KILLSWITCH ENGAGE + SKELETONWITCH

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Nach der krankheitsbedingten Trennung von Frontmann Howard Jones Anfang des Jahres und der, zugegebenermaßen sinnvollen, Neubesetzung durch Ex-Sänger und Gründungsmitglied Jesse Leach war für mich lange unklar ob ich Killswitch Engage live noch mögen würde. Zuviel verbindet mich vor allem mit The End Of Heartache, ein unvergesslicher Auftritt auf dem W:O:A inklusive. Zweifel bestanden bis zur letzten Minute, ob die starke Stimme von Howard für mich angemessen ersetzt werden könnte, sodass ich mit einer gesunden Skepsis an den Abend heranging.

Trotzdem, das Grünspan Hamburg ist als einer der, meiner Meinung nach, schönsten Clubs der Hansestadt immer eine Reise wert und auch Skeletonwitch die als Support dabei waren versprachen einen runden Abend.

Um Punkt 20:00 standen dann auch die 5 Herren aus Ohio auf der Bühnen und lieferten. Sehr. Das erfreulicherweise sehr gemischte Publikum stand anfangs allerdings etwas ratlos vor der Bühne, da die massive Mischung aus Bay-Area Thrash, Black Metal und NWoBHM welche die Band sehr energetisch und unglaublich versiert und sicher vortrug, scheinbar gerade bei den Fans die Gesangsmelodien gewohnt sind etwas länger brauchte um zu zünden. Trotzdem merkte man der Band an: die haben Bock. Von Song zu Song, auch dank des charismatischen Sängers, wippten mehr Köpfe und wurden mehr Pommesgabeln gehoben, sodass am Ende ein gewonnenes Publikum vor der Bühne stand, das sowohl Songs des neuen Albums Forever Abomination als auch älteres Material wohlwollend zur Kenntnis nahm. Gute Arbeit, starker Gig.

Das große Backdrop mit einer Abwandlung des Covers von Alive Or Just Breathing zeigt es schon an: hier ist keine Band auf Albumtour – das wird vermutlich eine Art Best-Of Show um die Fans mit Jesse Leach bekannt zu machen. Gefällt mir um so besser, war ich doch skeptisch und gespannt zugleich auf die Leistung die Leach abzurufen vermag. Der Beginn, unter anderem mit Fixation Of The Darkness und dem sehr früh im Set gesetzten Rose Of Sharyn machten deutlich: er kann und er will. Selten sieht man eine Band die offensichtlich soviel Spaß an der Sache hat wie Killswitch Engage – zwar nervt der notorische Adam Dutkiewitcz nach wie vor mit albernen Gesten und Ansagen, Leach hat aber zwischen den Songs mehr Präsenz als Jones und übernimmt die Rolle des Frontmannes souverän. Die Band arbeitet sich routiniert durch ihren Backkatalog, spielt Hits des ersten(!) und zweiten Albums (Self Revolution, Life To Lifeless) genauso wie das dem kranken Jones gewidmete When Darkness Falls oder Take This Oath. Selbstverständlich folgt kurz vor Ende des Sets der Superhit-Dreifachschlag My Curse, The End Of Heartache, My Last Serenade, was das zumindest gefühlt ausverkaufte Grünspan nochmal so richtig ausrasten lässt. Die Band hat einen klasse Sound, ist technisch voll bei der Sache und zeigt, wie viel Spaß ihr die Arbeit macht. Am Ende herrschen gefühlte 200% Luftfeuchtigkeit und Temperaturen wie in einer finnischen Sauna und ein großer Abend ist vorbei. Und: meine anfängliche Skepsis wurde zerschlagen – Jesse Leach ist ein großartiger Sänger. Zwar ist er nicht Howard Jones und singt manche Sachen etwas anders, aber die Qualität ist fast so groß wie zuvor. Es macht Spaß Killswitch Engage 2012 zu sehen und das neue Album lässt großes hoffen. Das hat Spaß gemacht, gerne wieder.

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