BURY TOMORROW mit The Union Of Crowns

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Mein Lieblingsgenre des Metalcore ist eine Wüste, ähnlich der Sahara: Es gibt viel und gleichzeitig auch nichts – und die wohltuenden Oasen in denen man sich gerne aufhält und nicht verdurstet sind sehr sehr selten. Das war nicht immer so, gerade am Anfang gab es neben den Zugpferden As I Lay Dying und Killswitch Engage und in der zweiten Reihe des jungen Genres eine Unmenge von Bands, die in ähnlicher Qualität veröffentlichten. The Sorrow oder It Dies Today wären hier insbesondere zu nennen. Doch wie das so ist mit neuen Musikrichtungen – es entstand auch eine Menge Mist. Apropros Mist – was heute unter dem Label Metalcore verkauft wird hat dabei oft so wenig mit den Ursprüngen des Genres zu tun, dass man schon fast wieder froh ist eine „oldschool“ Metalcore-Platte in die Hand zu bekommen (niemand hätte das vor 6-7 Jahren so gesehen. Niemand. Glaubt mir.)

Mit The Union Of Crowns liegt nun das zweite Album der Briten Bury Tomorrow bei mir auf dem virtuellen Schreibtisch – damit haben die Jungs gleich den Sprung auf Nuclear Blast geschafft, was mir immerhin verspricht, mich nicht mit einer unterirdischen Produktion rumschlagen zu müssen. Fein. das Cover ist auch OK. Und los.

Redeemer eröffnet den Reigen. Geboten wird Metalcore der alten Schule – Iron Maiden Riffing trifft auf Hardcore-Groove und Doublebassgalopp, Cleangesang und Shouting wechseln sich brav in Chorus und Vers ab – alles wie immer möchte man unken, in der derzeitigen Beatdown-Schwemme mit Breakdown-Kaskaden und Elektrobeat wirkt das aber erstaunlich frisch. Verrückt. Garniert ist das ganze mit modernen Elementen, die aber angenehm im Hintergrund bleiben. Die Stimme des Sängers Jason Cameron erinnert mich außerdem angenehm an It Dies Today. Schön. The Maiden hat einen sehr einprägsamen Chorus und einen herrlichen Breakdown und bleibt genau damit im Kopf. Das folgende Lionheart folgt dem gleichen Schema und bietet starke Unterhaltung – genau wie viele der Songs auf The Union Of Crowns.

Da das Album mit 16 Songs und 54 Minuten Spielzeit für das Genre ein gradezu unfassbares Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, werde ich an dieser Stelle davon Abstand nehmen euch jeden Song einzeln vorzustellen. Weitere Higlights der LP sind das brutale Message To A King, welches von Blastbeat und Death-Metal Groove bis brutalinski-Breakdown alles für den geneigten Mosher zur Verfügung stellt. Auch der Nackenbrecher Royal Blood (hier klingt etwas Attack! Attack! durch, bevor es in den fantastischen Chorus geht.) kann auf ganzer Linie überzeugen. Auch das folgende Bitemarks hat stärkeren modernen Einfluss – und wird so ebenfalls zu einem starken Track.

Einer der stärksten Tracks des Albums ist aber mit Abstand das epische 1603, beginnend mit Klavierintro und reinrassigem Metalriffing über clean-Chorus bis Thrashmetal C-Part. Starke Nummer und mein Highlight der CD:

Fazit:

Bury Tomorrow erfinden auf The Union Of Crowns weder das Metalcore-Rad neu, noch entwickeln sie einen großartig eigenen Stil oder heben sich wegen purer Genialität von anderen Bands ab. Aber eines können sie: Songs schreiben. Songs die nicht klingen wie abgeschrieben, sondern wie inspiriert und in das Genre passend. Songs an die man sich erinnert. Es ist gut zu sehen, dass in Zeiten in denen selbst As I Lay Dying ein (grausames) Dubstep-Album veröffentlichen und altgediente Bands entweder sich selbst kopieren oder einen anderen Weg einschlagen, einzelne zwar ausgetretene Pfade gehen, aber dennoch unterhaltsame Musik machen können. Wer old-school Metalcore mag, wird auch diese Platte mögen. Ich jedenfalls tue das.

Anspieltipps: Royal Blood / Message To A King / 1603 

[xrr rating = 7/10]

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