BLEEDING RED mit Evolution’s Crown

Dir gefällt der Artikel? Dann teile ihn!

Evolution‘ Crown ist der erste Langspieler der 2006 gegründeten, und damals sehr jungen Band Bleeding Red, der auf die 2010er 4-Track Demo Unmaster folgt. Der Pressetext verspricht eine Mischung aus Black/Death/Thrashmetal, sodass man aufgrund dieser doch sehr ungenauen Beschreibung also durchaus gespannt bleiben konnte, was die 4 Jungs auf ihrer LP abliefern würden.

Grundsätzlich blieb die große Überraschung dann aus. Mit Blackmetal hat die LP etwa soviel zu tun wie Nutella mit Marmelade und auch der Anteil von Thrashmetal ist, sagen wir mal, eher gering. Merke: Ein Blastbeat macht noch kein Schwarzmetall und zwei schnell verschobene Powerchords noch keinen Thrash. Für mich ist dies jedoch eher auf der Haben-Seite zu verbuchen, denn übrig bleibt ein Soundgerüst, was am ehesten an frühe Dark Tranquillity zu Zeiten von„The Gallery“ oder „The Minds I“ oder In Flames zu „The Jester Race“ Zeiten erinnern kann. Melodic Death Metal wäre hier das eindeutigere Label gewesen, auch wenn Bleeding Red nicht überall mit den großen Vorbildern mithalten können.

Die Produktion der Scheibe ist insgesamt zwar druckvoll, dennoch fehlt es an einigen Ecken an differenzierterer Produktion und Klarheit im Sound, während gleichzeitig vor allem das Schlagzeug sehr synthetisch wirkt.

Die Songs der CD sind alle nach dem bewährten Muster des Melodic Death nach schwedenart gestrickt und folgen alle einer Linie: man versucht möglichst akkurat Songs zu schreiben, die auch Dark Tranquillity auf ihrem nächsten Album veröffentlichen könnten. Druckvolle und oft zweistimmige, melodische Gitarrenriffs, der Verzicht auf cleanen Gesang, eingestreute Blastbeats, alles deutet auf B-Seiten von den großen Vorbildern des Genres hin.

Und genau hier offenbart sich das größte Problem von Bleeding Red: Die mangelnde eigene Linie und fehlende Innovationen im klassischen Melodic-Death Sound. Sicher, Songs wie „Thoughtcrime“, „Running Man“ oder „Goddess of Black“ können für sich selbst stehend durchaus überzeugen. Sie sind im Songwriting solide und werden mit entsprechenden Fähigkeiten der Band vorgetragen. Dennoch fehlt etwas: Es reicht heutzutage einfach nicht, zu klingen wie Dark Tranquillity, denn jeder Genre-Kenner würde eher zu „Fiction“ oder „Damage Done“ greifen statt zu „Evolutions Crown“. Zudem sind die Songs, am Stück auf dem Album gehört, einfach zu wenig unterschiedlich. Keiner sticht durch einen wirklich markanten Chorus oder ein einmaliges Riff hervor. Die CD fließt an einem vorbei ohne einen tiefen Eindruck zu hinterlassen.

Dennoch ist die CD auch nicht wirklich schlecht: gleichzeitig fällt nämlich auch keiner der Songs wirklich negativ auf. Man kann die LP gut hören und ein großer Fan des Genres könnte sich vielleicht über eine Überbrückung zum nächsten Album aus Schweden freuen. Ich kann nur empfehlen in die CD reinzuhören, als Blindkauf rate ich, insbesondere für Genreunkundige, eher ab.

[xrr rating=5/10]

[mytreasure=6]

 

 

 

Dir gefällt der Artikel? Dann teile ihn!