BODYFARM mit Malevolence

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Nach kurzem Horrorfilm-Intro geht’s los! Roher, primitiver Deathmetal, wie er uns vor zwanzig Jahren von Massacre und Master um die Ohren gehauen wurde, feiert seine Wiederauferstehung auf dem Debüt der niederländischen Truppe Bodyfarm!

Denkste! Schnell wird klar, dass auf Malevolence einfach die unabdingbare Räudigkeit fehlt, um den Vorbildern das Wasser reichen zu können. Der Sound ist zwar transparent, aber eben auch brav und poliert. Das Underground-Feeling der damals bei weitem nicht perfekten Produktionen vermittelte diesen zügellosen, ungeschliffenen Charme, der hier leider gänzlich fehlt.

Vielleicht tun die heruntergestimmten Klampfen ein Übriges. Man kann das sehr gut beim Massacre-Cover Cryptic Realms vergleichen. Das Original wurde 1991 in D-Tuning eingespielt und es klingt selbst jetzt noch bissiger als diese harmlose Version, die, wie das gesamte Album auch, drei Halbtöne tiefer eingezockt wurde. Sogar Gastvokalist Kam Lee, der auch heute noch mehr als nur beachtlich ins Mikro zu bellen vermag, kann da nicht mehr viel retten. Allerdings wird dabei gleichzeitig auch deutlich, woran es dem eigentlichen Sänger fehlt. Dessen Growls haben weniger Kraft, klingen kontrollierter, austauschbarer, einfach mittelmäßig. Nicht ansatzweise bringen sie die pervers-abartige Intensität herüber, wie es damals die Stimmen von John Tardy (Obituary), Marc Grewe (Morgoth), Paul Speckmann (Master) oder Chuck Schuldiner (Death), um nur einige zu nennen, vergleichsweise souverän vermocht haben. Sorry, Thomas Wouters, you’re one of the less gifted shouters!

Dabei gehen die Songs größtenteils absolut in Ordnung, bieten ein paar finstere Melodien, hier und da Blastbeats und es wird jede Menge gegrooved. Tombstone Crusher ist beispielsweise ein cooler Stampfer mit ordentlichem Solo, der zum Mattenschwingen einlädt. I Am the War erinnert an God Dethroneds Spätwerk mit Amon-Amarth-Anleihen, fällt als episch angelegter Sieben-Minüter durch unerwartete Melodiösität aus dem Rahmen und zählt zu den stärksten Songs des Albums. Anspieltipp!

Fazit:
Nicht schlecht, aber eben auch nicht richtig gut! Mit einem krasseren Grunzer wären mehr als fünfeinhalb Sterne für Malevolence von Bodyfarm drin gewesen. So aber ziehe ich die Originale klar vor!

[xrr rating=5.5/10]

Tracklist:

1 – Trapped (Intro)
2 – The Butcher
3 – Iced
4 – Sleep Terror
5 – Demons of the Cross
6 – Charlatan Messiah
7 – Tombstone Crusher
8 – Malevolence
9 – I Am the War
10 – Cryptic Realms (Massacre-Cover feat. Kam Lee)

Releasedate: 1.6.2012
Label: Cyclone Empire
Genre: Death Metal
Mehr Infos zur Band unter:

http://www.facebook.com/Bodyfarmdeathmetal

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