BROTHERS IN ARMS mit Invictus

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Brothers In Arms, das sind 5 über und über tätowierte Hamburger Kerle, die sich vor knapp einem Jahr zu einer Hardcore-Kombo formatierten und jetzt ihr Debütalbum auf den Zuhörer losgelassen haben.

Eigentlich ist ja Hardcore gar nicht mein Steckenpferd, aber man muss sich ja auch öfter mal auf etwas Neues einlassen und so habe ich beschlossen, die Platte selbst zu rezensieren.
Auch wenn mein Latein nicht das Beste ist, reicht es doch gerade noch dazu den Albumtitel „Invictus“ mit „unbesiegt“ zu übersetzen. Im ersten Moment klingt so ein Albumtitel für eine Newcomer-Band ganz sicher sehr überheblich und der ein oder andere wird sich denken: „Die können doch eh nicht mit den ganz Großen mithalten.“ Ob sie das können oder nicht, darüber lässt sich sicherlich streiten, aber für mich als Hardcore-Laie, hört sich das was die Jungs da fabriziert haben, eigentlich ganz gut an.

Erstaunlich ist, dass ich die Scheibe komplett laufen lassen kann, ohne schon nach dem ersten Song den CD-Player auszumachen. Das passiert mir bei Hardcore-Bands sehr oft, aus dem einfachen Grund, weil mir das was die meisten Hardcorer machen (wie der Name des Genres ja auch schon sagt) zu hart ist.
Meistens ist es wirklich so, dass sich sowohl die Musik als auch der „Gesang“ für mich einfach nur wie Krach anhört, aber hier ist das anders.
Ich habe zwar auch bei Brothers In Arms das Gefühl angebrüllt zu werden, die Hamburger schaffen es aber trotzdem, dass ich mich nicht überrollt fühle.

Zwölf Songs erwarten den Hardcore-Fan auf dieser Scheibe und jeder ist ein Unikat, auch wenn sich die Texte teilweise sehr ähneln.
Der Opener „Warmachine“ fetzt von Anfang an richtig los und macht den Anschein, als wolle sich die Band mit diesem Track selbst beschreiben. Im Song heißt es: „No one. I mean no one can keep up with me.” Ob das jetzt die vorhin schon angedeutete Selbstüberschätzung ist, oder ob solche Textzeilen einfach zum Image einer Hardcore-Band gehören, vermag ich nicht zu sagen.
Am Anfang des nächsten Songs „Pissed Off“ , klingt es als würde der Sänger auf den Boden rotzen und er erklärt danach ganz feierlich, dass der Song an alle Leute gerichtet ist, die ihn richtig anpissen… und ja, die Stimmung, die der Track vermitteln soll, kommt wunderbar zur Geltung, heißt es doch schon in der zweiten Zeile der Lyrics: „I fuck your daughter, your wife and your mother. Every day is a fucked up day and here goes another.“

Auch die restlichen 10 Songs sind voller Aggression und Boshaftigkeit, vor allem anderen Menschen gegenüber, aber wie schon vorher erwähnt, gehe ich davon aus, dass eben auch solche Lyrics zur Attitüde eines anständigen Hardcore-Musikers gehören.
Es gibt aber dennoch auch Lichtblicke, wie z.B. „Carry On“ wo es ausnahmsweise mal nicht darum geht jemanden zu verprügeln oder fertigzumachen. Im Gegenteil, dieser Song soll Hoffnung machen weiterzumachen, egal wie hart das Leben auch sein mag.

Ebenso sind gesellschaftskritische Texte vorhanden, die in „Dick It“ gut zum Vorschein kommen, hier wird angemerkt, dass die Menschen alle in Käfigen sitzen wie Labortiere und dass die Gesellschaft sich immer mehr durch irgendwelchen chemischen Müll kaputtmacht.
Der Text des Songs gefällt mir ausgesprochen gut und ich finde, davon könnte man ruhig mehr haben, regen doch genau solche Lyrics: „Our whole nation turned to the wrong side of life. I rip the wall to make people watch behind. Because everbody is sitting in cages like animals. The food ain’t human no more. Everything is chemical and all you people wonder where the cancer is coming from.” zum Nachdenken an.

Ein weiteres interessantes Stück ist “6 AM”. Hier hat sich die Band mit einem Hip Hopper zusammengetan und es ist eine doch erstaunlich passende Kombi aus Hardcore und Hip Hop dabei herausgekommen. Auch wenn der Song musikalisch gar nicht schlecht ist, muss ich mal wieder meckern, denn ein Text, in dem „Schwuchtel“ als Schimpfwort fällt, ist für mich leider nicht vertretbar.
Sorry, aber da hat sich die Band bei mir einen fetten Minuspunkt eingefangen.

Fazit:

Für ein Debütalbum ist die Scheibe der Waffenbrüder gar nicht übel. Auch wenn man über Geschmack durchaus streiten kann, bin ich fest davon überzeugt, dass es Brothers In Arms im Hardcore-Genre zu etwas bringen können. Wer dieses Genre mag, wird sicherlich auch Gefallen an „Invictus“ finden.

[xrr rating=6/10]

Mehr Infos zum Album hier

BROTHERS IN ARMS mit Invictus Cover
BROTHERS IN ARMS mit Invictus Cover

Trackliste:

1. Warmachine
2. Pissed Off
3. One Shot
4. B.I.A.
5. Carry On
6. Dick It
7. Armageddon (feat. Chris Mexim)
8. In Memories
9. Outcast
10. 6 AM (feat. GFM)
11. My Addiction (feat. Eike Freese&Mazel)
12. This Is War

Release: 07.12.2012
Genre: Hardcore
Label: Swell Creek Records

Mehr Infos zur Band unter:
https://www.facebook.com/brothersinarmshc/info

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Franzi

Franzi ist gelernte Tischlerin und studiert derzeit Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Als Redakteurin ist sie seit Dezember 2011 bei Metalize.Me tätig. Ihre Schwerpunkte sind: CD-Rezensionen und Live-Reviews in den Bereichen Mittelalterrock, Metal und Gothic in allen Variationen.

2 Gedanken zu „BROTHERS IN ARMS mit Invictus

  • 3. Dezember 2012 um 20:48
    Permalink

    Das video is aber falsch ;)

    • 4. Dezember 2012 um 11:28
      Permalink

      Da hast du Recht Bia, dort ist uns ein kleiner Fehler unterlaufen, den wir bereits korrigiert haben.
      Danke für die Info!

Kommentare sind geschlossen.