ASTRA mit The Black Chord

Dir gefällt der Artikel? Dann teile ihn!

Astra aus San Diego legen ihr zweites Werk nach The Wielding (2009) vor und wieder regiert feinster, detailverliebt ausgearbeiteter Prog-Rock hoher Schule, der so durchaus auch vor bereits 40 Jahren das Licht der Welt hätte erblicken können.

Um King Crimson, Yes, Hawkwind und Pink Floyd kommt man daher als klangliche Einordnung bzw. Inspirationsquellen des Fünfers nicht herum. Mellotron und Moog werden neben der quasi obligatorischen E-Gitarre ebenso prominent eingesetzt; ausufernde, experimentelle Instrumentalparts nehmen den Hauptteil des Albums ein.

So kommen Astra auch erst einmal über zehn Minuten ohne Gesang aus, da sie The Black Chord mit dem fast neunminütigen Instrumentalstück Cocoon eröffnen, das zunächst spacig-chillig aus den Boxen wabert, im Mittelteil dann aber Tempo aufnimmt, um sich in ein hypnotisch-ekstatisches Finale zu steigern. Volle Kanne 70er! Mein Interesse ist geweckt, ich bin angetan und gespannt, wie es weitergeht… und tatsächlich, schon im Titeltrack schalte ich bereitwillig auf Autopilot, schließe die Augen, und lasse mich von den luftig leichten Melodien und der tiefenentspannten, über den Wolken schwebenden Atmosphäre in Astras Klangkosmos entführen. Ich bin Alice im Wunderland! Ich vergesse Zeit und Raum, bin ganz und gar in Soundwatte gepackt, doch dann ist es schon wieder still, das Album zuende. Was für ein Trip!

Was bleibt noch zu sagen? Der Gesang ist angenehm entrückt, unaufdringlich, man könnte auch unspektakulär oder unauffällig sagen, fügt sich aber prima ins Gesamtbild ein und bietet keinen richtigen Anlass zur Kritik. Viel wichtiger hervorzuheben ist die gefühlvolle Gitarre von Brian Ellis, der eine Reihe brillanter Soli aus dem Ärmel schüttelt!

Inzwischen habe ich das Album selbstverständlich mehrfach gehört, und das mit stetig wachsender Begeisterung, weil ich mich einerseits auf Passagen freue, die mir ein breites Grinsen entlocken, und es andererseits immer wieder Neues zu entdecken gibt.

Fazit: Natürlich muss man die genannten Referenz-Bands bzw. den psychedelischen Rocksound der frühen 70er mögen und surrealen, trance-artigen Klangwelten etwas abgewinnen können. Dann allerdings kann man The Black Chord nur empfehlen! Astra bieten ein relaxtes und zugleich berauschendes Hörerlebnis, wenn man sich darauf einlässt.

 

[xrr rating=8.5/10]

 

Tracklist:

01. Cocoon 8:45
02. The Black Chord 14:59
03. Quake Meat 6:41
04. Drift 4:39
05. Bull Torpis 2:56
06. Barefoot in the Head 9:13

Releasedate: 16.04.2012
Label: Rise Above Records
Genre: Progressive Rock
Mehr Infos zur Band unter:
http://www.astratheband.com

Dir gefällt der Artikel? Dann teile ihn!