiedergeben.

[xrr rating=6/10]

Tracklist:

01. Prophet
02. The Sound Of Dying Demons
03. Dancing In The Temple (Of The Mad Queen Bee)
04. Waterwitch
05. The Lights Of Thebe
06. Psalms For The Dead
07. The Killing Of The Sun
08. Siren Song
09. Black As Time

Release: bereits erschienen

Label: Napalm Records

Genre: Doom Metal

Mehr Infos zur Band unter:
www.candlemass.se

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