100000 TONNEN KRUPPSTAHL mit Bionic Testmensch

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100000 TONNEN KRUPPSTAHL, soso. „Bionic Testmensch“ als Albumtitel, aha. Grindcore, Rock und Thrash als Musikbeschreibung, hmmm. Interessant oder Blödsinn? Wir werden sehen.
Dem Grindcore kann man schon mal zustimmen. Die ersten beiden Lieder trümmern direkt mal in bester NAPALM DEATH Manier drauf los und enden nach knapp einer Minute. Der „Gesang“ artet dabei aber eher in willkürliches Geschnauze aus, als in ordentlichen Growls und die Gitarren klingen im Vergleich zur vertonten Apokalypse sonstiger Grind Bands eher sanft.

Doch dann folgt eine Überraschung. Mit Lied Nummer 3, genannt „Germanistan“ (!!!) verfehlt die 2 Mann Truppe nur um 2 Sekunden die 10 Minuten Marke. Hier wechselt sich auch der Kreischgesang ein wenig mit schrilleren Schreien und tatsächlich auch Growls ab. Ebenso kann auch ein wenig Songstruktur erkennbar gemacht werden und es gibt gute Wechselspiele zwischen Blast Beats und guten anderen Rhythmen. Der Track macht dann auch Spaß und wechselt dann zuerst in einen kurzen schleppenden Part um dann unvermutet nach 4 Minuten in einen coolen Tribal Part überzugehen. Leider wird dies gefühlt endlos lang gezogen und hätte auch gut und gerne nach einem Viertel der ganzen Zeit enden können. Somit wird eine gute Idee leider totgenudelt.

Bei „Antifeind“ kommen sogar dann Halswirbelfreundliche Rhythmen zum Vorschein, richtig anspruchsvoll wird’s natürlich immer noch nicht, wobei ich auch nicht denke, dass die Band selber das möchte. Aber es darf mitgegröhlt werden und Struktur ist auch zu erkennen.

Mit „Kill Your Kids And Die“ wird dann mal schnell eben Ozzy imitiert und sogar die Gesangslinien eins zu eins übernommen.

Danach kommen noch einige Ein bis Zweiminüter und nun fragt man sich, wie man sowas bewerten soll? Ganz ernst scheint die Truppe sich ja selbst nicht zu nehmen, was schon mal gut ist und Bonuspunkte, weil Sympathiepunkte einbringt. Und gegen Stilmix an sich hat ja auch keiner was, kann ja durchaus interessant sein.

Nur haben wir hier ein Problem: Grindcore lebt nicht nur von seiner Schnelligkeit, sondern auch von Brachialität, Kompromisslosigkeit, Brutalität und Härte. Wenn diese aber durch den Sound nicht erreicht wird, da dieser erdiger und rockiger klingen soll, bleibt da nicht mehr viel. Und Leute die auf Rock stehn, finden zumeist kein Gefallen an Highspeed Geballer mit Rumgekreische. Die Ausflüge ins BLACK SABBATH Lager sind da genauso fremdartig wie ein in die Länge gezogener Tribal Teil. Und Thrash Ausflüge seh ich hier leider gar nicht.

Fazit:
So haben wir am Ende ein Mischmasch, das weder Fisch noch Fleisch ist und man sich fragt, wer hier angesprochen werden soll. Mit 5 Promille und ein paar Kumpels nachts um 1Uhr in einer dunklen Spelunke mag das noch amüsieren. Auf CD hört sich das freiwillig aber keiner öfter an, oder?

[xrr rating=4/10] (aber auch nur bei aller Liebe)

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Release: 01.03.2013
Label:
Unundeux (Cargo Records)
Genre:
Grindcoredurcheinandergeschwurbel

Homepage:
www.100000tonnenkruppstahl.de

Tracklist:
01. Uralter Trümmerbruch
02. Bionic Testmensch
03. Germanistan [The Parallel Of Undangerous Terror]
04. Antifeind
05. Kill Your Kids And Die
06. In Trümmern
07. Rache
08. Zwei Stunden Stahlgewitter
09. Humanophagus Rex
10. Meister der Realität
11. Nach kurzer, schwerer Krankheit
12. Zerebrat
13. Besoffen und bis an die Zähne bewaffnet

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