PERSISTENCE TOUR 2013 im Docks Hamburg

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Die Persistence Tour 2013 versprach eine der wichtigeren Touren der ersten Jahreshälfte im Hardcore/Metalcore Bereich zu werden. Mit am Start waren neben den Größen HATEBREED und AGNOSTIC FRONT auch H2O, STICK TO YOUR GUNS, NEAERA und THE ACACIA STRAIN und THE OLDE YORK.

Leider hatten das umfangreiche Lineup und die Notwendigkeit eines Metalize.me Redakteurs sich leider etwas dazu verdienen zu müssen zur Folge, dass ich den Konzertbeginn (17:30! An einem Mittwoch wohlgemerkt) verpasste. Als wir dann endlich um 19:10 Uhr im Docks Hamburg standen spielten gerade NEAERA einen ihrer letzten Songs. Gewohnt routiniert, spielfreudig und Publikumsbezogen – Neaera sind definitiv immer eine Reise wert und auch der vom neuen Album angespielte Titeltrack macht Lust auf mehr.

STICK TO YOUR GUNS sind ebenfalls eine dieser Bands, die Live nochmal eine Schippe drauflegen. Während mich Alben wie The Hope Division und Diamond schon auf Konserve begeistern können, ist die Intensität auf der Bühne ungleich größer. Songs wie Against Them All oder We Still Believe lassen die Halle ausrasten und auch die Message der Band, besonders in Ansagen artikuliert ist stark. Als eine der letzten modernen Bands die sich dem (melodischen) Hardcore zuschreiben und gleichzeitig eine eindeutige politische Aussage haben gefallen mir STICK TO YOUR GUNS sehr sehr gut. Hoffentlich bald wieder auf einer Tour mit mehr als 30 Minuten Spielzeit.

H2O als Vertreter des New York Hardcore, allerdings einer stark von Ostküsten Street-Punk durchsetzten Spielart, legen nochmal einen drauf. Trotz des durchaus fortgeschrittenen Alters der Herrschaften (immerhin ist die Band bereits seit 1994 unterwegs) wird eine Spielfreude gezeigt die man bei jüngeren Bands manchmal vermisst. Moderne Klassiker wie What Happened oder Nothing To Prove führen zu Moshpits die sich sehen lassen können. Teilweise fühlt man sich auf Konzerte von Bands wie den Street Dogs versetzt. Skinheads, Punks und Hardcore-Fans rasten nämlich alle gleichermaßen aus, wenn diese Band auf der Bühne steht. Brilliantes Konzert,  Erfahrung ist dann manchmal doch Trumpf.

Diesen Satz jedoch verkehren AGNOSTIC FRONT sofort wieder ins Gegenteil. Die Mitbegründer des New York Hardcore um Frontmann Roger Miret, seit 1984 auf den Bühnen der Welt vertreten, wirken irgendwie blutleer und ausgespielt. Während Gitarrist Vinnie Stigma hauptsächlich auf Promotiontour für sich und sein Nebenprojekt zu sein scheint, spielt der Rest der Band die Songs mehr schlecht als recht herunter. Sicher, ich bin kein großer Fan dieser Band aber irgendwie hatte man sich doch mehr erwartet. Schade. Highlight ist – natürlich – Gotta Go, performt mit Toby Morse, sowie ein Cover von Hey Ho, Let’s Go der RAMONES. Ein Konzert zum vergessen möchte man sagen.

Letztendlich betreten dann HATEBREED die Bühne. Was soll ich sagen – ich habe den Hype um diese Band noch nie verstanden. Live wie auf Scheibe wird seit 1994 quasi immer wieder der gleichklingende Mischmasch aus Hardcore und Metal angeboten, stark dominiert von dümmlichen maskulin-bollo-wir-sind-alle-so-agressiv-und-brutal Texten und der meiner Meinung nach völlig unpassenden Stimme von Jamey Jasta. Was in den 90ern vielleicht noch Richtungsweisend war ist 2013 in meinen Ohren mehr als überholt. Die Band klingt live dabei genauso wie auf Scheibe und findet starken Anklang im Publikum – außer bei mir. Muss man nicht haben.

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