AFTER ALL mit Dawn Of The Enforcer

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Mit „Dawn Of The Enforcer“ liegt das mittlerweile achte Studioalbum der belgischen Thrasher After All vor mir. Gegründet gegen Ende der 80er Jahre hat es die Band auf eine beachtliche Zahl von Support-Touren gebracht, darunter für so große Namen wie Judas Priest, Anthrax und Overkill.

Schon der erste Track „Parasite Within“ macht die Richtung klar, in die dieses Album gehen soll. Die Mannen um Mastermind Dries Van Damme liefern hier nach etwas langsamerem Beginn des Songs ein Thrash-Gewitter ab, das jedoch mit sehr geschickten Tempowechseln garniert ist, die dem Song auch mal Atempausen verschaffen. Doch das eigentliche Highlight des Songs ist der Gesang des Fronters Sammy Peleman. Wer auf dieser Platte Screams und Growls erwartet hat, liegt nämlich eindeutig falsch. So würde der Gesang auch einer Power-Metal Band gut zu Gesicht stehen, fügt sich allerdings sehr gut in die thrash-lastigen Stücke des Albums ein. Schon zu Beginn des Albums ist also klar, dass hier Abwechslung statt dumpfem Geknüppel angesagt ist und genau so geht es in den nächsten Stücken auch weiter.

Neben speed- und thrash-lastigen Passagen sind immer wieder Soli zu hören, die eher von Iron Maiden als von Slayer inspiriert zu sein scheinen und auch gesanglich wird bei so manchem Song immer mal wieder zu Screams gegriffen, die sich mit den cleanen Grundpassagen der Songs abwechseln. Bei Tracks wie „Digital War“, der durch einen Mittelteil glänzt, der zum Mitsingen animiert, wird auch mal ein Gang zurückgeschaltet um den Song letztendlich mit einem langsamen Part ausklingen zu lassen.

Spätestens beim Mittelteil von „Dawn Of The Enforcer“ werden auch balladeske Töne angeschlagen, die sich mit harten Gitarrenwänden und Doublebass-Attacken abwechseln. Die Rede ist hier von „To Breach And Grieve“, einem der definitiven Anpieltipps dieser Platte. Aber auch für die Liebhaber von etwas pathetischer klingenden Thrash-Nummern haben After All mit „Betrayed By The Gods“ etwas anzubieten. Ein, gemessen am Rest der Platte, eher im Midtempo angesiedelter Song. Anschließend geht es wieder mit eher thrash-/speed-lastigen Songs weiter, um die Platte in Highspeed-Drumming und Stakkato-Riffs ausklingen zu lassen.

Fazit:
„Dawn Of The Enforcer“ ist eine von Dan Svanö (Edge Of Sanity, Asphyx etc.) hervorragend produzierte Platte, die zwar mit beiden Beinen fest im Thrash verwurzelt ist, es jedoch sehr gut versteht außerhalb eingefahrener Pfade eigene Wege zu gehen und genau deshalb so viel Spaß macht. Wer auf abwechslungsreichen Thrash mit Einsprengseln aus traditionellem Metal oder auch Power-Metal steht, sollte unbedingt einmal in „Dawn Of The Enforcer“ reinhören.

[xrr rating=8.0/10]

Release: Juni 2012
Label: Van Records
Genre: Thrash Metal
Mehr Infos zur Band unter:
http://www.afterall.be/

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