CANCER BATS mit Dead Set On Living

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Moderne Bands zeichnen sich oft durch eine Verbindung von Genres und den mir verschiedener Stilrichtungen aus. Was früher klar in Deathmetal, Thrashmetal oder Hardcore unterschieden wurde ist heute oft in einem Song anzutreffen. Bands scheren sich mitlerweile oft wenig um Konventionen – und werden dabei leider allzu oft nur zu konventionell. Cancer Bats sind hier völlig anders – und auch wieder nicht. Aber von Anfang an: Die 4 Kanadier der Krebsfledermäuse finden sich 2004 zum ersten Mal zusammen um von diesem Moment an eine Mischung aus Hardcore, Hardcore-Punk, Southern Rock, Stoner Rock und Metal zu produzieren. Diese Mischung war und ist bis heute, 3 Alben, einige Eps und zwei Split 7“s mit Bands wie This Is Hell später, einmalig. Cancer Bats stechen angenehm auffallend aus einer Szene hervor, in der es heutzutage größtenteils um den langsamsten Breakdown oder die schönste Frisur geht. Dreckig – rockige Gitarren, die von Zeit zu Zeit mal ins punkige, mal ins metallische gleiten, unterlegt mit groovenden Rhythmen, formen ein Soundgerüst, in das die fiesen Shouts von Sänger Liam Cormier nur zu gut passen.

Mit ihrem 2008er Album Hail Destroyer spielte die Band zudem eine LP ein, die ich ohne Umschweife zu meinen All-Time-Favorites des Genres zählen würde. Umzählige großartige Songs wie Hail Destroyer, Harem Of Scorpions, Pray For Darkness oder Deathsmarch fanden auf dem Silberling Platz, die Messlatte liegt also ziemlich hoch für die Jungs aus Ontario um mich auch diesesmal zu überzeugen.

Mit Dead Set On Living legt die Band nun ihr viertes Album vor, auf dem sie ihren speziellen Stilmix zelebriert und der Opener R.A.T.S. zeigt auch direkt wie der Hase läuft. Langwierige Intros? Elektro-Parts? Ganz klar Fehlanzeige. Kurzes Aufbau Fade-In und auf geht’s in einen durch dreckige Rock-Riffs dominierten, durch und durch groovenden Song der durch den starken Chorus ein Sahnehäubchen erhält. Schöner Anfang. Das folgende Bricks and Mortar, ein fieser Midtempo-Stampfer mit metallischem Außenanstrich überzeugt erneut mit einem wunderbaren Groove und einem sehr einprägsamen Chorus. Ein Ohrwurm ist hier, so merkwürdig es klingt, unvermeidbar.

 Road Sick wagt sich in etwas punkigere Gefilde, angereichert mit Southern-Rock Einflüssen und im etwas schnelleren Bereich der Geschwindigkeitsskala angelegt und überzeugt ebenso. Breathe Armageddon überrascht vor allem mit einem Chorus, in dem Liam mich sehr an Immortals Abbath auf Sons Of Northern Darkness erinnert. Verrückt, aber erstaunlich passend. Auch an D.S.O.L., The Void und dem etwas kürzeren, dafür aber auch deutlich schnelleren Old Blood gibt es wenig auszusetzen. Gerade letzterer überzeugt mit stärkeren Hardcore-Punk Ausflügen, die durch die rockigen Gitarren konterkariert werden. Dennoch verliert sich die Band in der Mitte des Albums etwas zu sehr im Midtempo-Rock – schade, weiß man doch wie gut sie Uptempo beherrschen.

 Mit Drunken Physics folgt mein Highlight der LP – Groovend mit einem etwas größeren Hang zu Metal-Riffing, krönt ein großartiger Chorus mit eingestreuten clean gesungenen Parts einen starken und abwechslungsreichen Song. So sollen Cancer Bats klingen. Zum Schluss des Albums wird zudem scheinbar einen Gang höher geschaltet: Bastards ist nicht nur fast so gut wie Drunken Physics, nein, es ist auch genauso schnell. Auch Rally The Wicked folgt diesem Schema, während das abschließende, epische New World Alliance eher wieder in den Midtempo-Bereich zurückfällt, dafür aber mit abwechslungsreichem Metal-Riffing und einem starken Chorus aufwarten kann. Ein gelungener Abschluss für die LP:

Fazit:
Auf ihrem vierten Album entwickeln Cancer Bats ihren sehr eigenen Stil auf sehr hohem Niveau weiter, was vor allem in Songs wie Bricks and Mortar, Drunken Physics und New World Alliance deutlich wird. Leider befinden sich jedoch gerade in der Mitte der CD einige Songs, die sich zu sehr im Midtempo-Rock verlieren und für meinen Geschmack etwas beliebig wirken. Dennoch ist Dead Set On Living ein starkes Album, welches ich jedem Freund der harten Musikunterhaltung ans Herz legen kann. Aber es ist leider kein zweites Hail Destroyer.

Anspieltipps: Bricks and Mortar / Drunken Physics / New World Alliance / Bastards

[xrr rating = 8/10]

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